Schuldenkrise: Merkel redet den Euro stark

Schuldenkrise: Merkel redet den Euro stark

Die Kanzlerin telefoniert im Urlaub mit Italiens Staatschef Monti. Ihr Ziel: beruhigen. Derweil entscheiden sich die Griechen für ein neues Sparpaket und Schäuble spricht sich gegen weitere Spanienhilfen aus.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich aus dem Urlaub heraus erneut bemüht, ein beruhigendes Signal in der Schuldenkrise zu senden. Merkel telefonierte am Samstag nach Angaben eines Regierungssprechers mit dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti.

Die beiden Regierungschefs seien sich einig, „dass Deutschland und Italien alles tun werden, um die Euro-Zone zu schützen“, erklärte Vize-Regierungssprecher Georg Streiter am Sonntag. Beide betonten, dass die Beschlüsse des letzten Euro-Gipfels zur langfristigen Sicherung der Euro-Zone rasch umgesetzt werden müssten.

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Mit einer fast gleichlautenden gemeinsamen Erklärung hatten sich Merkel und der französische Präsident Francois Hollande am Freitag zu Wort gemeldet. Zuvor hatte bereits der Chef der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, beteuert, alles für den Erhalt der Gemeinschaftswährung tun zu wollen.

Im vom Euro-Ausschluss bedrohten Griechenland verständigte sich die Regierungskoalition Kreisen zufolge weitgehend auf ein neues Sparpaket, um eine Staatspleite abzuwenden. Über den größten Teil der Einsparungen in Höhe von 11,5 Milliarden Euro herrsche in der Regierung Einigkeit, hieß es am Sonntag in Athen.

Wie aus dem griechischen Finanzministerium verlautete, verschob die Troika aus EU-Kommission, EZB und Internationalem Währungsfonds ihre Abreise aus Athen. Der Sparplan solle zuerst unter Dach und Fach gebracht werden.

Kritik an der Debatte um Griechenlands mögliches Euro-Aus

Mit dem Paket reagieren die Griechen auf die wachsende Ungeduld seiner internationalen Geldgeber und der deutschen Politik. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), der am Montag im Urlaub auf Sylt mit seinem US-Kollegen Timothy Geithner über die Schuldenkrise berät, kritisierte derweil die auch durch Wirtschaftsminister Philipp Rösler angeheizte Debatte über einen Euro-Austritt Griechenlands. Es helfe nicht, „jetzt über mehr Geld oder mehr Zeit zu spekulieren“, sagte Schäuble. Einen weiteren Schuldenerlass lehnte Schäuble ab.

Schuldenkrise Stoppt die Euro-Katastrophe!

Die EZB und die Euro-Regierungen schicken sich an, die Währungsunion endgültig in eine Inflations- und Transferunion zu verwandeln. Nur die Bundesbank leistet noch Widerstand. Sie sollte das Euro-Elend beenden.

Quelle: dpa

Griechenland ist derzeit bemüht, von seinen internationalen Gläubigern weiter Kredite zu erhalten. Nach Angaben ranghoher Kreise in der Euro-Zone wird aber auch geprüft, dem Land mit einem weiteren Schuldenschnitt eine letzte Chance zum Verbleib in der Währungsunion zu geben. Was die neuen Sparmaßnahmen von 11,5 Milliarden Euro für die kommenden beiden Jahre im Detail vorsehen, blieb zunächst offen.

Weitere Hilfen für Griechenland werden in der schwarz-gelben Koalition abgelehnt. Unions-Vizefraktionschef Michael Fuchs sagte der Wirtschaftswoche: „Griechenland ist nicht zu retten, das ist simple Mathematik.“ Sein Fraktionskollege Michael Meister sagte der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“: „Wir werden die Kreditvolumina nicht weiter ausdehnen.“

Wirtschaftsminister Rösler bekräftigte im Deutschlandfunk, dass ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro keine Katastrophe wäre. Letztlich müsse die Entscheidung „Griechenland dann selber treffen“, sagte der FDP-Politiker. „Ich habe nur festgehalten, dass ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone eben seinen Schrecken verloren hat - für viele Fachleute, für die FDP und für mich.“

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