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Schuldenkrise: Griechenland einigt sich auf Sparpaket

Quelle: Reuters

Die Griechen haben sich scheinbar auf ein Sparprogramm geeinigt. Damit ist der Weg für Finanzhilfen frei.

Seit Tagen warten Politiker und Märkte ungeduldig auf den schon häufiger in Aussicht gestellten erfolgreichen Abschluss der quälenden Verhandlungen über Kernelemente eines umfassenden zweiten Hilfspakets für Griechenland. Was dies so schwierig macht: Es geht zwar um ein großes hehres Ziel: nämlich die erdrückende Schuldenlast von über 350 Milliarden Euro für das überschuldete Land auf längere Sicht wieder tragfähig zu machen. Doch bis das große verwinkelte Hilfsgebäude steht, müssen fünf Baustellen abgearbeitet werden - großteils parallel.

Quelle: dpa

Wenige Stunden vor einer Krisensitzung der Euro-Finanzminister zu Griechenland haben die Spitzenpolitiker des Landes doch noch dem von der EU und dem IWF geforderten Sparprogramm zugestimmt. Dies verlautete am Donnerstag aus Regierungskreisen in Athen. Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, bestätigte das in Frankfurt. „Vor ein paar Minuten habe ich einen Anruf des griechischen Ministerpräsidenten bekommen, der mir sagte, dass eine Einigung erzielt wurde“, sagte er. Einzelheiten nannte der Italiener zunächst nicht. Bei einer Marathonsitzung in der Nacht hatten die Chefs der drei die Übergangsregierung tragenden Parteien bereits 90 Prozent des Sparpakets zugestimmt. Offen waren noch Kürzungen staatlicher Zusatzrenten.

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Finanzminister Evangelos Venizelos hofft nach eigenen Worten bei der Sitzung in Brüssel am Abend auf eine positive Entscheidung zum zweiten Rettungspaket. Venizelos hatte beim Verlassen der Maathonverhandlungen kurz vor Tagesanbruch gesagt, er werde "in Kürze nach Brüssel aufbrechen in der Hoffnung, dass das Treffen der Eurogruppe stattfindet und eine positive Entscheidung zu dem neuen Programm getroffen wird.“ Ministerpräsident Lukas Papademos hatte da bereits die Hoffnung geäußert, dass die Parteispitzen noch vor dem auf 18.00 Uhr anberaumten Treffen ihre Meinungsunterschiede ausräumen können.

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Sondersitzung in Berlin

Somit entfällt die Frist, binnen der nächsten 15 Tage Einsparmöglichkeiten in Höhe von 300 Millionen Euro zu benennen. Insgesamt muss das hoch verschuldete Euro-Land Einsparungen von 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr oder 3,3 Milliarden Euro vornehmen. Der Sprecher der Sozialisten, Panos Beglitis, sagte, die Parteichefs hätten sich darauf verständigt, die Mindestlöhne um 22 Prozent zu kappen. Das Urlaubsgeld solle nicht gestrichen werden. Die Bundestagsfraktionen kommen am Freitag um 9.00 Uhr in Berlin zu Sondersitzungen zusammen, um über die Griechenland-Hilfen zu beraten. Bundeskanzlerin Angela Merkel will die Fraktionen über den aktuellen Stand unterrichten, heißt es aus Unions-Fraktionskreisen.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 10.02.2012, 04:35 UhrAnonymer Benutzer: kilithekid

    Ein grossen Anteil an der Misere muss sich das griechische Volk selbst auf die Fahne schreiben. Gestern noch sicherte sich ein Jeder des korrupten Volkes durch Steuerhinterziehung ein paar Drachmen mehr im Geldbeutel, heute demonstrieren sie allesamt gegen geplante Sparmassnahmen des Staates, die die fehlenden Gelder zurueck in die Staatskassen spuelen sollen.

    Als Ergbnis werden die Geldpressen der EZB angeschmissen, Leitzinsen gesenkt, Hilfspakete geschnuert und das ganze europaische Volk muss ausbaden was das griechsiche Volk ueber Jahrzehnte verantwortet hat.

    In diesem Sinne Hellas und Dankeschoen nach Griechenland!

  • 09.02.2012, 11:42 UhrNichtDumm

    Das ist doch ganz einfach: Wenn die Griechen ihre Gehälter und Renten nicht kürzen wollen, dann kürzen wir halt die Gehälter und Pensionen in Deutschland, damit die Griechen das Geld von uns nehmen.

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