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Schuldenkrise: Troika ruiniert Griechenland-Wirtschaft

von Kerstin Dämon

Griechenland braucht weitere 15 Milliarden Dollar. Das sei die Schuld der Troika, sagt Wirtschaftsweiser Peter Bofinger.

Die Fehler bei der Euro-Rettung


Rettungsfonds EFSF: Eine kleine Krücke
Die im Mai 2010 als Euro-Rettungsfonds geschaffene European Financial Stability Facility (EFSF) ging mit der Arbeitshypothese ans Werk, sie werde gar nie zum Einsatz kommen. Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone hofften, allein die Ankündigung, finanzschwachen Staaten zur Seite zu stehen, werde die Finanzmärkte nachhaltig beeindrucken. Doch es kam anders. Die Summe, die der EFSF zur Verfügung stand, ließ die Märkte kalt. Der Versuch, die Mittel der EFSF zu hebeln und das Kreditvolumen auf eine Billion Euro zu steigern, ist kläglich gescheitert. Mittlerweile sind die Investoren so beunruhigt, dass auch eine Versicherung von 20 bis 30 Prozent sie nicht mehr locken kann.

Quelle: dpa

Griechenland braucht weitere 15 Milliarden Euro, um seine Schulden in den nächsten acht Jahren auf 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu drücken. Derzeit beträgt die Schuldenlast noch 160 Prozent des BIP. Das haben die Schuldenprüfer von der Troika herausgefunden. Nun geht in Brüssel das Gerangel weiter, wer dafür aufkommen soll. Die Euroländer und die EZB sollen auf die Summe verzichten - Stichwort Schuldenschnitt.
Da will Deutschland aber nicht mitspielen. „Griechenland braucht eine Reduzierung der privaten Forderungen um 50 Prozent“, sagte Finanzminister Wolfgang Schäuble in einem Interview. „Es braucht keine zusätzlichen Beiträge des öffentlichen Sektors“, sagte er. Und auch die EZB will ihre Forderungen nicht abschreiben.
Die EU-Kommission sieht es anders: Der öffentliche Sektor müsse verzichten, um Griechenland zu retten. Was die Banken und Investoren tun, spiele bei der Entscheidung keine Rolle. Die sind im Übrigen bereits im Gespräch mit der griechischen Regierung. Der scheidende Deutsche-Bank-Vorstandschef Josef Ackermann sagte, die Gläubiger seien zu einem Verzicht von "70 Prozent plus X" bereit. Knapp 100 Milliarden Euro Entlastungen stehen zur Debatte.

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Troika würgt Wirtschaft ab

Jetzt will die Troika Griechenland noch Lohn- und Rentenkürzungen aufdrücken. Ministerpräsident Lucas Papademos hat sich bereits bereit erklärt, entsprechende Gesetze zu verabschieden. Doch genau das sei der Fehler, urteilt der Wirtschaftsweise Peter Bofinger. Das Programm der Troika aus Internationalem Währungsfonds (IWF), EU-Kommission und Europäischer Zentralbank „war von Anfang an falsch angelegt“, sagte das Mitglied des Wirtschafts-Sachverständigenrates der „Frankfurter Rundschau“. Die anhaltende Misere der griechischen Wirtschaft sei eine Folge der Sparauflagen der Troika. „Durch die Sparmaßnahmen wurde die Wirtschaft abgewürgt, dies ließ die Defizite steigen, woraufhin die Troika noch schärfere Sparanstrengungen forderte“, sagte der Ökonom. In diesem Kreislauf sei das System kollabiert. „Die Troika hat grundlegende Gesetze der ökonomischen Schwerkraft missachtet.“

Schuldenkrise Lawine des Elends rollt über Griechenland

Die Wirtschaft bricht ein, Reformen bleiben aus. Athens Politiker können – oder wollen – das Land nicht retten.

