Schuldenkrise: Zypern bekommt Rettungspaket

Schuldenkrise: Zypern bekommt Rettungspaket

Nach langen Verhandlungen hat sich Zypern eigenen Angaben zufolge ein internationales Rettungspaket gesichert. Das Hilfspaket soll 17,5 Milliarden Euro schwer sein, das entspricht der jährlichen Wirtschaftsleistung des Landes.

Das drittkleinste Euro-Mitglied Zypern hat sich nach eigenen Angaben ein internationales Rettungspaket gesichert. Die Vereinbarung mit Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds (IWF) sollte am Freitagnachmittag in Brüssel bekanntgegeben werden, sagte ein Regierungssprecher. Die Regierung unterrichte Parteispitzen und Gewerkschaften bereits über die Bedingungen des Abkommens. In zyprischen Regierungskreisen war am Donnerstag von einem Hilfspaket im Volumen von 17,5 Milliarden Euro die Rede gewesen. Das entspräche nahezu der jährlichen Wirtschaftsleistung des Landes, dem vor allem die enge Verflechtung mit dem Krisenherd Griechenland zu schaffen macht.

Wissenswertes über Zypern

  • Wo liegt Zypern überhaupt?

    Die Republik Zypern liegt in Vorder-Asien. Sie ist aufgeteilt in die Türkische Republik Nordzypern und den griechischen Teil, die Republik Zypern. Die Hauptstadt ist Nikosia. Zypern ist die drittgrößte Insel des Mittelmeeres und erlangte im Jahre 1960 ihre Unabhängigkeit.

  • Wie viele Menschen leben da?

    Insgesamt leben 1,2 Millionen Menschen auf der ehemaligen britischen Insel Zypern. 77 Prozent der Bevölkerung sind Griechen, 18 Prozent sind Türken. Die Amtssprachen sind Türkisch und Griechisch.

  • Wie geht es der Wirtschaft?

    Die zyprische Wirtschaft leidet traditionell an einer Exportschwäche, die sich 2010 in einem Handelsbilanzdefizit von 5,3 Milliarden Euro niederschlug. Die 2010 wieder stark gestiegenen Importe – Wert von 6,47 Milliarden Euro – stehen Exporten im Wert von gerade einmal 1,15 Milliarden Euro gegenüber. Noch zu Beginn des Jahres 2011 lag die Arbeitslosigkeit bei sechs Prozent. Inzwischen ist sie auf über zehn Prozent angestiegen und hat einen historischen Höchststand erreicht.

  • Hat Zypern Bodenschätze?

    Ja, Zypern lebt hauptsächlich von den Bodenschätzen und der Landwirtschaft. Das Kupfervorkommen war so enorm, dass das Metall der Insel ihren Namen gab. Der lateinische Name "cuprum" ist abgeleitet von "aes cyprium". In den Bergen findet man große Vorkommen an Marmor, an den Stränden wird Tonerde abgebaut.

    Das milde Klima auf der Insel begünstigt die Ernte. So können Bauern zweimal im Jahr Obst, Gemüse und auch Getreide ernten. Beliebt sind neben den Zitrusfrüchten auch die zypriotischen Kartoffeln. Wichtigste Abnehmerländer sind Griechenland (24,5 Prozent), Deutschland (10,5 Prozent) und England (8,6 Prozent).

  • Wie englisch ist Zypern?

    Der Einfluss der britischen Kolonialzeit ist geblieben. Nicht nur, dass vielerorts noch Englisch gesprochen wird. Das beliebte englische Frühstück können die englischen Touristen auf Zypern genießen. Das Linksfahren gilt auf der geteilten Insel genauso wie auch in Großbritannien. Seien Sie also im Straßenverkehr besonders vorsichtig!

  • Wieso ist Zyperns Flagge so bunt?

    Die Fahne Zyperns ist weiß mit einem Abbild der Insel. Die orange Farbe steht symbolisch für das Metall Kupfer, das bereits 3000 v. Chr. auf Zypern entdeckt wurde. Nach diesem Metall wurde übrigens auch die Insel benannt. Weiterhin sieht man zwei Olivenbaum-Zweige. Sie stehen für die beiden Volksgruppen auf Zypern.

  • Was können die Zyprioten besser?

    Eindeutig kochen. Die multikulturelle Küche ist durch die Besatzungszeiten der Römer, Osmanen und auch des britischen Commonwealth von vielen unterschiedlichen Kulturen beeinflusst. Neben den orientalisch-kulinarischen Einflüssen wie Zitrone, Joghurt und Knoblauch sind indische Zutaten wie Ingwer und Curry sehr beliebt. Nicht nur in der Gegenwart, auch in der Antike schätzten die Menschen den zypriotischen Wein.

Die 17,5 Milliarden Euro bestätigte der Finanzminister des Inselstaates, Vassos Shiarly, indirekt am Donnerstag nach der Übergabe des Etats für 2013 an den Parlamentspräsidenten Giannakis Omirou gegenüber der Presse. „Diese Zahl ist nichts Neues, sondern das, was wir in der Vergangenheit auch schon genannt hatten“, sagte Shiarly. Man müsse zur Summe für die Rekapitalisierung der Banken in Höhe von zehn Milliarden weitere sechs Milliarden für die Bedienung von Altschulden und 1,5 Milliarden Euro für das laufende Haushaltsdefizit bis 2016 rechnen. „Folglich kommen wir auf rund 17 Milliarden, wenn das die Zahl ist, die Sie suchen“, sagte der Minister.

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Zypern macht hohe Verluste der Banken zu schaffen, die eng mit griechischen Geldhäusern verbunden sind und hart vom Schuldenverzicht der privaten Gläubiger Griechenlands im Frühjahr getroffen wurden. Die Regierung Zyperns hatte Ende Juni deshalb einen Antrag in Brüssel auf ein Hilfspaket gestellt. Zuletzt war in Nikosia von einer Summe die Rede, die mindestens 10 Milliarden Euro betragen soll. Derzeit laufen die Verhandlungen mit der Troika von Europäischer Union, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) über Hilfskredite bis 2016.

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