Schuldenkrise: IWF ist mit der Geduld am Ende

KommentarSchuldenkrise: IWF ist mit der Geduld am Ende

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IWF-Chefin Christine Lagarde erhöht den Druck auf Griechenland.

von Malte Fischer

Der Internationale Währungsfonds (IWF) droht, aus den Hilfen für Griechenland auszusteigen. Die Geberländer sollten einen Rückzug des IWF nutzen, um den Griechen den Geldhahn endgültig zuzudrehen.

Nur wenige Monate ist es her, dass die Regierungen der Euroländer die privaten Gläubiger Athens, vorwiegend Banken und Versicherungen, zum Forderungsverzicht gegenüber Griechenland drängten. Die Inhaber griechischer Staatsanleihen verzichteten auf 54 Prozent des Nennwerts ihrer Forderungen gegenüber Athen. Rechnet man die längeren Laufzeiten für die eingetauschten neuen Anleihen und die Reduktion des Zinskupons mit ein, machten die Anleger mit ihren Griechenpapieren Verluste von 76 Prozent. Das ist mehr als bei dem argentinischen Schuldentausch aus dem Jahr 2005, bei dem die Gläubiger auf 71 Prozent ihrer Forderungen verzichten mussten.

Doch wer geglaubt hat, mit dem Forderungsverzicht der privaten Gläubiger sei Griechenland saniert, hat sich gewaltig getäuscht. Angesichts der weiter rasant schrumpfenden Wirtschaft droht der Schuldenstand in Relation zum Bruttoinlandsprodukt von derzeit über 160 Prozent in den nächsten Jahren weiter zu steigen. Deshalb verlangt der Internationale Währungsfonds (IWF) nun weitere Zugeständnisse der Gläubiger. Da die privaten Gläubiger ihren Teil geleistet haben, richten sich die Forderungen des IWF an die öffentlichen Gläubiger und die hinter ihnen stehenden Steuerzahler der Geberländer.

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huGO-BildID: 17836889 An elderly couple pass a stuttered store, spray-painted with the slogan "Eat the rich" in central Athens, on Monday, May 3, 2010. Greece on Sunday announced more austerity measures to be achieved through public service and pension pay cuts, higher taxes and streamlining government. Greece has been promised a total of euro 110 billion ($133 billion) in loans by the eurozone countries and the International Monetary Fund. (AP Photo/Petros Giannakouris) Quelle: AP

Größter Gläubiger Athens ist mittlerweile die Europäische Zentralbank, die sich im Rahmen ihres Programms zum Ankauf von Staatsanleihen Schätzungen zufolge für rund 50 Milliarden Euro Griechen-Bonds in die Bilanz gepackt hat. Ohne den Forderungsverzicht der öffentlichen Gläubiger dürfte es Griechenland nicht gelingen, die Staatsschuldenquote bis 2020 auf die Zielmarke von 100 Prozent zu senken, die der IWF nun zur Voraussetzung dafür macht, dass er sich weiter an den Griechenland-Hilfen beteiligt. Im Februar dieses Jahres hatte sich die Washingtoner Währungsbehörde noch mit einer Reduktion der griechischen Schuldenquote bis 2020 auf 120 Prozent zufrieden gegeben.

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