Bild: APEine Studie zeigt jetzt aufs Neue, dass die Angelsachsen mit der „German Angst“ grundsätzlich nicht falsch liegen: Auch 2012 wird in der Bundesrepublik wie eh und je gefürchtet. Anders als die Definition der „German Angst“ jedoch impliziert, sind es dabei aber keineswegs diffuse Ängste, die die Deutschen umtreibt. In der am Donnerstag veröffentlichten R+V-Langzeitstudie „Die Ängste der Deutschen“ erreichen in diesem Jahr ausschließlich wirtschaftlich-politische Sorgen Spitzenwerte.
Bild: APSchuldenkrise
Fast drei Viertel aller Deutschen sind sich einig: Die Schuldenkrise einiger EU-Mitgliedsstaaten, wie Griechenland, Portugal, Spanien und Italien, sowie die Auswirkungen des Schuldenkrisenmanagements für den deutschen Steuerzahler bereiten die größten Sorgen. Mit 73 Prozent erreicht diese Angst den zweithöchsten Wert, der jemals in der Ängste-Studie gemessen wurde (2011: 70 Prozent).
Bild: dpaKonjunktureinbruch
Gleichzeitig liegt die Sorge vor einem Konjunktureinbruch gegenüber dem Vorjahr um vier Punkte höher: Sie kletterte von 48 auf 52 Prozent. „Die Sorgen der Mehrheit der Befragten sind verständlich“, so Professor Manfred Schmidt, Professor der Politikwissenschaften an der Universität Heidelberg: „Deutschlands Wirtschaft wächst langsamer als zuvor.“ Viele befürchteten, dass Europas Schuldenkrise Deutschlands Steuerzahler teuer zu stehen komme, so Schmidt.
Bild: dpaEuro-Zusammenbruch
Zudem befürchten 2012 zwei Drittel aller Deutschen (65 Prozent), dass der Euro durch die Schuldenkrise gefährdet ist. Diese Angst ist gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozentpunkte gestiegen.
Bild: dpaEntscheidungen aus Brüssel
Darüber hinaus grassiert bei den Deutschen auch die Furcht vor politischem Missmanagement in Brüssel. 60 Prozent aller Befragten sehen die Finanz- und Wirtschaftskraft Deutschlands durch Beschlüsse der Europäischen Union gefährdet.
Bild: dpaSteigende Lebenshaltungskosten
Die Studie wird seit mehr als 20 Jahren im Auftrag der R+V-Versicherung erstellt, rund 2.500 Bürger werden dafür jedes Jahr nach ihren größten Ängsten befragt. Bei den Ängsten, die standardmäßig abgefragt werden, ist die Furcht vor steigenden Lebenshaltungskosten erneut mit 63 Prozent Spitzenreiter. Die Befürchtung, dass alles immer teurer wird, ist ein Dauerbrenner im Ängste-Ranking und war in den vergangenen 20 Jahren insgesamt 13 Mal auf dem ersten Platz.
Bild: dapdÜberforderung der Politiker
Seit Jahren zweifelt die Mehrheit der Deutschen zudem daran, dass die Volksvertreter ihren Aufgaben gewachsen sind. Mit 55 Prozent rangiert die Furcht vor der Überforderung der Politiker in diesem Jahr auf Platz 2, gefolgt von der Befürchtung, dass sich die Wirtschaftslage verschlechtern könnte.
