Schuldenkrise: Griechenlands Euro-Aus naht

Schuldenkrise: Griechenlands Euro-Aus naht

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An den Finanzmärkten gehen viele Teilnehmer von einem Euro-Austritt Griechenlands noch in diesem Jahr aus

von Malte Fischer

Die Wahlen haben das südeuropäische Land vollends ins Chaos gestürzt. Der Austritt aus der Euro-Zone wird immer wahrscheinlicher. Kann die Währungsunion das verkraften?

Reisende nach Griechenland müssen eine Menge Geduld mitbringen – und starke Nerven. Touristen erleben das wegen der Streikwellen schon seit Monaten. Jetzt haben es auch die Mitarbeiter des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Europäischen Zentralbank (EZB) und der EU-Kommission erfahren. Nach den griechischen Parlamentswahlen wollten die Experten der Troika eigentlich schnell nach Athen reisen, um zu prüfen, ob die Griechen die Reform- und Sparauflagen für weitere Kredithilfen erfüllen.

Immerhin müssen die Griechen rund 11,5 Milliarden Euro einsparen, damit die Geldgeber die nächste Tranche des zweiten Rettungspakets von 31 Milliarden Euro lockermachen. Die Regierung braucht das Geld bis spätestens Mitte Juni, um fällige Altschulden zu tilgen und die laufenden Ausgaben im Staatshaushalt zu finanzieren.

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Doch aus dem schnellen Trip der Troika-Experten nach Athen dürfte nichts werden. Nach den Parlamentswahlen vom vergangenen Wochenende droht das Mittelmeerland im politischen Chaos zu versinken. Von einer stabilen Regierung, die mit den Kreditgebern verhandeln könnte, ist weit und breit nichts zu sehen. Die Wähler haben den beiden mehr oder weniger reformorientierten Parteien, der konservativen Nea Dimokratia von Antonis Samaras und der sozialistischen Pasok von Evangelos Venizelos, das Vertrauen entzogen und mehrheitlich für radikale Parteien gestimmt, die den Reform- und Sparkurs beenden wollen.

Grafik Haushaltssaldo und Staatsschulden Griechenlands

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Neuwahlen gäbe es wohl Mitte Juni

Können sich die Politiker in Athen nicht auf eine Mehrparteienregierung einigen, werden sie die Bevölkerung Mitte Juni wohl erneut zu den Urnen rufen. Doch das kann nichts daran ändern, dass die Mehrheit der Griechen die Nase voll hat vom Sparkurs, den ihnen die anderen Euro-Länder und der IWF im Gegenzug für milliardenschwere Rettungshilfen abverlangen. Für Christoph Weil, Europa-Experte der Commerzbank, steht fest: „Griechenland ist nicht reformierbar, das Land ist nicht mehr in der Währungsunion zu halten.“

An den Finanzmärkten gehen viele Teilnehmer von einem Euro-Austritt noch in diesem Jahr aus. „Die Wahrscheinlichkeit eines Ausstiegs Griechenlands in den nächsten Monaten liegt bei 90 Prozent, falls sich keine politische Mehrheit für den Sparkurs findet“, sagt Harvinder Sian, Zinsstratege der Royal Bank of Scotland.

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