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Schuldenkrise: Juncker warnt vor Zerfall der Euro-Zone

Der Euro-Gruppen-Chef kündigt in der Schuldenkrise schnelle Entscheidungen an. Hart kritisiert er den Umgang mancher deutschen Politiker mit Griechenland. Auf Sylt unterbricht Finanzminister Schäuble seinen Urlaub für einen Gast aus den USA.

Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker warnt davor, dass die Euro-Zone zerfallen könnte. Quelle: dpa
Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker warnt davor, dass die Euro-Zone zerfallen könnte. Quelle: dpa

Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker warnt vor einem Zerfall der Euro-Zone. „Die Welt redet darüber, ob es die Euro-Zone in einigen Monaten noch gibt“, sagte der Chef des Gremiums der 17 Euro-Finanzminister der „Süddeutschen Zeitung“.

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Um den Euro zu retten, dürfe keine Zeit mehr verloren gehen. „Wir müssen jetzt mit allen verfügbaren Mitteln überaus deutlich machen, dass wir fest entschlossen sind, die Finanzstabilität der Währungsgemeinschaft zu gewährleisten.“

Juncker nährt damit Spekulationen über ein Eingreifen der Europäischen Zentralbank (EZB) - etwa den Kauf von Staatsanleihen von Krisenländern wie Spanien und Italien, was deren Risikoaufschläge drücken könnte.

EZB-Chef Mario Draghi hatte diese Möglichkeit bereits vorige Woche angedeutet. „Innerhalb unseres Mandats ist die EZB bereit, alles Erforderliche zu tun, um den Euro zu erhalten“, sagte Draghi. „Und glauben Sie mir, das wird ausreichen.“

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Juncker kündigt rasche Entscheidungen an

Die Hoffnung auf entschlossenes Eingreifen gegen die Schuldenkrise sorgte für gute Stimmung an den Aktienmärkten. Der Dax startete ebenso mit Kursgewinnen in den Handel wie alle anderen großen europäischen Börsenbarometer. Juncker kündigte rasche Entscheidungen der Euro-Länder an. „Welche Maßnahmen wir ergreifen werden, entscheiden wir in den nächsten Tagen. Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren“, sagte der luxemburgische Ministerpräsident.

Dabei werde der Rettungsfonds EFSF zusammen mit der Europäischen Zentralbank handeln. „Wir stimmen uns eng mit der Notenbank ab und wir werden (...) Resultate sehen. Ich will nicht Erwartungen schüren. Aber ich muss sagen, wir sind an einem entscheidenden Punkt angekommen.“

Platz 27: Polen

Am meisten von den Transferleistungen der EU hat in jüngster Vergangenheit Polen profitiert. 6,2 Milliarden Euro mehr flossen 2009 nach Warschau, als das Land nach Brüssel überwiesen hat. 2010 waren es gar über acht Milliarden Euro. Fast zwei Drittel dieser Summe zahlte die Europäische Union Polen als Subventionen für die Landwirtschaft und Fischerei und für Infrastrukturprojekte.

Bild: dpa

Die Euro-Länder hatten auf ihrem Gipfel Ende Juni auf weitreichende Maßnahmen zur Eindämmung der Schuldenkrise geeinigt. Unter anderem sollen die Bedingungen für Finanzhilfen gelockert und die Tür für direkte Bankenzuschüsse aus ihrem Rettungsfonds ESM geöffnet werden. Mit den Maßnahmen soll unter anderem der Zinsdruck von Ländern wie Italien und Spanien genommen werden.

„Die Euro-Länder sind an einem Punkt angekommen, an dem sie mit allen verfügbaren Mitteln überaus deutlich machen müssen, dass wir fest entschlossen sind, die Finanzstabilität der Währungsgemeinschaft zu gewährleisten“, sagte Juncker. „Wir sind fest entschlossen, den Euro in seinem Bestand, also mit allen Euro-Ländern, und in seiner Bedeutung zu halten. Alles Geschwätz über den Austritt Griechenlands ist da nicht hilfreich.“

Damit kritisierte er indirekt Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), der laut über einen Abschied Griechenlands aus der Währungsunion nachgedacht hatte. Wer denke, dass die Probleme der Euro-Zone dadurch behoben würden, dass man Griechenland fallen lasse, habe die Ursachen der Krise nicht erkannt, sagte Juncker. Das Ansehen der Euro-Länder würde weltweit erheblich beschädigt und es würden enorme Folgeschäden auftreten.

