Schuldenkrise: Hiobsbotschaften für Spanien

Schuldenkrise: Hiobsbotschaften für Spanien

Die Negativmeldungen häufen sich: Standard & Poor’s stufte Spanien um zwei Noten herunter – und auch die Arbeitslosigkeit steigt noch einmal deutlich an. Ist Spanien noch zu retten?

In Spanien ist die Arbeitslosenquote im April auf den höchsten Stand seit 18 Jahren gestiegen. In der viertgrößten Volkswirtschaft der Eurozone schnellte die Quote von 22,9 Prozent im Vormonat auf 24,44 Prozent nach oben, wie die spanische Statistikbehörde INE mitteilte – nur wenige Stunden, nachdem Standard & Poor’s die Kreditwürdigkeit Spaniens gleich um zwei Stufen senkte.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Spanien ist mittlerweile der drittgrößte Haushaltssünder im Euro-Raum mit einem Fehlbetrag von 8,5 Prozent im vergangenen Jahr. Noch schlimmer steht es nur um Griechenland (9,1 Prozent) und Irland (13,1 Prozent). Die spanische Wirtschaft stürzte zu Jahresbeginn in die Rezession. S&P geht davon aus, dass es im Gesamtjahr um 1,5 Prozent bergab geht und im kommenden Jahr nochmals um 0,5 Prozent. Bislang waren die Ratingwächter von einem Wirtschaftswachstum ausgegangen. Die Regierung hat sich vorgenommen, das Defizit in diesem Jahr auf 5,3 Prozent zu drücken - angesichts des Wirtschaftsabschwungs eine schwierige Aufgabe. Spanien gilt deshalb als Sorgenfall der Euro-Zone. Immer wieder gibt es auch Spekulationen, dass das Land am Ende internationale Hilfe beanspruchen müsse.

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Nicht nur im Ausland zweifelt man an der Perspektive Spaniens. Auch der spanische Ökonom Juan Ramón Rallo sieht für sein Land schwarz. „Wir brauchen eine langfristige Vision. Es geht nicht darum, jeden Prozentpunkt Wachstum auf Teufel komm raus herauszuholen, sondern darum, Spanien vor der Insolvenz zu retten. Die Sparer, national oder international, müssen wissen, ob Spanien seine Schulden begleichen kann, ob wir wieder ein effizientes und nachhaltiges Wirtschaftsmodell vorweisen können“, sagte Rallo vor wenigen Wochen im Gespräch mit WirtschaftsWoche Online.

Neben den staatlichen Strukturen bereiten den Spaniern vor allem ihre Banken Sorgen. Die Banco Popular leidet noch immer unter dem Kollaps des spanischen Immobilienmarktes. Das Institut musste nach eigenen Angaben vom Freitag im ersten Quartal einen Gewinnrückgang um 46 Prozent auf 100 Millionen Euro hinnehmen. Hohe Risikovorsorge für faule Kredite riss demnach das Geschäft nach unten.

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