ThemaSchuldenkrise

alles zum Thema
_

Kommentar Schuldenkrise: Systemkollaps ante Portas

von Frank Doll

Spanien gönnt sich das Rettungspaket light. Das hätten auch Griechenland, Irland und Portugal gerne.

Die europäische Währungsunion kann nach Ansicht von EZB-Präsident Mario Draghi gestärkt aus der Krise kommen, wenn die Regierungen ihre Hausaufgaben machen und nationale Egoismen nicht die Oberhand gewinnen. Schon heute sei die Euro-Zone stabiler als noch vor einem Jahr, sagte Draghi. Nach der tiefen Finanz- und Wirtschaftskrise habe Europa damit begonnen, sich wieder auf seine Stärken zu besinnen und weitere Integrationsschritte unternommen. "Wir können heute mit Fug und Recht sagen, dass die Wirtschaft- und Währungsunion stabiler ist, als sie es vor einem Jahr war." Auch die Investoren an den Finanzmärkten seien nun davon überzeugt, "dass der Euro eine starke und stabile Währung ist".

Bild: dpa

Spaniens Regierung verkauft es als Erfolg, dass sie nur ein Rettungspaket „light“ in Anspruch nimmt. Die Iberer begeben sich nicht komplett unter den Rettungsschirm, sondern sie stellen nur ihre Banken darunter. Das ist seit der Änderung des EFSF-Vertrags im vergangenen Jahr möglich. Nur möchten einen solchen Erfolg gewiss jetzt auch die Regierungen in Griechenland, Irland und Portugal für sich verbuchen. Anders als die Regierung in Spanien befinden sie sich schließlich komplett unter den Rettungsschirm, entsprechend stärker angezogenen hat man bei ihnen Daumenschrauben. Es dürfte daher also nur eine Frage der Zeit sein, bis auch Athen, Dublin und Lissabon Rufe ähnliche Sonderkonditionen einfordern werden.
Am vergangenen Wochenende hat die politische Führung in Europa wieder einmal eindrucksvoll versagt. Erneut wurde eine Entscheidung getroffen, ohne sich zuvor über die politischen und finanzmarktrelevanten Konsequenzen auch nur ansatzweise im Klaren zu sein.

Anzeige
Weitere Artikel

Und so ist die vermeintlich positive Wirkung aus dem geschnürten 100-Milliarden-Euro-Paket für Spaniens Banken schon zum Wochenauftakt wieder verpufft. Italien, das ein Fünftel der Summe des europäischen Rettungsfonds garantiert, dürfte jetzt das nächste Opfer der Euro-Bürokraten werden. Die Märkte haben ihr Urteil bereits gesprochen. Bezeichnenderweise tauchte der italienische Börsenindex FTSE MIB am Montag nach einem anfänglichem Kursfeuerwerk bereits nach der Mittagspause wieder ab. Der Tag endete an der Börse Mailand letztlich mit einem dicken Minus von 2,8 Prozent.

weitere Fotostrecken

Blogs

Chinesen-Plage in Hongkong
Chinesen-Plage in Hongkong

Quer durch die Kulturen ist der Sonntag ein Tag der Ruhe, des Innenhaltens – im britisch geprägten Hongkong nicht anders...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 18.05.2013

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche

    Folgen Sie uns im Social Web

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.