Schuldenkrise: Griechenland bleibt führungslos

Schuldenkrise: Griechenland bleibt führungslos

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Noch immer ist keine Entscheidung über die neue Regierung gefallen.

Die Suche nach einem Nachfolger für Giorgos Papandreou geht weiter. Obwohl die griechische Regierung seit Tagen verhandelt, nannte der amtierende Ministerpräsident auch gestern keine Namen. Heute sollen die Verhandlungen weitergehen.

Eigentlich sollten die Zusammensetzung der Übergangsregierung und der neue Ministerpräsident längst feststehen. Aber in Griechenland geht die Suche weiter. Nachdem Giorgos Papandreou sein Amt freiwillig abgegeben hat, braucht es eine Übergangsregierung. Gestern hätte das Ringen vorbei sein können. Bei der Ansprache Papandreous im staatlichen Fernsehen wurde erwartet, dass er seinen Nachfolger benennt. Allerdings erklärte er nur, die ausgewählte Person sei "besonders institutionell" und sie stärke die "demokratische Institutionen". Wer es nun werden soll, sagte er nicht.

Das sorgt sowohl bei den Griechen als auch bei deren Gläubigern für Unverständnis: "Die Europäer haben die Nase voll von uns. Papandreou und Samaras kapieren nicht, dass sie uns kein Geld mehr geben werden und dass wir zur Drachme zurückkehren werden“, sagte beispielsweise der frühere Finanzminister Stefanos Manos gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. "Solche Probleme verlangen nach Entscheidungen. Aber sie können nichts entscheiden und sie kämpfen wie Hund und Katze."

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Oppositionsführer Antonis Samaras sieht das anders und macht die Sozialisten für das Gezerre verantwortlich. Seine Partei sei "nicht Teil des Problems." Die derzeitige Regierungspartei müsse die Initiative ergreifen und einen neuen Regierungschef vorschlagen.

 

Papademos wieder im Gespräch

Jetzt wollen die Parteispitzen von Sozialisten und Konservativen am Donnerstag um 9.00 Uhr ihre Verhandlungen fortsetzen. Im Gespräch ist offenbar wieder der ehemalige Vizepräsident der Europäischen Zentralbank, Loukas Papademos. Nach Informationen eines Regierungsvertreters sei Papandreou bereit, dessen Bedingungen zu akzeptieren. Papademos hatte zuvor gefordert, dass Sozialisten und Konservative schriftlich bestätigen müssten, das umstrittene Rettungspaket zu unterstützen. Ohne eine solche Erklärung wolle er den Posten nicht annehmen. Damit war der Ökonom vorerst aus dem Rennen.

Nachdem sich Papandreou und Oppositionschef Antonis Samaras nicht auf den sozialistischen Parlamentspräsidenten Filippos Petsalnikos einigen konnten, ist Papademos also wieder im Gespräch. Gegen Petsalnikos Kandidatur spreche, dass sie zu nah an der Politik von Papandreou sei. "Sie signalisiert nicht den Wandel, den das griechische Volk will", sagte ein Vertreter der Sozialisten gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

 

Die neue Regierung soll die Finanzhilfe für Griechenland sichern und muss die Beschlüsse des EU-Gipfels vom 26. Oktober in die Tat umzusetzen. Es geht dabei um das zweite Hilfspaket für Griechenland im Volumen von 130 Milliarden Euro.

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