Schuldenkrise: Große Zweifel an Griechenlands Genesung

Schuldenkrise: Große Zweifel an Griechenlands Genesung

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Griechenland steht vor bangen Monaten. Den Optimismus, den die griechische Regierung um Ministerpräsident Antonis Samaras versprüht, teilt die große Mehrheit der Bürger nicht.

von Tim Rahmann

Regierungschef Antonis Samaras gibt sich zuversichtlich, dass Griechenland 2014 wieder zu einem normalen Land wird. Die Bürger sind skeptisch. Deutsche Ökonomen auch.

Stinknormal zu sein. Nicht mehr und nicht weniger wünscht sich Griechenland für die kommenden Monate. Wer die griechische Tragödie seit der Jahrtausendwende verfolgt hat, der weißt: Der Wunsch klingt zwar banal, ist aber nachvollziehbar und alles andere als leicht zu erreichen.

Mit falschen Zahlen trickste sich Griechenland in die Euro-Zone, genoss anschließend seinen wirtschaftlichen Boom und stürzte 2010 so tief ab, wie kein anderes Land in Europa. Seit 2009 hat Athen ein Viertel seiner Wirtschaftskraft eingebüßt. Die fünfjährige Rezession ließ die Einkommen einbrechen und machte über eine Million Menschen arbeitslos. Nun soll alles besser werden, verspricht Regierungschef Antonis Samaras seinen Mitbürgern. „2014 wird Griechenland auf die Märkte zurückkehren und anfangen, wieder ein normaler Staat zu sein“, so der Ministerpräsident in seiner Neujahrsansprache. Details will Samaras auf einer Pressekonferenz am Mittwoch in Brüssel erläutern.

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Vorab verweist die Regierung mit Stolz auf das prognostizierte Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent in diesem Jahr. Und auch bei der Haushaltskonsolidierung kommt das Land voran. Bereits für 2013 schließt das Land mit einem Primärüberschuss ab, ohne Zinsen und Schuldentilgung nimmt der Staat also mehr ein, als er ausgibt. Das war eigentlich erst für 2014 angepeilt. Dafür gibt es auch aus dem Ausland Applaus. Der OECD-Generalsekretär Angel Gurria lobte die Samaras-Regierung bei seinem Athen-Besuch in den höchsten Tönen. Die Reformen im Land bildeten „das beeindruckendste Konsolidierungsprogramm, das ich je gesehen habe“, so Gurria. Es gäbe eine „spektakuläre Wende“.

Allein: Mit ihrem Optimismus stehen Gurria und Samaras allein auf weiter Flur. Die Mehrheit der Griechen sieht für die Zukunft weiter schwarz. Jeder zweite Bürger des Euro-Pleitelandes würde das Land gerne verlassen, glaubt man einer aktuellen Umfrage. Aus Mangel an Geld und Möglichkeiten bleiben die meisten – und arrangieren sich mit dem Leben in der Krise. Es wird an allen Ecken und Enden gespart. Etwa beim Autofahren.

Vor dem Jahreswechsel gaben Tausende Griechen die Nummernschilder ihrer Autos zurück, um die Kfz-Steuern zu sparen. Quelle: dpa Picture-Alliance

Vor dem Jahreswechsel gaben Tausende Griechen die Nummernschilder ihrer Autos zurück, um die Kfz-Steuern zu sparen.

Bild: dpa Picture-Alliance

Vor dem Jahreswechsel bildeten sich lange Schlangen in den Steuerämtern, weil Tausende Griechen die Nummernschilder ihrer Autos zurückgeben wollten, um die Kfz-Steuern zu sparen. „Wir haben für 2013 etwa 70.000 Rückgaben“, sagte der für die Einnahmen zuständige Generalsekretär des Finanzministeriums, Charis Theocharis. Geparkte Autos, die ohne Nummernschilder am Straßenrand stehen, gehören nun zum tristen Alltag.

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