Schifffahrt: Deutsche Reeder wollen unter rumänischer Flagge fahren

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Viele Schiffe wollen unter rumänischer Flagge fahren

von Hermann J. Olbermann

Rumänien will Schifffahrtsnation werden – mithilfe deutscher Reeder.

An diesem Montag eröffnet in Hamburg die Romanian International Flag Administration (Rifa). Im Auftrag der rumänischen Regierung registriert und überwacht die private Agentur die Handelsschiffe, die unter rumänischer Flagge fahren wollen – und das sind überraschend viele. „Wir haben schon 300 schriftliche Zusagen“, sagt Albrecht Gundermann.

Der Hamburger Jurist und Schifffahrtsexperte kennt sich aus im Flaggengeschäft. Er hat bereits das Deutschland-Büro für Liberias Schifffahrtsregister gegründet und ebenfalls als private Agentur geführt. Von dort kommt im Januar 2013 auch der Nautiker Jörg Molzahn. Er ist wie Grundmann Gesellschafter des Rumänien-Büros.

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Die Reederei Peter Döhle will binnen der nächsten zwei Jahre mehr als 100 Schiffe nach Rumänien umflaggen. Auch Wettbewerber Leonhardt & Blumberg findet „die rumänische Flagge attraktiv“, wie Managing Director Frank Leonhardt sagt. „Wir haben die generelle Absicht, Schiffe unter dieser Flagge fahren zu lassen.“ Derzeit verfügt Leonhardt & Blumberg über 55 Schiffe, registriert sind sie in Deutschland, Liberia, Malta oder Gibraltar.

Doch für viele deutsche Reeder ist Rumänien lohnender als Liberia, das klassische Fluchtland für Ausflagger. Denn europäische Reeder müssen 60 Prozent ihrer Flotte unter der Flagge eines EU-Landes fahren lassen, wenn sie von den Steuervorteilen profitieren wollen, die die EU für die Branche genehmigt hat.

Zahlreiche Reedereien haben deshalb die Flagge von Malta oder Zypern aufziehen lassen. Doch Rumänien bietet mehr Vorteile. „Bei anderen Ländern müssen wir zu endlos vielen Behörden, hier bekommen wir alles aus einer Hand“, sagt Döhle-Geschäftsführer Wulfert Kirst. Und das rund um die Uhr. Rifa will Tag und Nacht öffnen.

Die Rechtsabteilung der Rumänien-Agentur leitet ausgerechnet Jan-Thiess Heitmann, langjähriger Jurist des Verbandes Deutscher Reeder. Der versprach der Bundesregierung mehrmals, alles zu tun, um die Reeder für die deutsche Flagge zu begeistern. Erst Anfang des Monats appellierte Staatssekretär Hans-Joachim Otto erneut an die Reeder, „bald deutlich mehr Schiffe unter deutsche Flagge zu bringen“ (WirtschaftsWoche 49/2012). Derzeit haben von 3762 Schiffen, die in deutscher Hand sind, nur 492 Schwarz-Rot-Gold gehisst, 79 weniger als vor einem Jahr.

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