_

Schuldenkrise: Fitch sieht Athen unmittelbar vor Bankrott

von Tim Rahmann

Die Ratingagentur hält einen Zahlungsausfall in naher Zukunft für „sehr wahrscheinlich“. Grund ist ein Gesetz, das Athen wenige Minuten vorher auf den Weg gebracht hat.

Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwuerdigkeit Griechenlands erneut herabgestuft. Quelle: dapd
Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwuerdigkeit Griechenlands erneut herabgestuft. Quelle: dapd

Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit Griechenlands erneut herabgestuft. Die Bonität des Landes wurde „CCC“ auf „C“ gesenkt. Damit liegt die Bonitätsnote nur noch eine Stufe über der offiziellen Feststellung eines Zahlungsausfalls.

Anzeige

„Das Emittentenausfallrating wurde auf C von CCC gesenkt, worin die Einschätzung zum Ausdruck kommt, dass ein Zahlungsausfall in naher Zukunft sehr wahrscheinlich ist“, teilte Fitch mit. Nähere Angaben machte die US-Agentur zunächst nicht.

Doch der Hintergrund ist klar: Auf dem Ecofin-Treffen am Montag verständigten sich die Euro-Finanzminister darauf, dass Athen seinen Gläubigern ein Angebot zur Umschuldung machen sollte, wonach die Banken und Versicherungen auf 107 Milliarden Euro verzichten sollen.

Gesetz zum Zwangs-Schuldenschnitt

Für den Fall, das nicht genügend Gläubiger mitziehen, hat Griechenland nun drastische Vorkehrungen getroffen: Die griechische Regierung hat ein Gesetz für einen möglichen Zwangs-Schuldenschnitt auf den Weg gebracht. Es sieht vor, dass die privaten Gläubiger zum Forderungsverzicht gezwungen werden könnten, falls die Beteiligung am freiwilligen Schuldenschnitt zu niedrig ausfällt. Dies teilte das griechische Parlament parallel zur Fitch-Entscheidung mit.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 22.02.2012, 22:54 UhrAnonymer Benutzer: Glaubemir

    Es gibt nur eine echte Lösung des Problems :

    Alle EU-Länder hauen der Euro in die Tonne und kehren zu ihren
    eigenen Währungen zurück.

  • 22.02.2012, 14:09 UhrAnonymer Benutzer: Wegweiser

    Die Stabilisierung der Eurozone und der unbedingte Wille, Griechenland in dieser Währungsunion, nein, Geldunion zu halten, scheint wohl die absolute Priorität zu haben.

    Wenn man sich diese Entwicklungen seit 2 Jahren genauer anschaut, wird man wohl versuchen, alle Risiken zu monetarisieren, zu sozialisieren und zu vergemeinschaftlichen. Alle berechtigten und ge- und befürchtete Entwicklungen, die zahlreichen Bedenken innerhalb der deutschen Bevölkerung gegen diese Gemeinschaftswährung, nein Gemeinschaftsgeld, sind nunmehr zu fast einhundert Prozent eingetroffen. Verkauft wird es uns weiterhin als ein großer Erfolg, der von Tag zu Tag mit mehr Geld und Schulden erhalten werden muss.

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Alternativen gesucht
Alternativen gesucht

Der Euro wird mit jedem Tag mehr zum Verhängnis für Europa, wirtschaftlich wie politisch. Wann endlich werden...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.