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Schuldenkrise: Schuldenstaaten diktieren Merkel ihre Regeln

von Tim Rahmann

Der EU-Gipfel hat sich auf einen Fiskalpakt geeinigt. Doch er hat mehr Hintertüren als verträglich. Deutschland könnte von Südeuropas Pleiteländern endgültig ausgespielt werden.

Die Fehler bei der Euro-Rettung


Rettungsfonds EFSF: Eine kleine Krücke
Die im Mai 2010 als Euro-Rettungsfonds geschaffene European Financial Stability Facility (EFSF) ging mit der Arbeitshypothese ans Werk, sie werde gar nie zum Einsatz kommen. Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone hofften, allein die Ankündigung, finanzschwachen Staaten zur Seite zu stehen, werde die Finanzmärkte nachhaltig beeindrucken. Doch es kam anders. Die Summe, die der EFSF zur Verfügung stand, ließ die Märkte kalt. Der Versuch, die Mittel der EFSF zu hebeln und das Kreditvolumen auf eine Billion Euro zu steigern, ist kläglich gescheitert. Mittlerweile sind die Investoren so beunruhigt, dass auch eine Versicherung von 20 bis 30 Prozent sie nicht mehr locken kann.

Quelle: dpa

Eines hat Wirtschaftsminister Philipp Rösler mit seiner missglückten Andeutung, Griechenland brauche einen Sparkommissar von Außen, dann doch geschafft: Das Thema Griechenland war – anders als zunächst geplant - Thema beim EU-Gipfel, wenn auch nur am Rande.

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Die große Mehrheit der 27 Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union kritisierte den Rösler-Vorschlag als inakzeptabel und unglücklich. Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann sprach gar von einer Beleidigung. Gegenvorschläge gab es aber leider keine. Die vermeintlichen Euro-Retter blendeten das Thema Griechenland abseits der Sparkommissar-Debatte größtenteils aus.

Dabei ist die Frage, wie das Land – falls überhaupt noch möglich – gerettet werden kann, existenziell für den Euro wie für Europa. Die Hellenen stolpern von einem Tiefpunkt zum nächsten.

Athen braucht mehr Geld, dennoch schweigen die Gipfelteilnehmer

Zwar hat die Troika, bestehend aus Vertretern der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalem Währungsfonds (IWF), ihren Bericht über die Sparanstrengungen Griechenlands noch gar nicht komplett fertig. Doch schon jetzt ist klar, dass die bisher im zweiten Hilfspaket vorgesehenen Mittel für Griechenland schlicht und einfach nicht ausreichen werden. Da sich die wirtschaftliche Lage noch einmal verschlechtert hat, braucht Griechenland noch einmal zusätzlich zwischen zehn und 20 Milliarden Euro. Statt der Ende Oktober beschlossenen 130 Milliarden Euro braucht das Land von seinen Unterstützern mindestens weitere 145 Milliarden Euro. Zumal die notwendigen Anpassungen derzeit noch verschleppt werden, da die Staatsanleihen- und staatlich garantierten Bankanleihenkäufen den Reformdruck milden. Griechenland kann sich deshalb immer noch keine Leistungsbilanzdefizite leisten. Durch die üppige Liquidität konsumieren die Griechen immer noch zu viel.

„Unter diesen Gesichtspunkten müssen wir feststellen: Europa muss Griechenland noch weitere zehn bis 20 Jahre alimentieren“, sagte Ansgar Belke, Forschungsdirektor am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und Professor für Makroökonomie an der Universität Duisburg-Essen im Gespräch mit WirtschaftsWoche Online.

Doch statt über Perspektiven, Spardiktate und Reformen für Griechenland zu sprechen, verabschiedeten die Staats- und Regierungschefs in Brüssel nach stundenlangen Diskussionen den Fiskalpakt. Leider nicht, ohne in vorher weichzuspülen.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 01.02.2012, 21:50 UhrAnonymer Benutzer: Joker1

    Es hilft kein Geblärre und Geklage; der Zug ist abgefahren.
    Die Deutschen haben nur zwei Möglichkeiten:

    1. weiter zahlen und Garantien übernehmen und damit sehenden Auges#
    den eigenen Untergang im Zeitraffer mitverfolgen.

    2. Tabularasa machen, d.h. die Eurzone auflösen und damit
    wenigstens einen kleinen Teil zu retten und einen Neuanfang
    suchen.

    3. Das Volk wird entweder nach einem neuen "starken Mann" suchen
    und ihn finden; dann bleibt kein Stein auf dem Anderen und
    die Polit- und Bankgsterkasten müssen sehr weit zurückdenken um
    zu begreifen, wo sie enden werden.

    Die Rache des sog. kleinen Mannes ist primitiv, aber äußerst
    effektiv und nachhaltig. Man sollte den Bogen nicht überspannen.
    Auch Politpensionäre kann man zur Verantwortung ziehen; wohl denen
    die dann an Demenz leiden und Ihren Untergang nicht mehr wahrnehmen
    werden.

  • 01.02.2012, 09:07 UhrAnonymer Benutzer: Super-Angie

    in einem Film heißt es immer

    Was bisher geschah: lach

    ESFS: 440 MRD EU
    ESM: 500-1500 MRD EU (ohne Grenze)
    Rattungspakete: 250 MRD EU
    Target 2 Forder. 750 MRD EU
    EZB-Kredite 500-1000 MRD EU
    EZB-Anleihenkäuf 300 MRD EU
    --------------------------------
    Summe min-max 2740 bis 4240 MRD EU innerhalb von 3 Jahren
    Altschulden 2200 MRD EU
    Schattenhaushalte X MRD EU (nicht eingerechnet)
    ------------------------------
    Summe(min -max) 4940 bis 6440 MRD EU Neue Schulden in 3 Jahren

    Bundeshaushalt ca. 300 MRD EU / Jahr

    6% Zinsen im Jahr für (minimal) 2740 EU + 2200 EU=4940 = 296,4 MRD

    6% Zinsen im Jahr für (maximal) 4240 EU + 2200 EU=6440 = 386,4 MRD



    Kaufkraft des EURO heute in Bezug zur DM

    1 EU = 1 DM sinkend, da der EU nach einem Crash in sich zusammenfallen wird auc alle darauf basierenden Wertanlagen

    Wir sehen das die EU eine Erfolgsgeschichte ist für die DAX-Abgeordneten + Dax-Unternehbmen

    denn in einer Bilanz gibt es immer Soll und haben die Gewinnseite fließt zu den DAX-Unternehmen + Dax-Abgeordneten seit 60 JH

    Die Verluste trägt neuerdings laut Angela Merkel

    das Volk der gemeine Pöbel.

    Die CDU hat Ihr Parteivermögen auch das der SED in London angelegt in einer Fluchtwährung außerhalb des EURO-Raumes

  • 31.01.2012, 12:19 UhrAnonymer Benutzer: Otto

    die MWST-Erhöhung für Deutschland wird es nicht geben, auch in Zukunft nicht. Es würde die Wirtschaft abwürgen. Griechenland muss unter völliger Kontrolle gestellt werden ansonsten gibt es kein Geld mehr für Griechenland,außerdem müssen mal die Auslandskonten der Griechen steuerlich auch mal überprüft werden. Die Griechen sind nur Redner vor den Herrn u. sonst gar nichts. Hier müssen jetzt Strukturen u. Reformen in diesen Land geschaffen werden. So schnell wie möglich u. die Gewerkschaften müssen in die Schranken gewiesen werden, diese Gewerkschaften sind Gift für das Land.

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