Schuldenkrise: Die Ewige Krise

Schuldenkrise: Die Ewige Krise

von Malte Fischer

Die Finanzkrise steht vor ihrer nächsten Phase: nach den USA und Europa trifft es nun die Schwellenländer.

Wer geglaubt hat, mit dem sich abzeichnenden Konjunkturaufschwung in den USA und Europa sei die Finanzkrise überwunden, hat sich getäuscht. In den vergangenen Wochen erschütterten heftige Kursverluste an den Börsen der Schwellenländer die globalen Finanzmärkte. Getrieben von der Aussicht auf höhere Zinsen in den USA, zogen Investoren ihr Geld aus der Türkei, Brasilien, Südafrika, Indien und anderen aufstrebenden Märkten ab, um es in Nordamerika anzulegen. Die WirtschaftsWoche hat früh vor einer Krise in den Schwellenländern gewarnt sowie die Rolle der Geldpolitik der US-Notenbank dabei analysiert.

Schwellenländer-Börsen Wann platzt die Blase in den Schwellenländern?

Mit ihrer lockeren Geldpolitik hat die US-Notenbank eine Kreditblase in den Emerging Markets befeuert, die Börsen profitierten. Nun endet der Boom, Immobilien- und Bankenkrisen drohen.

Auch Brasilien hat ein hohes Leistungsbilanzdefizit. Strafft die USA ihre Geldpolitik, könnte das dramatische Folgen für den Real haben. Quelle: dpa

Anders als manche Beobachter haben wir argumentiert, dass die Turbulenzen in den Schwellenländern weniger in länderspezifischen Problemen begründet, sondern in erster Linie Folge der ultralockeren Geldpolitik der Notenbanken in den Industrieländern sind. Diese haben eine in der Wirtschaftsgeschichte beispiellose Liquiditätsschwemme erzeugt. Statt in Kredite im Inland ist die Liquidität jedoch an die Börsen der Schwellenländer geflossen, die mit hohen Renditen lockten. Gigantische Kursblasen und ein inflationärer Wirtschaftsboom waren die Folgen.

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Kenneth Rogoff "Eine Reichensteuer würde helfen"

Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff warnt: Die Euro-Krise ist noch nicht vorüber. Um die Wende zu schaffen, müsse man nun über unpopuläre Maßnahmen nachdenken – etwa über Schuldenschnitte oder eine Vermögensabgabe.

Kenneth Rogoff: "Eine Reichensteuer würde helfen"

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Nun lässt die von der US-Notenbank eingeleitete Wende in der Geldpolitik die Blasen platzen. Um das Kapital im Inland zu halten und die Talfahrt ihrer Währungen zu stoppen, haben die Notenbanken der Schwellenländer die Leitzinsen drastisch erhöht. Die türkische Notenbank hat ihren Leitzins in der vergangenen Woche sogar auf zehn Prozent verdoppelt. Hässliche Bremsspuren in der Konjunktur werden die Folge sein. Als Wachstumslokomotive für die Welt fallen die Schwellenländer vorerst aus.

Nach den USA und Europa sind sie das dritte Opfer der Finanzkrise. Diese könnte sogar bald wieder auf die Industrieländer zurückschlagen. Denn die abwertenden Schwellenländerwährungen verbilligen die Einfuhren Europas und der USA. Das drückt die Inflationsraten nach unten und könnte die Notenbanken veranlassen, die Leitzinsen länger niedrig zu lassen als erwartet. Neuerliche Boom-Bust-Zyklen mit gefährlichen Preisblasen wären die Konsequenzen.

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