Schuldenkrise: Spanien steckt in der Klemme

Schuldenkrise: Spanien steckt in der Klemme

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Durch Rettung in Not - Eine mit Graffiti besprühte Filiale der spanischen Großbank Bankia

Die Bankenrettung hat die Probleme Spaniens nicht gelöst. Das Land ruft schon wieder nach internationaler Hilfe.

Genau drei Stunden lang hatten die Euro-Länder vergangenen Montag gehofft, sie hätten sich mit dem bis zu 100 Milliarden Euro schweren Rettungspaket für Spaniens Banken ein paar Tage Ruhe erkauft. Dann stiegen die Renditen wieder – am Tag darauf lagen sie mit rund sieben Prozent auf dem höchsten Wert seit der Einführung des Euro.

Der Grund: Spaniens Staatsverschuldung wird wegen der Bankenrettung deutlich steigen, die Lage der privaten Gläubiger könnte sich verschlechtern. Die Umwegfinanzierung über den Staatshaushalt „demonstriert, dass die Euro-Volkswirtschaften nicht willens sind, sich voll zu integrieren“, fassen Analysten der Investmentbank UBS die Frustration der Märkte zusammen.

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Das Rettungspaket würde, sofern es vollständig ausgeschöpft wird, Spaniens Schuldenstand um rund zehn Prozentpunkte erhöhen: Wurden für Ende 2012 bisher rund 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erwartet, wären es dann rund 90 Prozent. Das entspräche zwar in etwa der Schuldenquote Frankreichs und gilt noch als handhabbares Niveau. Doch infolge der Rezession – der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt den Rückgang des BIPs in 2012 auf 1,8 Prozent – und der mit knapp 25 Prozent hohen Arbeitslosigkeit könnten die Staatsfinanzen schnell außer Kontrolle geraten.

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Kommende Woche wird Klarheit darüber bringen, wie viele Milliarden die Bankenrettung tatsächlich verschlingt. Am Donnerstag, einen Tag vor dem Treffen der EU-Finanzminister, stellen die von der spanischen Regierung bestellten Prüfungsunternehmen Roland Berger und Oliver Wyman die Ergebnisse ihrer Stresstests vor. Auf Basis dieser Ergebnisse, sowie einer Studie des IWF will die Regierung ihren Kreditantrag beziffern.

Übersicht zu den spanischen Banken (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

Übersicht zu den spanischen Banken (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

Die IWF-Studie zeigt deutlich die Heterogenität des Finanzsystems. Einzig die international breit aufgestellten und profitablen Giganten Banco Santander und BBVA brauchen nach Ansicht des IWF keine Kapitalhilfe. Alle anderen werden nur mit staatlicher Hilfe am Leben erhalten oder könnten bei einer rapiden Verschlechterung der Wirtschaftslage in eine solche Lage kommen.

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