Schuldenkrise: Euro-Austritt Griechenlands kostet Deutschland 77 Milliarden Euro

exklusivSchuldenkrise: Euro-Austritt Griechenlands kostet Deutschland 77 Milliarden Euro

von Malte Fischer

Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone, verbunden mit der Einstellung des Schuldendienstes, würde die Euro-Länder 276 Milliarden Euro kosten.

Nach Berechnungen der WirtschaftsWoche müsste allein Deutschland Ausfälle von 76,6 Milliarden Euro verkraften. Diese Summe ergibt sich aus bilateralen Hilfskrediten, dem Haftungsanteil Deutschlands an Krediten des Rettungsfonds EFSF, dem deutschen Anteil an Verlusten der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie den deutschen Haftungsanteilen an den Hilfskrediten des Internationalen Währungsfonds (IWF).

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15,1 Milliarden Euro müsste Deutschland allein aus den bereits vergebenen bilateralen Krediten abschreiben, die Bestandteil des im Mai 2010 beschlossenen ersten Rettungspakets gewesen sind. 20 Milliarden Euro blieben an Deutschland als Haftungssumme aus dem zweiten Rettungspaket durch EFSF und IWF hängen. Hinzu kämen 12,1 Milliarden Euro Verlustanteil der Bundesbank aus griechischen Staatsanleihen, die die EZB gekauft hat und die diese bei einem Staatsbankrott Griechenlands abschreiben müsste. Auf weitere 28,1 Milliarden Euro beliefe sich Anteil der Bundesbank an den Verlusten aus den so genannten Target-Forderungen der EZB gegen Griechenland.

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Gleichwohl wäre der Austritt Griechenlands nach Ansicht der Ökonomen der Commerzbank finanziell zu bewältigen. So lägen die Verluste der Bundesbank in einer Größenordnung, die die Währungshüter über mehrjährige Verlustvorträge auffangen könnten. Um die bilanziellen Belastungen zu verringern, könnte die EZB den Griechen die Target-Verbindlichkeiten zunächst stunden.

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10 Kommentare zu Schuldenkrise: Euro-Austritt Griechenlands kostet Deutschland 77 Milliarden Euro

  • 77 Milliarden kostet Deutschland der Austritt Griechenlands.
    Was kostet es Deutschland, wenn Griechenland NICHT austritt? Wenn Portugal, Spanien, Italien und einige andere Länder mehr das gleiche Recht wie Greichenland auf Schuldenschnitt und noch mehr Geld einfordern??? Dann sind 77 Milliarden ein echtes Schnäppchen!

  • Würden Politik und Volkswirtschaftslehre endlich einmal abkommen von ihrer mittelalterlichen Kameralistik und moderne Buchhaltungs- und Bilanzierungssysteme einführen, hätte endlich das volkswirtschaftliche Theorie- und Politgeschwafel ein Ende. Bei wirtschaftlicer Rechnungslegung, wie sie ein Kaufmann erstellt, würde der Bundesbürger schnell erkennen, daß auch Deutschland dem wirtschaftlichen Euro-Kollaps entgegen torgelt. Finanzminister und Bundesbank-Präsident hätten schon längst entsprechend dem Impairment-Prinzip ihre "Wert"papiere bzw. Schuldscheine der PIIGS-Länder deutlich (gegen null im Fall Griechenland) abschreiben müssen. Dann würde die Öffentlichkeit auch das wahre Ausmaß der Fehlentwicklung anhand von harten Zahlen schnell klar werden und das Theoretisieren auf niedrigem Niveau der volkswirtschaftlichen Hauptdarsteller hätte ein schnelles Ende gefunden. Es würde vor allem deutlich werden, welch schlechtes "Geschäft" der "Euro" ist: Der deutsche Bürger zahlt nämlich die Exporterfolge der Industrie über verschiedene Tranmissionen selbst, ohne die Güter nutzen zu können. Ohne vernünftige und vollständige (!) Buchhaltung ist leicht dies zu verschleiern. Aber für Volkswirte gilt: Buchhaltung und Statistik ist nicht sexy. Theoretisieren über irrelevante Tatbestände ist viel interessanter und man wird als Volkswirt und Politiker in alle möglichen Talk-Shows eingeladen und kann seinem Schauspiel-Talent voll nachgehen.

  • Da stimm ich Profit zu 100% zu.

    Man stelle sich mal vor Deutschland würde das Geld das es im Ausland versenkt, im Inland investieren... Nie wieder Rezessionen, noch weniger Arbeitslose, bezahlbare Kita-Plätze usw.

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