Schengen-Staaten: Leichtere Vergabe von Visa soll Geschäftsleute und Touristen anlocken

Schengen-Staaten: Leichtere Vergabe von Visa soll Geschäftsleute und Touristen anlocken

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Eine einfachere Visa-Vergabe soll der europäischen Wirtschaft einen Schub geben.

Europa will Geschäftsleute und Wissenschaftler anlocken - mit einer unkomplizierteren Visumvergabe. Auch Künstler und Touristen aus nicht-europäischen Staaten sollen davon profitieren. Mehr Besucher könnten die Kassen von Hotels und Geschäften klingeln lassen.

Bürger aus Ländern außerhalb der EU sollen künftig leichter mit einem Visum in die Europäische Union einreisen und länger bleiben können. Damit will die EU Fachkräfte und Geschäftsleute anlocken, aber auch Studenten, Künstlern und Touristen das Reisen quer durch Europa erleichtern. Einen entsprechenden Vorschlag zu einer unkomplizierteren Visumvergabe für die Schengen-Staaten hat die Kommission am Dienstag in Brüssel vorgestellt.

Mehr Besucher sollen der europäischen Wirtschaft einen Schub geben. Die EU-Behörde rechnet mit rund 130 Milliarden Euro Mehreinnahmen für Hotels, Restaurants und Geschäfte sowie 1,3 Millionen neuen Jobs in der Tourismusbranche. „Die Vorschläge sind gut für Wachstum und Beschäftigung“, sagte EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström.

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Das Europaparlament und die EU-Staaten müssen dem Vorschlag noch zustimmen, damit er Gesetzeskraft erhält. Dieser Prozess kann erst im Herbst nach den Europawahlen beginnen.

Konkret sollen die Behörden Visa-Anträge künftig schneller bearbeiten und bereits nach 10 statt bislang 15 Tagen darüber entscheiden. Anträge sollen auch online und in Konsulaten anderer EU-Staaten möglich sein. Wer häufig in die EU reist, kann Mehrfachvisa bekommen, die drei Jahre gültig sind. Bei Großveranstaltungen wie etwa der Weltausstellung Expo 2015 in Mailand könnten die Staaten Visa-Erleichterungen vorsehen. Neu ist ein geplantes Rundreise-Visum, mit dem sich ein Reisender ein Jahr lang im Schengen-Raum aufhalten darf, wobei er in einem Staat maximal 90 Tage innerhalb eines halben Jahres bleiben kann.

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Seit Jahren nehmen die Visa-Anträge kontinuierlich zu. So stieg die Zahl von 10,2 Millionen im Jahr 2009 auf 17,2 Millionen im Jahr 2013. Mit Abstand am häufigsten beantragen Reisende aus Russland ein Visum für Europa. 2012 kam Russland auf mehr als 6 Millionen Visa für den Schengen-Raum. Auf Platz zwei lag die Ukraine (1,3 Millionen Visa) und China mit 1,2 Millionen. Die meisten Schengen-Visa wurden in Frankreich ausgestellt (2,1 Millionen); Deutschland belegte Platz zwei (1,7 Millionen), gefolgt von Spanien.

Die EU-Kommission wies Kritik zurück, eine leichtere Visa-Vergabe leiste der Kriminalität Vorschub. „Wir sorgen an unseren Grenzen weiter für ein hohes Maß an Sicherheit“, sagte Malmström.

Seit 1985 haben die Schengen-Staaten nach und nach die Schlagbäume an ihren Grenzen abgeschafft. Inzwischen gehören 26 Staaten dazu, 22 EU-Länder sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz. Bürger aus Staaten, die nicht dem Schengen-Raum angehören, benötigen zur Einreise ein Visum.

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