Schuldenkrise: EZB-Politik zehrt die Gewinne der Bundesbank auf

Schuldenkrise: EZB-Politik zehrt die Gewinne der Bundesbank auf

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Der Präsident der Bundesbank, Jens Weidmann, hat keine gute Nachrichten für Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble.

Der Gewinn der Bundesbank schrumpft unter Jens Weidmann auf 643 Millionen Euro - den niedrigsten Wert seit neun Jahren. Schuld ist vor allem die riskante Krisenpolitik von EZB-Chef Mario Draghi.

Die Angst vor einem Zerbrechen der Währungsunion frisst den Gewinn der Deutschen Bundesbank. Im vergangenen Jahr machte die deutsche Zentralbank nur ein Plus von 643 Millionen Euro, wie sie am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilte. „Der Grund für den Rückgang des Gewinnes findet sich vor allem in der Erhöhung der Risikovorsorge“, sagte Bundesbankpräsident Jens Weidmann. Die Rückstellungen für Risiken seien um 4,1 Milliarden auf 7,7 Milliarden Euro erhöht worden.

Der stark gesunkene Bundesbank-Gewinn reißt in den Bundeshaushalt ein Loch. Der Bund muss eine Finanzierungslücke von über 1,8 Milliarden Euro ausgleichen. Denn: Finanzminister Wolfgang Schäuble hatte ursprünglich eine Bundesbank-Ausschüttung von 2,5 Milliarden Euro veranschlagt. Für 2010 hatte die Bundesbank noch 2,2 Milliarden Euro Gewinn ausgewiesen, der in voller Höhe an den Bund abgeführt wurde. Im Krisenjahr 2009 war der Überschuss mit 4,1 Milliarden Euro sogar fast doppelt so hoch.

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Rückstellungen zehren die Gewinne auf

Grund für den erneuten Gewinnrückgang sind die Risiken, die die Europäische Zentralbank (EZB) durch den Kauf von Staatsanleihen der Pleiteländer im Zuge der Schuldenkrise eingegangen ist. Dadurch mussten die Wagnis-Rückstellungen auch bei der Bundesbank aufgestockt werden. Die Notenbanken sichern sich durch diese gegen eventuelle Ausfälle ab. Der Nachteil: Sie zehren in der Bilanz die Gewinne auf.

„Die Risiken in den Bilanzen der Notenbanken haben tendenziell zugenommen. Und das betrifft nicht nur die Griechenland-Anleihen, sondern die ganzen geldpolitischen Sondermaßnahmen im Zuge der Krise“, sagte Weidmann bereits Ende Februar dem „Spiegel“. Es sei keineswegs sicher, dass mit Anleihen aus Krisenstaaten wie Griechenland, die unter dem Rückzahlungskurs angekauft wurden, ein Plus zu machen sei. Die Debatte über das Weitergeben möglicher Gewinne an die Staaten sei eine Milchmädchen-Rechnung.

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