Schutzgemeinschaft für Bankkunden: Ein kleiner Verein kämpft gegen die Großbanken

Schutzgemeinschaft für Bankkunden: Ein kleiner Verein kämpft gegen die Großbanken

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Die Frankfurter Banken-Skyline: Viele Banken verlangen Gebühren, die sie eigentlich nicht verlangen dürften. Die Darlehensbearbeitungsgebühr ist da bei weitem nicht die einzige.

von Niklas Dummer

Viele Banken kassieren widerrechtlich Gebühren von ihren Kunden. Die Schutzgemeinschaft für Bankkunden kämpft dagegen an - oft mit Erfolg.

„Banken verlangen eine Vielzahl von ungerechtfertigten Bankgebühren“, sagt Jörg Schädtler. Als Vorsitzender der Schutzgemeinschaft für Bankkunden könnte er da einige aufzählen.

Seit 1999 schaut sein Verein den Banken auf die Finger. Der jüngste Erfolg: Ein rechtskräftiges Urteil zur Darlehensbearbeitungsgebühr beim Bundesgerichtshof im Mai 2014. Die Schutzgemeinschaft für Bankkunden hatte 2012 gegen die National-Bank geklagt.

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„Bis ins Jahr 2014 haben die Banken bei Darlehensverträgen zusätzlich eine Bearbeitungsgebühr veranschlagt“, sagt Schädtler. Zum Teil hätten sie drei oder vier Prozent der Darlehenssumme als Bearbeitungsentgelt verlangt. „Das ist willkürlich“, urteilt er. Die Banken nähmen einen Teil der Darlehenssumme dafür, dass sie einen Darlehensantrag bearbeiten – also um die Bonität des Kunden zu prüfen, den Zinssatz festzulegen oder Sicherheiten hereinzunehmen. Laut Rechtsprechung des BGH sind das alles Tätigkeiten, für die die Banken keine Entgelte verlangen dürfen - denn sie sind nicht im Interesse der Kunden.

Die Bankgebühren ärgern die Deutschen am meisten

  • Kontoführungsgebühren

    38 Prozent aller Deutschen ärgern sich über Kontoführungsgebühren. Das geht aus einer Studie hervor, die die ING Diba in Zusammenarbeit mit der GfK Marktforschung erstellt hat.

  • Geldautomatengebühren

    Geldautomatengebühren ärgern ein Viertel der Befragten. Nichtdestotrotz nutzt jeder zweite Deutsche mindestens einmal im Monat einen fremden Automaten, um mit seiner Girocard Geld abzuheben.

  • Überziehungszinsen für das Girokonto

    22 Prozent grämen sich wegen der Überziehungszinsen für ihr Girokonto.

  • Bankgebühren ärgern mich gar nicht

    Einige Befragte gaben an, die Bankgebühren störten sie nicht. Das waren insgesamt sieben Prozent.

  • Kreditkartengebühren

    Es gibt einige kostenlose Kreditkarten. Für alle anderen wird eine Gebühr fällig. Das ärgert drei Prozent der Befragten.

  • Kreditbearbeitungsgebühren

    Über die Gebühren, die Banken verlangen, wenn sie einen Kreditantrag bearbeiten, wurmen 2 Prozent.

  • Depotgebühren

    Auch die Depotgebühren ärgern zwei Prozent der Befragten.

  • Gebühren für die Zusendung von mobile TANs

    Banking findet immer mehr im Internet statt. Will man hier Geld überweisen, geht das meist über einen TAN. Wer keinen TAN-Generator besitzt, kann sich den TAN per SMS zuschicken lassen – allerdings kostet das. Stören tut das die wenigsten Befragten. Nur ein Prozent ärgert sich darüber.

Die Nationalbank als beklagte Bank hat das eingesehen – andere Banken nicht. So veranschlage die Targobank Bank bis heute Darlehensbearbeitungsgebühren, sagt Schädtler. Ihre Begründung: Im Kundenvertrag sei diese Gebühr wirksam vereinbart – sie werde ja nicht pauschal erfasst; die Bank sei zudem individuell nicht verurteilt worden.  

Damit ist sie nicht alleine. Auch die Deutsche Bank fordert laut Schädtler weiter Darlehensbearbeitungsgebühren ein. Gegen all diese Banken hat die Schutzgemeinschaft Verfahren vor Landgerichten eingeleitet.

Nun könnte man meinen, dass sich die BaFin als Bankenaufsicht solcher Urteile annimmt - doch dort heißt es: „Die BaFin kann einzelne zivilrechtliche Streitigkeiten nicht verbindlich entscheiden. Das ist ausschließlich Sache der Gerichte.“

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