"Schoggi-Gesetz": Exportsubventionen für Schweizer Schokolade fallen

"Schoggi-Gesetz": Exportsubventionen für Schweizer Schokolade fallen

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Kleine Tafeln mit Schokolade und der Schweizer Nationalflagge

Die berühmte Schokolade lässt sich in der teuren Schweiz nicht preiswert herstellen. Für den Export subventioniert die Regierung die Leckerei – aber nicht mehr lange.

Schweizer Schokolade wird für die Weltmärkte bald nicht mehr staatlich subventioniert. Die Schweiz muss einen Beschluss der Welthandelsorganisation (WTO) gegen Exportsubventionen umsetzen. Das sogenannte „Schoggi-Gesetz“ soll bis Ende 2018 fallen. Damit die Delikatesse im Ausland nicht unbezahlbar wird, sorgt die Regierung dafür, dass die Hersteller künftig günstiger an Rohstoffe wie Milch kommen. „Wenn alles so funktioniert wie geplant, gehe ich nicht davon aus, dass die Schokoladenpreise steigen“, sagte Urs Furrer, Präsident des Schokoladenverband Chocosuisse, der Deutschen-Presse-Agentur.

Die beliebtesten Schokolademarken Deutschlands

  • Platz 10

    Sarotti

    Die Schokomarke mit dem Mohr hat ihre Wurzeln in Berlin, doch kommt heute aus dem Hause Stollwerck und wird in Köln produziert.

    Umfrage: Ifak Institut, Ipsos, GfK Media and Communication Research 2016

  • Platz 9

    Toblerone

    Die dreieckige Schokolade aus der Schweiz ist auch hierzulande ein Verkaufshit. Die Schokomarke gehört dem Lebensmittelmulti Mondelēz, der auch Milka produziert.

  • Platz 8

    Trumpf/Schogetten

    In Aachen begann die Erfolgsgeschichte der vorportionierten Tafeln. Mittlerweile gehört die Schokoladenmarke zur Krüger-Gruppe und wird auch in den großen Discountern vertrieben.

  • Platz 7

    Kinderschokolade

    „Mit der Extra-Portion Milch“ wirbt der Hersteller Ferrero für seine süßen Tafeln. Dabei bleibt die Hauptzutat natürlich Zucker.

  • Platz 6

    Alpia

    Auch die rosa Schokomarke kommt aus dem Hause Stollwerck und soll vor allem preisbewusste Kunden ansprechen.

  • Platz 5

    Merci

    Das schokoladige Dankeschön in Form kleiner Schokoriegel aus dem Hause Storck ist in Deutschland weiterhin gefragt. Inzwischen wird es in 70 Ländern weltweit vertrieben.

  • Platz 4

    Yogurette

    „Jung, Schwung, Stimmung“. Die Schokoriegel mit Erdbeer-Joghurt-Geschmack haben mittlerweile viele saisonabhängige Ableger.

  • Platz 3

    Lindt

    Der internationale Schokokonzern aus der Schweiz genießt auch in Deutschland einen guten Ruf - von Schokohasen bis Pralines.

  • Platz 2

    Ritter Sport

    Zuletzt machte der Mittelständler aus Waldenbuch durch einen Streit mit der Stiftung Warentest von sich reden. Der Beliebtheit tut das keinen Abbruch.

  • Platz 1

    Milka

    Der lila Riese dominiert die deutsche Schokobranche. Mittlerweile wird die Marke auch auf etlichen anderen Produkten vermarktet.

Die Deutschen reagieren besonders empfindlich auf hohe Schokoladenpreise. Wegen des starken Schweizer Franken brach das Geschäft 2015 und 2016 ein. In diesem Jahr zog es wieder an: Von Januar bis Oktober wurden gut 16.000 Tonnen geliefert, ein Plus von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Wertmäßig bedeutete das einen Zuwachs von 11 Prozent auf gut 114 Millionen Franken (rund 100 Millionen Euro), wie Furrer sagt.

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Die Schweiz schützt die teure heimische Landwirtschaft durch hohe Importzölle etwa auf ausländische Rohstoffe wie Milch oder Getreide. Der Preis ist in der Schweiz teils mehr als doppelt so hoch. Damit aber Schokolade und andere Süßigkeiten international wettbewerbsfähig bleiben, wurden sie für den Export bislang subventioniert, mit etwa 95 Millionen Franken im Jahr. Das verbietet die WTO nun.

Kinderarbeit für Schokolade "Ich kann nicht mal meinen Namen schreiben"

Schokolade in Deutschland kommt meist aus Westafrika. Trotz Verbot und Engagement ist Kinderarbeit dort noch immer die Regel. Auch, weil Schokohersteller bei der Umsetzung der Initiativen knausern.

Kakao Quelle: dpa

Die Regierung will die Verordnungen nun so ändern, dass Schokoladen- und Süßigkeitenhersteller Rohstoffe wie Milch und Getreide zollfrei im Ausland einkaufen können, wenn sie die daraus produzierten Waren exportieren. Gleichzeitig werden die Schweizer Bauern mit Direktzahlungen unterstützt, damit sie die Preise für die eigene Produktion senken können. „Wenn seitens der Landwirtschaft kein wettbewerbsfähiges Angebot gemacht wird, schneidet sie sich ins eigene Fleisch“, sagt Furrer. Dann importierten Schokohersteller mehr aus dem Ausland.

„Für uns wäre es besser, wenn die Schweizer Schutzzölle ganz abgeschafft würden“, sagt Furrer. Dagegen wehren sich aber die Landwirtschaftsverbände und auch die Regierung.

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