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Schuldenkrise: IWF schaut Italien auf die Finger

von Kerstin Dämon

Der Senat hat das Sparpaket durchgewunken. Ab Anfang 2012 werden die Kontrolleure des IWF der Monti-Regierung auf die Finger schauen, ob sie es auch durchsetzen.

Italiens Premier Mario Monti Quelle: REUTERS
Mario Monti muss sich jetzt auf die Finger schauen lassen Quelle: REUTERS

Italiens neuer Premierminister Mario Monti kann durchatmen. Das Abgeordnetenhaus und der Senat haben seinem Sparkurs zugestimmt. Monti hatte die Abstimmung an die Vertrauensfrage geknüpft. Im schlimmsten Fall hätte Italien also wieder ohne Premier dagestanden. So stimmten 257 Senatoren für ihn und sein Sparpaket, 41 dagegen. Monti hat einen harten Sparkurs für Italien festgelegt. 33 Milliarden Euro soll das Land weniger ausgeben. Damit das Ziel erreich werden kann, soll die Mehrwertsteuer um zwei Prozentpunkte steigen, es wird eine Grundsteuer auf Häuser erhoben und die Benzinsteuer steigt. Außerdem ist eine Rentenreform angedacht und auch die Staatsdiener bekommen weniger Geld. Damit soll der Schuldenberg von rund 1,9 Billionen Euro abgetragen werden. Bis 2013 soll der Haushalt ausgeglichen sein.

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Gute Vorsätze alleine reichen dem Internationalen Währungsfonds (IWF) aber noch nicht. Ab Anfang kommenden Jahres werden die Kontrolleure des IWF der italienischen Regierung auf die Finger schauen. Die Vorgespräche mit der Regierung in Rom seien "produktiv" verlaufen, sagte ein Sprecher des IWF.

Gewinner und Verlierer des neuen Europas
Großbritannien
David Cameron pokerte hoch, zu hoch. Der britische Premier forderte Sonderrechte für Großbritannien für die Zustimmung zu Änderung der europäischen Verträge, etwa ein Vetorecht gegen künftige Finanzmarktregulierungen. Dies lehnte Europa ab, das Königreich wird sich demzufolge automatischen Sanktionen der EU-Kommission nicht unterwerfen. Großbritannien hätte bei einem Ja zu automatischen Sanktionen zudem mit hohen Strafen rechnen müssen. Schließlich fand Cameron zu seinem Amtsantritt im Mai 2010 ein Haushaltsdefizit von 11,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts vor. Auch in diesem Jahr wird das Haushalsdefizit bei rund acht Prozent liegen – und damit deutlich über dem Maastricht-Grenzwert von 3,0 Prozent. Großbritannien wird nun wohl zum Außenseiter Europas, nicht mehr nur geografisch. „Eigentlich war die Situation 26 gegen einen“, beschrieb ein Diplomat die Stimmung auf dem EU-Gipfel.

Quelle: REUTERS

Allerdings wirkt sich das Sparpaket der Regierung schon jetzt negativ auf die Wirtschaft in Italien aus: Die Konsumenten halten sich zurück, Investoren behalten ihr Geld lieber bei sich. Im dritten Quartal 2011 schrumpfte die italienische Wirtschaft um 0,2 Prozent. Die Volkswirte sind sich einig, dass der Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) an der Schuldenkrise liegt.

Auch die italienischen Unternehmen bekommen die Auswirkungen zu spüren: Die Kapitalkosten hätten sich in den letzten Monaten verdreifacht, die Unternehmen zahlen bis zu zehn Prozent Zinsen. Trotzdem ist das Sparpaket Montis unerlässlich: Sowohl für Italien, als auch für die Gesundheit der gesamten EU.

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