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Rettungsschirm: Spanien-Rettung mit fatalen Folgen

von Malte Fischer

Der Rettungsschirm für Spaniens Banken beschleunigt den Weg der Euro-Zone in die Transferunion. Die Haftungssummen für Deutschland werden immer größer. Damit steigt die Gefahr, dass die Währungsunion im kollektiven Staatsbankrott oder in der Hyperinflation endet.

Spanien hat wie die anderen südeuropäischen Euro-Länder von den niedrigen Zinsen in der Währungsunion profitiert und einen kräftigen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt. Ähnlich wie in Irland bildete sich eine Immobilienblase, die mit einem lauten Knall platzte: Der Bausektor fiel in sich zusammen, die Arbeitslosigkeit stieg rasant.

Bild: REUTERS

Lange hat sich Spanien gesträubt, den Euro-Rettungsschirm EFSF in Anspruch zu nehmen. Doch jetzt hat das Mittelmeerland – auch auf Druck der anderen Euroländer - einen Antrag auf Finanzhilfen gestellt. Der Grund ist, dass die spanischen Banken mit ihrer unvorsichtigen Kreditvergabe eine Immobilienblase aufgepumpt haben, deren Platzen sie zu milliardenschweren Abschreibungen gezwungen hat. Viele Banken befinden sich in der Schieflage. Die Ratingagentur Fitch schätzt, dass die Rekapitalisierung der Institute bis zu 100 Milliarden Euro kostet, das entspricht rund 9 Prozent des spanischen Bruttoinlandsprodukts. Die Euro-Länder haben daher beschlossen, Spanien bis zu 100 Milliarden Euro an finanzieller Hilfe zukommen zu lassen.

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Spaniens Regierung tröstet sich damit, dass sie nur ein Rettungspaket „light“ in Anspruch nimmt. Anders als Griechenland, Irland und Portugal begibt sich Spanien nicht komplett unter den Rettungsschirm, sondern stellt nur seine Banken darunter.

Das ist seit der Änderung des EFSF-Vertrags im vergangenen Jahr möglich. Die Auflagen für den Kredit, dessen Details noch verhandelt werden müssen, dürften sich daher auf den Bankensektor beschränken. Madrid wird der EU in Zukunft wohl mehr Einfluss bei der Aufsicht der spanischen Institute gewähren müssen. Weitergehende Auflagen, die den Arbeitsmarkt oder die Staatsfinanzen betreffen, soll es nicht geben.
Die Finanzmärkte werden den Schritt bejubeln. Bedeutet er doch, dass den Finanzinstituten in Europa Abschreibungen auf ihre Kreditengagements bei spanischen Banken erspart bleiben. Allein deutsche Banken stehen mit rund 42 Milliarden Euro gegenüber Spaniens Finanzhäusern im Feuer.

28 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 23.07.2012, 18:21 UhrUmlandtGerhard

    "Manos arriba! Esta es un Euro robo, wah!"

  • 12.06.2012, 16:10 UhrNEARCO

    Man sollte nun endlich nach 171 Jahren unserer Nationalhymne einen moderneren und passenderen Text verpassen:

    "Deutschland, Deutschland zahlt für alles,
    zahlt für alles in der Welt,
    wenn es stets zum Schutz und Trutze
    Euroland zusammenhält.
    Von Athen bis an den Ebro,
    von der Etsch bis an den Belt,
    Deutschland, Deutschland zahlt für alles,
    zahlt für alles in der Welt."

    copyright 2012 by NEARCO

  • 11.06.2012, 15:57 Uhrkhaproperty

    Ordentlich zusammengefasst. Allerdings sind die Probleme der Banken lange noch nicht komplett erfasst, bilanziert und damit auch nicht quantifiziert. 100 Mrd. Euro könnten es bei der Erfassung leicht werden und mehr, statt der ins Auge gefassten 40 Mrd. Der Betrag wurde in Anbetracht dieser Aussicht bereits ordentlich aufgeblasen - und das Volk hüben und drüben kräftig belogen, wieder mal.
    Das Problem der Währungsunion liegt abgesehen von der konstruktionsbedingten Totgeburt des Euro nun vor allem darin, daß all die Versäumnisse beim Zusammenwachsen nun auf einen Schlag nachgeholt werden müssen, soll die Union nicht unkontrolliert auseinander fliegen.

    Es läßt sich jedoch nicht zusammenfügen, was nie zusammengehörte,
    - Mentalitäten,
    - Sprachen,
    - Kulturen,
    - Ökonomien,
    - Effizienzen,
    - Geschichten
    - und so manch Weiteres
    weichen derart meilenweit voneinander ab bis hin zu unüberbrückbaren Gegensätzen, daß sich nicht nur der vielzitierte Vergleich mit der Schaffung der Union (USA) in Amerika völlig verbietet, sondern auch die 27 Verfassungsänderungen dazu kaum möglich sein können.

    Daß Politik dies übersieht, ignoriert oder gar verleugnet, ist der aktuell größte Skandal vor allem auch in Deutschland, wo die Lügen ganz besonders kurze Beine haben - offensichtlich.

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