Schuldenkrise: Keine Pleitegefahr für Zypern

Schuldenkrise: Keine Pleitegefahr für Zypern

Die Regierung in Nikosia versichert, dass sie ihren Verpflichtungen nachkommt. Dabei benötigt Zypern nach EU-Informationen insgesamt 17,5 Milliarden Euro. Über die Auszahlung möchte die Eurogruppe Anfang 2013 beraten.

Für die Mittelmeerinsel Zypern besteht nach Aussage der Regierung in Nikosia keine unmittelbare Pleitegefahr. „Es besteht keine Gefahr. Alles ist unter Kontrolle“, sagte ein hoher Funktionär des Finanzministeriums am Dienstag der dpa. In einer offiziellen Erklärung versicherte das Ministerium: „Die Regierung hat alle ihre Zahlungsverpflichtungen gedeckt.“ Eine Zahlungsunfähigkeit wurde in der Erklärung ausgeschlossen. Zypern wird von hohen Verlusten der Banken geplagt, die eng mit griechischen Geldhäusern verbunden sind, und hat deshalb Notkredite beantragt.

Wissenswertes über Zypern

  • Wo liegt Zypern überhaupt?

    Die Republik Zypern liegt in Vorder-Asien. Sie ist aufgeteilt in die Türkische Republik Nordzypern und den griechischen Teil, die Republik Zypern. Die Hauptstadt ist Nikosia. Zypern ist die drittgrößte Insel des Mittelmeeres und erlangte im Jahre 1960 ihre Unabhängigkeit.

  • Wie viele Menschen leben da?

    Insgesamt leben 1,2 Millionen Menschen auf der ehemaligen britischen Insel Zypern. 77 Prozent der Bevölkerung sind Griechen, 18 Prozent sind Türken. Die Amtssprachen sind Türkisch und Griechisch.

  • Wie geht es der Wirtschaft?

    Die zyprische Wirtschaft leidet traditionell an einer Exportschwäche, die sich 2010 in einem Handelsbilanzdefizit von 5,3 Milliarden Euro niederschlug. Die 2010 wieder stark gestiegenen Importe – Wert von 6,47 Milliarden Euro – stehen Exporten im Wert von gerade einmal 1,15 Milliarden Euro gegenüber. Noch zu Beginn des Jahres 2011 lag die Arbeitslosigkeit bei sechs Prozent. Inzwischen ist sie auf über zehn Prozent angestiegen und hat einen historischen Höchststand erreicht.

  • Hat Zypern Bodenschätze?

    Ja, Zypern lebt hauptsächlich von den Bodenschätzen und der Landwirtschaft. Das Kupfervorkommen war so enorm, dass das Metall der Insel ihren Namen gab. Der lateinische Name "cuprum" ist abgeleitet von "aes cyprium". In den Bergen findet man große Vorkommen an Marmor, an den Stränden wird Tonerde abgebaut.

    Das milde Klima auf der Insel begünstigt die Ernte. So können Bauern zweimal im Jahr Obst, Gemüse und auch Getreide ernten. Beliebt sind neben den Zitrusfrüchten auch die zypriotischen Kartoffeln. Wichtigste Abnehmerländer sind Griechenland (24,5 Prozent), Deutschland (10,5 Prozent) und England (8,6 Prozent).

  • Wie englisch ist Zypern?

    Der Einfluss der britischen Kolonialzeit ist geblieben. Nicht nur, dass vielerorts noch Englisch gesprochen wird. Das beliebte englische Frühstück können die englischen Touristen auf Zypern genießen. Das Linksfahren gilt auf der geteilten Insel genauso wie auch in Großbritannien. Seien Sie also im Straßenverkehr besonders vorsichtig!

  • Wieso ist Zyperns Flagge so bunt?

    Die Fahne Zyperns ist weiß mit einem Abbild der Insel. Die orange Farbe steht symbolisch für das Metall Kupfer, das bereits 3000 v. Chr. auf Zypern entdeckt wurde. Nach diesem Metall wurde übrigens auch die Insel benannt. Weiterhin sieht man zwei Olivenbaum-Zweige. Sie stehen für die beiden Volksgruppen auf Zypern.

  • Was können die Zyprioten besser?

    Eindeutig kochen. Die multikulturelle Küche ist durch die Besatzungszeiten der Römer, Osmanen und auch des britischen Commonwealth von vielen unterschiedlichen Kulturen beeinflusst. Neben den orientalisch-kulinarischen Einflüssen wie Zitrone, Joghurt und Knoblauch sind indische Zutaten wie Ingwer und Curry sehr beliebt. Nicht nur in der Gegenwart, auch in der Antike schätzten die Menschen den zypriotischen Wein.

Die Finanzminister der Eurogruppe wollen aber erst am 21. Januar weiter über den zyprischen Antrag beraten. Dann soll auch der Bericht von Experten der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) zur Finanzlage Zyperns vorliegen. Nach bisherigen Informationen aus Brüssel und Nikosia könnten sich die Hilfen auf insgesamt 17,5 Milliarden Euro belaufen.

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Schuldenkrise Zypern verweigert jede Reform

Die geteilte Insel will dringend und bedingungslos unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen – und zeigt immer deutlicher, wie wenig das Land in die Gemeinschaft passt. Es hat keinen Bezug zu Westeuropa.

Quelle: dpa

Die Gefahr der Zahlungsunfähigkeit scheint deshalb gebannt, weil der Vorstand des größten Pensionsfonds der Elektrizitätsgesellschaft (AIK) am Montagabend beschlossen hatte, Nikosia 100 Millionen Euro zu leihen. Wie die zyprische Presse am Dienstag berichtete, wollen sich auch die Pensionsfonds des Telekommunikationsunternehmens (CYTA) und andere kleinere Fonds anschließen, um die Finanzlücke zu überbrücken, bis Zypern Geld vom Euro-Rettungsfonds bekommt.

Am Vortag hatte der Generaldirektor des Finanzministeriums, Christos Patsalidis, im zyprischen Parlament gewarnt, wenn der Staat sich in den nächsten Tagen nicht rund 300 Millionen Euro leihen würde, werde die Regierung ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können.

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