Schuldenkrise: Deutsche Manager zweifeln am Euro

Schuldenkrise: Deutsche Manager zweifeln am Euro

Das Gros der Unternehmer in Deutschland verliert das Vertrauen in die Währungsunion. Das ist das Ergebnis einer Umfrage. Mehr als ein Drittel der Befragten fordert eine Verkleinerung der Eurozone – unter Dax-Chefs ist das ein Tabu.

Die Abwärtsspirale in Griechenland und die sich andeutende Banken- und Finanzkrise in Spanien und Italien sorgen zunehmend für Verunsicherung in den Vorstandsetagen der deutschen wie der internationalen Wirtschaft. 38 Prozent der deutschen Manager haben daher bereits den Glauben an die Eurozone im aktuellen Umfang verloren und votieren für eine Verkleinerung bzw. Abspaltung einer Kern-Eurozone aus Mitgliedsländern mit Spitzenbonität. Ein Triple-A-Rating können nur noch vier Länder im Euro-Raum vorweisen: Finnland, Luxemburg, die Niederlande und Deutschland. Eine Stufe darunter rangieren unter anderem Frankreich und Österreich.

Weitere drei Prozent der Befragten plädieren sogar für die Abschaffung der Gemeinschaftswährung. Das sind die zentralen Ergebnisse der Studie „Revitalising the European Dream“. Für diese hat die internationale Strategieberatung Booz & Company zusammen mit der Business School Insead knapp 2000 Manager der weltweit führenden Unternehmen – darunter 260 aus Deutschland – nach ihrer Einschätzung der aktuellen wirtschaftspolitischen Situation in Europa und möglichen Wegen aus der Währungs- und Finanzkrise befragt.

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Dax-Chefs sind anderer Meinung

Das Gros der Manager stellt sich damit gegen die Dax-Chefs. Denn in den Vorstandsetagen der 30 größten deutschen Konzerne herrscht traute Einigkeit, dass die Wirtschaft von der Gemeinschaftswährung profitiert. Je größter und exportabhängiger ein Unternehmen, desto kompromissloser verteidigt der Chef den Euro. "Es gibt keine Alternative zum Euro. Deutschland profitiert derart von der Währungsunion, dass wir alles tun müssen, die Gemeinschaftswährung stark zu machen", sagt etwa Audi-Chef Rupert Stadler.

Dass im Mittelstand eine andere Meinung herrscht, macht etwa der Verband "Die Familienunternehmer" deutlich. Deren Präsident Lutz Goebel sagt etwa zu einem möglichen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone: "Ein Ende mit Scheck ist besser als Schecks ohne Ende."

Die Sorgen um die politische und wirtschaftliche Situation des Wirtschaftsraums ist groß, zu diesem Ergebnis kommt auch die Umfrage von Booz & Company. Demnach zeigt sich jeder zweite hochrangige Entscheider besorgt um die Lage in Europa. Die Außenperspektive ist deutlich negativer: In Nordamerika zeigen sich bereits 65 Prozent der Wirtschaftslenker besorgt über das Krisenszenario in der alten Welt – in Südamerika sogar 83 Prozent. Abhilfe erhofft sich eine große Mehrheit durch die Souveränität der EU in finanzpolitischen Fragen. Drei von vier der deutschen Konzernlenker (74 Prozent) möchten Fragen der Währungspolitik vorzugsweise auf europäischer und nicht auf nationaler Ebene geregelt wissen. Nur 17 Prozent sprechen sich für eine nationale Entscheidungshoheit auf diesem Gebiet aus.

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