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Schuldenkrise: EZB wird Leitzins senken

von Anne Kunz

EZB-Präsident Mario Draghi wird an diesem Donnerstag abermals den Leitzins senken. Doch das wird nicht reichen: Er wird die Krisenhilfen deutlich ausweiten müssen.

Negativere Einschätzung des Wachstums und die geringere Inflationserwartung der EZB sorgen für eine erneute Zinssenkung. Quelle: dpa
Negativere Einschätzung des Wachstums und die geringere Inflationserwartung der EZB sorgen für eine erneute Zinssenkung. Quelle: dpa

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Die Zinssenkung ist ausgemacht: 50 der 73 von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Bankenanalysten erwarten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) 0,25 Prozentpunkte auf 1 Prozent runtergeht. Auch die Terminsätze für Leihgeschäfte zwischen Banken signalisieren, dass auf dem Geldmarkt erwartet wird, dass Draghi den Leitzins mindestens auf 1 Prozent senken wird, mit einer geringen Wahrscheinlichkeit sogar auf 0,75 Prozent. Die Analysten von Morgan Stanley schreiben: „Wir würden es nicht ausschließen, dass die EZB den Zins unter 1,0 Prozent senkt.“

Federal Reserve
Fed-Chef Ben Bernanke begann im November 2008 mit der Quantitativen Lockerung. Sein erstes Kaufprogramm von Anleihen beeindruckte die Märkte. Es hatte ein Volumen von 1,7 Billionen Dollar. Im November 2010 folgte dann ein zweites Programm, das mit 600 Milliarden Dollar deutlich kleiner ausfiel. Die Bilanz der Fed ist durch die bisherigen Ankäufe von 800 Milliarden Dollar auf 2,8 Billionen Dollar gewachsen. Kritik kam lediglich von rechts außen. Viele Ökonomen fordern nun bereits ein drittes Anleihekaufprogramm.

Quelle: dpa

Doch das wird nicht die letzte Zinssenkung sein. EZB-Präsident Draghi wird die Tür für einen weiteren Zinsschritt öffnen. Eine Begründung dafür dürften die negativere Einschätzung des Wachstums und die geringere Inflationserwartung der EZB sein. Erwartet wird, dass die Prognose für das Wachstum im kommenden Jahr von 1,3 auf wenig mehr als null gesenkt wird. In diesem Zusammenhang dürfte die Inflationsprognose - noch liegt die Teuerungsrate bei 3 Prozent - für das Jahr 2012 mit 1,7 Prozent unverändert gelassen werden und für 2013 ein Wert von etwa 1,3 Prozent. "Wenn die Prognosen tatsächlich so gesenkt werden sollten", sagt Michael Schubert, EZB-Beobachter der Commerzbank, dann wäre eine Zinssenkung nach den Maßstäben der EZB auch gerechtfertigt.

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