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Rösler bekräftigt seine Aussage

Zuletzt hatte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) erklärt, für ihn habe ein Austritt Athens „längst seinen Schrecken verloren“. Am Wochenende bekräftigte er seine Äußerung noch einmal. Im Deutschlandfunk-„Interview der Woche“ sagte der FDP-Chef, er bleibe dabei, dass bei drohender Zahlungsunfähigkeit Griechenland selbst entscheiden müsse. Die Gefahr eines Dominoeffekts für andere Krisenstaaten im Falle eines Athener Euro-Austritts bestritt Rösler. Er verwies unter anderem auf die Rettungsschirme EFSF und seinen Nachfolger ESM. Reformer-Länder würden „zu hundert Prozent“ unterstützt, andere nicht.

Weitere Politiker der Regierungskoalition hatten sich ähnlich geäußert. CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt etwa sagte in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa: „Jetzt muss Griechenland seine Hausaufgaben machen. Die zeitliche Streckung würde wieder zusätzliche Milliarden kosten.“

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Im Januar sind die Diäten deutscher Bundestagsabgeordneter um rund 300 Euro auf 8.252 Euro erhöht worden. Jetzt empfiehlt eine unabhängige Kommission, die Bezahlung der Abgeordneten künftig stärker an der Besoldung von Bundesrichtern zu orientieren. Die Richtschnur R 6 nebst Zulagen würde gegenüber heute eine Anhebung der Diäten um mehrere hundert Euro pro Monat bedeuten - wenn entsprechend der Empfehlung auch Amts- , Familien- und Kinderzulagen der Richter berücksichtigt werden.

Bundestagspräsident Norbert Lammert unterstützt den Vorschlag und hofft, dass der Bundestag noch vor der Wahl im September die Neuregelung der Diäten berät und beschließt.

Bild: dapd

Heute steht ein weiteres Gespräch in Sachen Schuldenkrise an: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble berät im Laufe des Montags seinem US-Amtskollegen Timothy Geithner über die Schuldenkrise und deren Auswirkungen auf die globale Wirtschaft. Das Treffen findet auf der Nordseeinsel Sylt statt, auf der Schäuble derzeit Urlaub macht. Die USA drängen Deutschland seit langem dazu, die schwelende Eurokrise in den Griff zu bekommen, weil sie als Folge eine weltweite Rezession befürchten.

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Die USA haben wiederholt energischere Anstrengungen zur Überwindung der Schuldenkrise angemahnt. Zuletzt hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und der italienische Ministerpräsident Mario Monti am Wochenende versichert, sie wollten alles tun, um die Euro-Zone zu schützen.

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Zuletzt hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und der italienische Ministerpräsident Mario Monti am Wochenende versichert, sie wollten alles tun, um die Euro-Zone zu schützen. Ähnlich hatten sich Merkel und Frankreichs Präsident Francois Hollande in einer gemeinsamen Erklärung am Freitag geäußert.

Zuvor hatten Äußerungen von EZB-Chef Mario Draghi für Spekulationen über ein neuerliches Eingreifen der Notenbank gesorgt, auch die Europäische Zentralbank werde alles unternehmen, um den Erhalt der Gemeinschaftswährung zu sichern.

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15 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 30.07.2012, 17:07 UhrSuper-Angie

    ein Juncker auf der Suche nach Dummen die Zahlen mittels ESM--damit der Zwergenstaat weiter als Finanzplatz erhalten bleibt.

    Denn was produzieren die denn da ? Das ist ein Parasit.

    Ist D-Land Pleite dann gibt es Luxenburg schon nicht mehr, und alle die dort Ihr Schwarzgeld angelegt haben-

    alles nur Betrüger und Wirtschafts-Kriminelle

  • 30.07.2012, 16:07 UhrSuper-Angie

    die EU-Zone ist zu 60 % schon Bankrott.

    sollten noch SP + ITALY dazukommen

    ist die Ost-Zone mit der Ost-Zonalen nicht mehr zu halten.

    Dann reagieren die Bondmärkte ; ein Bankenrun setzt ein in der BRD

    dann ist Feierabend für die EURO-Kraten.

  • 30.07.2012, 16:05 UhrSuper-Angie

    die wollen nur den ESM durchbekommen mit allen Mitteln der Einschüchterung oder Erpressung--nichts anderes ist das bangemachen.

    Der ESM ist, sollte er in Kraft treten und Spanien; ITALY; FR taktisch unter den Rettungsschirm flüchten mit über 60 % Bürgschaftsanteil

    Lender of Last Resort = Zahlt die Schulden aller anderen Länder über Generationen.

    Die PIIGS-Staaten Bevölkerung werden sich über die Dummheit der Deutschen + deren Elite vor Lachen Schütteln--vpr soviel Idiotie der Ferkel-Truppe.

    Wenn Ferkel und der Roller-mann meinen das sich das Deutsche Volk so einfach enteignen läßt; Riesterrenten ; Privatrenten; Betriebsrenten = nix mehr wert; da Mini-Zinsen !

    Warten wir auf die Reaktionen der Betroffenen.

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