Schuldenkrise: Griechenland zittert vor der Pleite

Schuldenkrise: Griechenland zittert vor der Pleite

Der vereinbarte Schuldenschnitt für Griechenland droht offenbar zu scheitern. Die privaten Gläubiger wollen dem Land offenbar neue Konditionen aufzwingen. Ausgerechnet jetzt steht der Besuch der Troika an, die die Reformfähigkeit des Landes überprüft.

Die finanzielle Lage Griechenlands spitzt sich erneut dramatisch zu. Der griechische Ministerpräsident Lucas Papademos hat vor einer „unkontrollierbaren Staatspleite“ gewarnt. Die Gründe sind klar: Das Land hat in den kommenden Tagen zwei wichtige Hürden zu überwinden. Zum einen steht der Besuch der Troika an, die Mitte Januar zwecks Überwachung der Sparbemühungen nach Athen einreist. Sie besteht aus Vertretern des Internationalen Währungsfonds (IWF), der EU-Kommission und der EZB.

Zum anderen laufen noch die Verhandlungen zu einem möglichen Schuldenschnitt mit den privaten Gläubigern, der in groben Bezügen bereits im Oktober 2011 ausgearbeitet wurden. Doch nun stocken die Verhandlungen. Denn mittlerweile haben sich offenbar die Bedingungen verändert, zu denen privaten Gläubiger, also Banken und Versicherungen, Griechenland die Hälfte seiner Schulden erlassen will. Wie WirtschaftsWoche Online aus Branchenkreisen erfahren hat wollen die Kreditgeber zwar weiterhin auf 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Von den restlichen fünfzig Prozent möchten sie allerdings 15 Prozent ausgezahlt bekommen, während sie die restlichen 35 Prozent des Kapitals wieder in griechische Staatsanleihen anlegen würden.

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Ursprünglich war geplant, dass die 50 Prozent voll in neue, von den EU-Staaten gesicherte Griechenlandanleihen fließen. In dem neuen Modell würde für Griechenland eine Lücke entstehen, die das Land zu vermutlich höheren Zinsen refinanzieren müsste. Doch ohne Schuldenschnitt dürfte Griechenland keine Zukunft haben – und aus dem Euro ausscheiden.

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