
Die Zinssenkung ist ausgemacht: 50 der 73 von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Bankenanalysten erwarten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) 0,25 Prozentpunkte auf 1 Prozent runtergeht. Auch die Terminsätze für Leihgeschäfte zwischen Banken signalisieren, dass auf dem Geldmarkt erwartet wird, dass Draghi den Leitzins mindestens auf 1 Prozent senken wird, mit einer geringen Wahrscheinlichkeit sogar auf 0,75 Prozent. Die Analysten von Morgan Stanley schreiben: „Wir würden es nicht ausschließen, dass die EZB den Zins unter 1,0 Prozent senkt.“
Quelle: dpaFederal Reserve
Fed-Chef Ben Bernanke begann im November 2008 mit der Quantitativen Lockerung. Sein erstes Kaufprogramm von Anleihen beeindruckte die Märkte. Es hatte ein Volumen von 1,7 Billionen Dollar. Im November 2010 folgte dann ein zweites Programm, das mit 600 Milliarden Dollar deutlich kleiner ausfiel. Die Bilanz der Fed ist durch die bisherigen Ankäufe von 800 Milliarden Dollar auf 2,8 Billionen Dollar gewachsen. Kritik kam lediglich von rechts außen. Viele Ökonomen fordern nun bereits ein drittes Anleihekaufprogramm.
Quelle: REUTERSBank of England
230 Milliarden Euro gab Mervyn King, Chef der Bank of England, bisher für den Kauf von Wertpapieren aus. Die Notenbank holte sich sowohl Staats- und Unternehmensanleihen als auch Geldmarktpapiere ins Portfolio. Kritik gab es kaum, obwohl die Inflation im Vereinigten Königreich bei 5,0 Prozent liegt. Die Notenbank hatte wegen der sich eintrübenden Wachstumsaussichten einen Zinssenkungszyklus gestartet, diesen wegen des zunehmenden Preisdrucks aber unterbrochen. Der Leitzins steht gegenwärtig bei 0,5 Prozent.
Quelle: REUTERSBank of Japan
Vor zehn Jahren hat Nippons Notenbank die Quantitative Lockerung erfunden. Unter dem Eindruck einer tiefen Krise versuchte sie als erste Notenbank bei einem Zinssatz nahe null durch Anleihekäufe die Wirtschaft zusätzlich zu stimulieren. Inzwischen hat sie weitere Programme nachgelegt. Derzeit flutet sie regulär jährlich die japanische Volkswirtschaft mit 194 Milliarden Euro durch den Kauf von Staatsanleihen. Zusätzlich hat sie ein weiteres Programm zuletzt von 450 auf 495 Milliarden Euro erhöht. Inflationsrisiken gibt es in Japan keine.
Quelle: dpaSchweizer Notenbank
Auf 1,20 Franken zum Euro wollen die Eidgenossen seit September dieses Jahres den Wechselkurs ihrer Währung stabilisieren und kündigten an, dies mit aller Konsequenz durchzusetzen. Sie sind dafür bereit, uneingeschränkt Devisen zu kaufen. Ohne die Stützungskäufe würde der Franken aufwerten und die Wirtschaft in die Rezession treiben. Grundsätzlich ist die Feuerkraft einer Notenbank unbegrenzt. Dennoch bezweifeln Ökonomen, ob es der Schweiz bei einer weiteren Eskalation der Euro-Krise gelingt, den Wechselkurs wirksam zu verteidigen.
Federal Reserve
Fed-Chef Ben Bernanke begann im November 2008 mit der Quantitativen Lockerung. Sein erstes Kaufprogramm von Anleihen beeindruckte die Märkte. Es hatte ein Volumen von 1,7 Billionen Dollar. Im November 2010 folgte dann ein zweites Programm, das mit 600 Milliarden Dollar deutlich kleiner ausfiel. Die Bilanz der Fed ist durch die bisherigen Ankäufe von 800 Milliarden Dollar auf 2,8 Billionen Dollar gewachsen. Kritik kam lediglich von rechts außen. Viele Ökonomen fordern nun bereits ein drittes Anleihekaufprogramm.
Doch das wird nicht die letzte Zinssenkung sein. EZB-Präsident Draghi wird die Tür für einen weiteren Zinsschritt öffnen. Eine Begründung dafür dürften die negativere Einschätzung des Wachstums und die geringere Inflationserwartung der EZB sein. Erwartet wird, dass die Prognose für das Wachstum im kommenden Jahr von 1,3 auf wenig mehr als null gesenkt wird. In diesem Zusammenhang dürfte die Inflationsprognose - noch liegt die Teuerungsrate bei 3 Prozent - für das Jahr 2012 mit 1,7 Prozent unverändert gelassen werden und für 2013 ein Wert von etwa 1,3 Prozent. "Wenn die Prognosen tatsächlich so gesenkt werden sollten", sagt Michael Schubert, EZB-Beobachter der Commerzbank, dann wäre eine Zinssenkung nach den Maßstäben der EZB auch gerechtfertigt.













