Schuldenkrise: EZB wird Leitzins senken

Schuldenkrise: EZB wird Leitzins senken

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Negativere Einschätzung des Wachstums und die geringere Inflationserwartung der EZB sorgen für eine erneute Zinssenkung.

von Anne Kunz

EZB-Präsident Mario Draghi wird an diesem Donnerstag abermals den Leitzins senken. Doch das wird nicht reichen: Er wird die Krisenhilfen deutlich ausweiten müssen.

Die Zinssenkung ist ausgemacht: 50 der 73 von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Bankenanalysten erwarten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) 0,25 Prozentpunkte auf 1 Prozent runtergeht. Auch die Terminsätze für Leihgeschäfte zwischen Banken signalisieren, dass auf dem Geldmarkt erwartet wird, dass Draghi den Leitzins mindestens auf 1 Prozent senken wird, mit einer geringen Wahrscheinlichkeit sogar auf 0,75 Prozent. Die Analysten von Morgan Stanley schreiben: „Wir würden es nicht ausschließen, dass die EZB den Zins unter 1,0 Prozent senkt.“

Doch das wird nicht die letzte Zinssenkung sein. EZB-Präsident Draghi wird die Tür für einen weiteren Zinsschritt öffnen. Eine Begründung dafür dürften die negativere Einschätzung des Wachstums und die geringere Inflationserwartung der EZB sein. Erwartet wird, dass die Prognose für das Wachstum im kommenden Jahr von 1,3 auf wenig mehr als null gesenkt wird. In diesem Zusammenhang dürfte die Inflationsprognose - noch liegt die Teuerungsrate bei 3 Prozent - für das Jahr 2012 mit 1,7 Prozent unverändert gelassen werden und für 2013 ein Wert von etwa 1,3 Prozent. "Wenn die Prognosen tatsächlich so gesenkt werden sollten", sagt Michael Schubert, EZB-Beobachter der Commerzbank, dann wäre eine Zinssenkung nach den Maßstäben der EZB auch gerechtfertigt.

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