Quelle: dpaKampf gegen die Staatsschulden
Großbritannien 1940 - 2011
Ende der 1940er Jahre stiegt der Schuldenstand auf über 200 Prozent vom britischen Bruttoinlandsprodukt. Winston Churchill bat die britischen Sparer zur Kasse: Für Staatspapiere erhielten sie Zinsen unterhalb der Inflationsrate.
Großbritannien 1940 - 2011
So klappte die Entschuldung. Der aktuelle Premier David Cameron folgt dem historischen Beispiel.
Quelle: APUSA 1940 - 2011
Unter Präsident Harry S. Truman (1945–1953) erlebten die Amerikaner einen Boom...

USA 1940-2011
...und spürten die Entschuldung auf Kosten der Sparer nicht. Die Staatsschulden waren zuvor auf über 120% des BIP angewachsen.
Quelle: dpaDeutschland 1950-2050
Bundeskanzlerin Angela Merkel will sparen. Doch bloße Haushaltsdisziplin – so die Politik die Kraft dazu aufbringt – wird nicht reichen...

Deutschland 1950-2050
...um den wachsenden Schuldenberg zeitnah abzutragen.
Kampf gegen die Staatsschulden
Großbritannien 1940 - 2011
Ende der 1940er Jahre stiegt der Schuldenstand auf über 200 Prozent vom britischen Bruttoinlandsprodukt. Winston Churchill bat die britischen Sparer zur Kasse: Für Staatspapiere erhielten sie Zinsen unterhalb der Inflationsrate.
Paul Krugman, 58-jähriger US-Starökonom und Nobelpreisträger, gibt sich modern: Er pflegt eine Facebook-Fanseite, bloggt regelmäßig bei Twitter und im Online-Portal der „New York Times“. Da überrascht eine Eigenschaft, die man eher von Ewiggestrigen kennt. Er redet sich die Vergangenheit schön: „Das Amerika der Nachkriegszeit war enorm erfolgreich. Warum denken wir so schlecht darüber?“
Das Amerika der Nachkriegszeit – das war vor allem die Zeit eines gewaltigen Booms, der dem zeitgleichen westdeutschen Wirtschaftswunder kaum nachstand: Von 1946 bis 1973 wuchs die Wirtschaft der USA jährlich um durchschnittlich 3,8 Prozent, die steigenden Einkommen ermöglichten vor allem der amerikanischen Mittelschicht einen wirtschaftlichen Aufstieg wie niemals zuvor oder danach: Eigenheime und Autos, Farbfernseher und elektrische Küchengeräte wurden zu Selbstverständlichkeiten des amerikanischen Traums. So weit klingt Krugmans Bemerkung plausibel.
Wie von Zauberhand
Doch da gab es noch ein anderes Phänomen. Das hängt mit der US-Staatsverschuldung zusammen, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf erschreckende 116 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) gestiegen war. Ohne Zweifel haben die Jahre des starken Wachstums Amerika dabei geholfen, diesen gigantischen Schuldenberg abzutragen. Doch die amerikanischen Ökonominnen Carmen Reinhart vom Peterson Institute for International Economics und Belen Sbrancia von der University of Maryland haben noch eine andere Erklärung für die wundersame Gesundung der Staatsfinanzen gefunden: die systematische Enteignung der Sparer durch den Staat.
Dazu kommt es, wenn die Zinsen, zu denen sich der Staat von seinen Bürgern Geld leiht, niedriger sind als die Inflation. Ökonomen sprechen dann von einem negativen Realzins. Den Prozess der Enteignung nennen sie finanzielle Repression. Die Amerikaner der Nachkriegszeit wähnten sich so glücklich, dass es ihnen gar nicht auffiel, dass ihr gespartes Vermögen real an Wert verlor. Es ging ihnen wie dem Helden im Märchen „Hans im Glück“ der Gebrüder Grimm: Mit jedem neuen Tausch ist Hans hochzufrieden, ohne zu merken, dass aus einem Goldklumpen am Ende zwei Steine geworden sind. Tatsächlich reduzierte die finanzielle Repression den Schuldenstand in den USA – ebenso wie zur gleichen Zeit in Großbritannien – um drei bis vier Prozent des BIPs pro Jahr.













