Ruby-Prozess: Berlusconi zu sieben Jahren Haft verurteilt

Ruby-Prozess: Berlusconi zu sieben Jahren Haft verurteilt

Der frühere Regierungschef Silvio Berlusconi ist im „Ruby“-Prozess um Sex mit minderjährigen Prostituierten und Amtsmissbrauch schuldig gesprochen worden. Er wurde in erster Instanz zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Ein Mailänder Gericht verurteilte ihn am Montag außerdem zu einem lebenslangen Verbot öffentlicher Ämter. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, sollte eine der beiden Seiten Berufung einlegen. Es wird erwartet, dass Berlusconis Anwälte das Urteil anfechten. Ihr Mandant hatte sich als völlig unschuldig bezeichnet. Definitiv wird die Verurteilung erst in dritter Instanz.

In diesem Prozess wird im Herbst das definitive Urteil in dritter Instanz erwartet. Sollte der Politiker und Medienmogul verurteilt werden, könnte dies auch die italienische Regierung in einige Bedrängnis bringen. Berlusconi, der immer wieder im Visier der Justiz steht, ist mit seiner PdL-Partei (Volk der Freiheit) ein wichtiger Partner in der großen Koalition von Ministerpräsident Enrico Letta.

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Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von sechs Jahren gefordert. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Es ist der zweite Schuldspruch gegen Berlusconi innerhalb weniger Wochen. Bereits im Mai war er wegen Steuerbetrugs verurteilt worden.

Durch mehrere Anträge Berlusconis hatte sich der Prozess über mehr als zwei Jahre hingezogen. Nach rund 50 Verhandlungstagen, an denen weder Berlusconi noch „Ruby“ aussagten, fiel nun das Urteil in erster Instanz. Der Ex-Regierungschef, der sich selbst als Opfer der Justiz sieht, verfolgte die Entscheidung in seiner Villa bei Mailand. Der „Ruby“-Prozess habe sein internationales Ansehen beschädigt, hatte der 76-Jährige zuvor beklagt. Die angeblichen „Bunga-Bunga“-Feste seien nur „elegante Abendessen“ gewesen..

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Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Berlusconi bei den angeblich wilden „Bunga-Bunga“-Nächten in seiner Villa Arcore bei Mailand mit der minderjährigen Marokkanerin „Ruby“ Sex gegen Geld hatte. Berlusconi und die Tänzerin hatten das stets bestritten. Auch des Amtsmissbrauchs befand das Gericht Berlusconi für schuldig. Der damalige Ministerpräsident soll mit Anrufen bei der Polizei nach einer Festnahme „Rubys“ im Mai 2010 ihre Freilassung erwirkt haben. Die „Ruby“ genannte Marokkanerin Karima El Mahroug hatte in einem Nebenprozess ausgesagt, sie könne sich nicht mehr genau an die Feste erinnern. Die heute 20-Jährige hatte aber zugegeben, bei mehreren Festen in Berlusconis Villa Gast gewesen zu sein und Geld von dem Politiker erhalten zu haben. Junge Frauen hätten als Nonnen oder als US-Präsident Barack Obama verkleidet für Berlusconi getanzt.

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