Schicksalswahl: Konservative feiern Wahlsieg in Griechenland

Schicksalswahl: Konservative feiern Wahlsieg in Griechenland

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Alexis Tsipras und sein linksradikales "Syriza"-Bündnis haben noch einmal Stimmen dazugewonnen. Laut ersten Wählerbefragungen liegt Tsipras aber knapp hinter seinem Gegenspieler Antonis Samaras von der konservativen "Nea Dimokratia".

von Tim Rahmann

Antonis Samaras liegt laut erster Hochrechnung bei den Parlamentswahlen denkbar knapp vor den Linksradikalen um Alexis Tsipras. Reicht das, um eine pro-europäische Regierung zu bilden?

Bei der Parlamentswahl in Griechenland liegt die konservative "Nea Dimokratia" (ND) laut erster Hochrechnung 2,4 Prozentpunkte vor dem linksradikalen "Syriza"-Bündnis. Die ND kommt demnach 29,5 Prozent der Stimmen, Syriza auf 27,1 Prozent.

Der erste Platz ist ein wesentlicher Vorteil bei der Regierungsbildung, da dieser 50 Bonusmandate im 300-köpfigen Parlament in Athen bringt. Der Nachwahlbefragung zufolge kann die ND auf 127 der 300 Sitze im Parlament in Athen hoffen. Mit der sozialisten "Pasok" vom ehemaligen Finanzminister Evanglos Venizelos, die auf zehn bis zwölf Prozent der Stimmen kommt, könnten die Konservaticen eine Mehrheit bilden.

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Die Wahl zeigt dennoch: Griechenland ist tief gespalten. Angesichts der drohenden Pleite des Landes sind die Bürger verunsichert, das linksradikale "Syriza-Bündnis" hat im Vergleich zur Wahl am 6. Mai noch einmal deutlich an Wählerzulauf gewonnen. Und das trotz aller Warnungen aus dem In- und Ausland, die Wahl werde auch als Abstimmung über den Euro gewertet.

Anders als Tsipras wollen die Konservativen das Sparpaket mit den internationalen Geldgebern nicht per se infrage stellen. Teile davon neu verhandeln wollen sie aber schon.

"Wird die Neue Demokratie stärkste Partei, kann sie vermutlich mit der Pasok eine stabile Regierung bilden. Das wäre die Regierung, die Europa braucht, mit der Europa verhandeln kann", sagt Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank. Ausgestanden wäre die Krise damit natürlich nicht. Aber Griechenland würde dann wohl mehr Zeit dafür bekommen, seine Sparmaßnahmen umzusetzen. Damit würde man das Thema Griechenland wieder in den Griff bekommen können - zumindest für einige Zeit."

Wichtige Parlamentsentscheidung Ende Juni

Schon Ende Juni steht im neuen Parlament in Athen die nächste Entscheidung über Einsparungen im griechischen Haushalt in Höhe von knapp 11,5 Milliarden Euro an. Für die internationalen Geldgeber ist die Zustimmung zum Sparpaket eine zentrale Voraussetzung für die Auszahlung der nächsten Kredittranche. Die einfache Formel aus Brüssel lautete bisher: Ohne Reformen gibt es kein Geld. Selbst, wenn die Griechen daraufhin zahlungsunfähig sind und den Euro-Raum verlassen müssen. (mit Reuters)

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