Bild: dpaEigene Arbeitslosigkeit
Immerhin: Einige Schreckensgespenste haben in den vergangenen zwölf Monaten bezüglich ihres Bedrohungspotenzials eingebüßt. Trotz des sinkenden Vertrauens in die wirtschaftliche Entwicklung ist die Angst, den eigenen Job zu verlieren, gegenüber dem Vorjahr bundesweit um 4 Prozentpunkte zurückgegangen und erreicht damit den niedrigsten Wert der Studie – nur 1994 war diese Sorge schon einmal so gering. Im Bundesdurchschnitt treibt nur noch etwa jeden dritten Deutschen (32 Prozent) die Angst vor dem Verlust seines Arbeitsplatzes um. Das sei einerseits auf die aktuell vergleichsweise niedrige Arbeitslosenquote von unter sieben Prozent zurückzuführen, so Professor Schmidt: „Deutschlands Arbeitsmarkt ist insgesamt betrachtet robust – und die Arbeitslosigkeit ist seit einigen Jahren wieder niedriger als im Durchschnitt der westlichen Länder.“
Bild: APPflegefall im Alter
Ein weiterer Lichtblick: Trotz kontinuierlich steigender Pflegezahlen nimmt die Angst davor, später einmal zum Pflegefall zu werden, nicht zu. Sie liegt mit 50 Prozent auf Platz 5 der Ängste-Skala (2011: Platz 3). Das ist zwar der niedrigste Wert seit 14 Jahren, aber immer noch ein klares Zeichen dafür, dass mindestens die Hälfte der Befragten befürchtet, später einmal als Pflegefall anderen zur Last zu fallen. In dieser Frage zeigt sich auch einer der deutlichsten Unterschiede zwischen den Geschlechtern: 55 Prozent aller Frauen hegen hier große Befürchtungen, im Vergleich zu 45 Prozent der Männer. Hinzu kommt ein Alterseffekt: Erst ab einem Alter von 40 Jahren rückt das Thema Pflegefall stärker ins Bewusstsein und beschäftigt zumindest mehr als jeden zweiten Deutschen.
Bild: APTerrorismus
Weiter auf dem Rückzug ist die Furcht der Deutschen noch bei einem anderen Punkt. Mit jeweils 11 Prozentpunkten sind die Ängste vor Terroranschlägen und einem Krieg mit deutscher Beteiligung am stärksten gesunken. Die Furcht davor, dass Terroristen ein Attentat verüben, liegt mit 39 Prozent auf dem niedrigsten Wert seit den Anschlägen vom 11. September 2001. Sie rangiert damit in diesem Jahr nur noch im Mittelfeld aller Ängste.
Eine Studie zeigt jetzt aufs Neue, dass die Angelsachsen mit der „German Angst“ grundsätzlich nicht falsch liegen: Auch 2012 wird in der Bundesrepublik wie eh und je gefürchtet. Anders als die Definition der „German Angst“ jedoch impliziert, sind es dabei aber keineswegs diffuse Ängste, die die Deutschen umtreibt. In der am Donnerstag veröffentlichten R+V-Langzeitstudie „Die Ängste der Deutschen“ erreichen in diesem Jahr ausschließlich wirtschaftlich-politische Sorgen Spitzenwerte.
Griechenlands Rettung stockt: Die internationalen Schuldenkontrolleure haben die Gespräche über das neue Sparprogramm des Landes für eine Woche ausgesetzt. Zuvor hatte es in der Athener Regierung keine Einigung auf neue Maßnahmen gegeben. Die Troika-Experten von EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank würden "eine kurze Pause" machen und voraussichtlich in einer Woche wieder nach Athen zurückkehren, teilten Kommissionsvertreter mit. Es gebe bislang "gute Fortschritte", hieß es weiter. Die technischen Gespräche würden fortgesetzt.
Die Regierung in Athen hatte sich trotz Drucks der Troika nicht auf alle Einzelheiten des neuen Sparpaketes von 11,7 Milliarden Euro für die nächsten beiden Jahre einigen können. "Ich glaube, das wird noch ein paar Tage dauern", hatte Finanzminister Yannis Stournaras nach einem Treffen der Koalitionsspitzen am Donnerstag verkündet.
Ein positives Zeugnis der Troika über die Spar- und Reformbemühungen Athens sind Voraussetzung dafür, dass Hellas die nächsten 31 Milliarden Euro an Notkrediten erhält.
Erhalt der Eurozone "unabdingbare Notwendigkeit"
Zeitgleich trafen sich in Rom die Staatschef der Euro-Krisenländer zu Vier-Augen-Gesprächen. Im Anschluss betonten der italienische Ministerpräsident Mario Monti und der griechische Regierungschef Antonis Samaras gemeinsam die "unabdingbare Notwendigkeit" zum Erhalt der Eurozone sowie zur Stabilisierung der Märkte. Beide bekräftigten nach einem Treffen in Montis Amtssitz am Freitagmorgen ihre Überzeugung, dass die Integrität der Eurozone auf jeden Fall gesichert werden müsse. Die Märkte müssten Stabilität erlangen und das europäische Zusammenwachsen weiter vorangetrieben werden.
Nach dem Gespräch stand ein Treffen Montis mit dem irischen Regierungschef Enda Kenny auf dem Programm. Danach wurde der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy zum Gespräch erwartet, der wie seine Amtskollegen wegen einer Konferenz in Rom weilt.
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