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Harsche Kritik - die an den Euroländern abperlt: Für das zweite Paket von Euro-Ländern und IWF in Höhe von 130 Milliarden Euro sollen weitere Reformen und Einsparungen her und das zügig. Wirtschaftsminister Philipp Rösler beispielsweise lehnte es ab, den Griechen mehr Zeit zu geben. Das wäre „schlichtweg das falsche Signal“, sagte er.

mit Material von dpa und Reuters

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 05.02.2012, 16:32 UhrAnonymer Benutzer: Funin

    Der Forist schreibt:
    "Das durch und durch Kriminelle griechenland vom milliardaer bis zum Muellwerker,Kirche und Regierungen haben nur ein einziges ziel-Abkochen was geht und dann im land verteilen"

    Das mit dem Abkochen stimmt ja noch, aber das mit dem im Land verteilen sicher nicht: Das abgekochte Geld geht in die Schweiz!

  • 05.02.2012, 10:24 UhrAnonymer Benutzer: werner

    man muss konstatieren dieser bofinger hat nicht nur keine Ahnung vom Kriminal-Bussiness in Griechenland,sondern auch von Wirtschaft.er sollte nochmal sein Studium beginnen, vielleicht wird dann doch noch was draus.
    Das durch und durch Kriminelle griechenland vom milliardaer bis zum Muellwerker,Kirche und Regierungen haben nur ein einziges ziel-Abkochen was geht und dann im land verteilen.Arbeit,Verantwortung,Steuern oder gar Europa sind Frendworte die nie einer gebraucht und schon garnicht befolgt.Doesen und in der Sonne liegen ist das Leben der Griechen und sonst nichts.

  • 05.02.2012, 03:28 UhrAnonymer Benutzer: Platon

    Griechenland fordert weitgehend verpflichtungsfreie Alimentierung.Es könnte leicht Sicherheiten wie Beteiligungen,Immobilien,Grundstücke,Goldreserven,Häfen,Flughäfen etc.hinterlegen.Möchte es aber nicht.Das „Sparprogramm“ ist selbst Wohlgesonnene blanker Hohn.Erfolgreich war bisher nur die Erfindung neuer Steuern.Seitdem die reale Welt durch „freiwillige Verzichte“ direkt ins Paradies verlagert wurde ,wird die Forderung nach Vertragstreue als Affront gewertet.Mit dem Beharren der EZB auf volle Rückzahlung wurde vergangene Woche der Anschein erweckt, als erwarteten die Gläubiger ernsthaft eine Rückzahlung.Dabei handelt es sich um mindestens ca.250 Milliarden Euro für Kredite und Haftung,also die Einnahmen von ca.250 Jahren aus der neuen deutschen Flugsteuer oder den Gegenwert von rund 850.000 Einfamilienhäusern.
    Jetzt wissen wir,wo sich dieses Paradies befindet:In den Taschen der Steuerzahler.
    Die Argumente des „Wirtschaftweisen“ im vorstehendem Artikel sind so weise nicht.Innerhalb der vorhandenen griechischen Wirtschaftsstruktur kann niemals Wohlstand entstehen. Den gibt es nur in freien Märkten,bei Eigentumsschutz,funktionierender Justiz,Vertrags-und Berufsfreiheit.Auch bei Verdopplung der jetzigen Zahlungen würde sich das nicht ändern.Ohne die Entlassung von 3-400000 Beamten und den Wegfall des öffentlichen Dienstes (4-700000 Arbeitnehmer) durch Privatisierung ist die Pleite nicht zu verhindern.Die Reduzierung der Gewerkschaftsmacht ist unverzichtbar.
    Es wird klar,dass nur die sozialistische politische Kaste durchgefüttert werden soll.
    Dennoch gibt die Krise auch Hoffnung,denn am Ende steht mit Glück das Auseinanderbrechen der Europäischen Union.Da lohnen die Opfer,diese nie demokratisch gewählte,50 000 Mann starke Wohlstands- Vernichtungsorganisation ohne Krieg zu verabschieden. Dabei kann der Euro durchaus überleben,wenn ihm einige neue Regeln gegeben oder wiedergegeben und diese dann auch eingehalten werden.

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