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Schuldenkrise: High Noon am Euro-Anleihemarkt

von Malte Fischer

Die Krisenländer der Euro-Zone nehmen in dieser Woche in großem Stil Kredite am Kapitalmarkt auf. Kommt es zu dem befürchteten Käuferstreik, steht die Währungsunion auf dem Spiel. 

EZB-Gebäude in Frankfurt Quelle: dpa
Europäische Zentralbank: Steht die Währungsunion auf dem Spiel? Quelle: dpa

Das hat es in der Euro-Zone selten gegeben. Mitten in der Rezession und in einer Woche, in der wichtige Konjunkturdaten wie der US-Arbeitsmarktbericht  und die Verbraucherpreise aus der Euro-Zone zur Veröffentlichung anstehen, gilt das gesamte Interesse der Anleger nur dem Markt für Euro-Staatsanleihen. Der Grund: An den Bondmärkten könnte ein Käuferstreik drohen, der die Europäische Zentralbank (EZB) zu massiven Anleihekäufen zwingt, um einen Auseinanderbrechen der Währungsunion zu verhindern.

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Spätestens nach der misslungenen Anleiheemission Deutschland in der vergangenen Woche, als es Deutschland nicht gelang, alle Anleihen an den Mann zu bringen, liegen die Nerven an den Bondmärkten blank. Die Krise hat auf die Kernländer der Euro-Zone übergegriffen.

Belgien muss Federn lassen

Umso  größer war daher  die Spannung, als Italien am Montag den ersten Schritt machte und eine bis September 2023 laufende inflationsgeschützte Anleihe auf den Markt brachte. Der befürchtete Käuferstreik blieb zwar aus. Doch von einer erfolgreichen Platzierung kann keine Rede sein. So erhielt das Krisenland lediglich Gebote über 567 Millionen Euro, angestrebt hatte es eine Kreditaufnahme von bis zu 750 Millionen Euro.

Der Zins, den Italien für die Neuemission zahlen muss, liegt bei 7,3 Prozent -  obwohl die Regierung den Kleinanlegern bei der heutigen Emission die Gebühren beim Kauf der Anleihen erlassen hat, um ihre Interesse an der Platzierung zu steigern. Griechenland, Irland und Portugal hatten bei Zinsen von über sieben Prozent Hilfen der Euroländer und des Internationalen Währungsfonds in Anspruch genommen.

Auch Belgien musste am Montag – nach der Herabstufung seiner Bonität durch die Ratingagentur S&P am Freitag von AA+ auf AA – Federn lassen. Das hoch verschuldete Land muss für neue zehnjährige Anleihen 5,65 Prozent Zinsen zahlen -  so viel wie seit elf Jahren nicht mehr.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 28.11.2011, 17:56 UhrAnonymer Benutzer: Joker1

    Das letzte Aufbäumen vor dem Ende.
    Wie lange soll dieses Trauerspiel noch fortgeführt werden ?
    Die Schulden der EU-Mitgliedsstaaten sind so gigantisch, daß nur
    ein wirklicher, schmerzhafter Schnitt hilft.
    Auch Deutschland mit seiner über 80%zigen Verschuldungsquote ist
    keine Ausnahme.
    Geht an die Vermögen der Bangkster.
    Wer nur kleine Leute schröpft und betrügt hat mittelfristig wenig
    Überlebenschancen. Das gilt für ALLE.

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