Schweden, Polen & Co.: Euro – nein, danke!

Schweden, Polen & Co.: Euro – nein, danke!

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H&M-Chef Karl-Johan Persson orientiert sich mit immer weiter weg von Europa. Zwar ist Deutschland der wichtigste Markt für Hennes & Mauritz, doch die größten Zuwachsraten verbucht der Textilriese längst in Übersee.

von Tim Rahmann

Die Gemeinschaftswährung wird als Garant für Exporterfolg und Wohlstand verkauft. Doch viele europäische Nachbarn wollen den Euro trotzdem nicht. Warum, zeigt eine Reise durch Schweden, Polen und Kroatien.

Die größte Gefahr für H&M ist nicht die Euro-Krise, sondern der Sommer. Regen- und Gewitterwolken hängen nun schon seit Wochen über Deutschland, Skandinavien und Osteuropa. Selbst in Asien ist das Wetter überwiegend mies. Die Folge: Die bunten Tops und kurzen Shorts des zweitgrößten europäischen Textilherstellers finden kaum Abnehmer. Die Bikini-Werbung mit den übermäßig stark gebräunten Models sorgte zwar für Aufregung, aber nicht für steigende Absatzzahlen.

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Vor wenigen Wochen noch, im Mai, strahlte der Konzern mit der Sonne um die Wette. Aufgrund der frühen sommerlichen Temperaturen stiegen die Umsätze bei Hennes & Mauritz im zweiten Quartal überraschend um zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr, auf 31,7 Milliarden Schwedische Kronen (knapp 3,6 Milliarden Euro) – trotz der Euro-Krise.

Suche nach neuen Partnern

"Wir sind gut in das Jahr gestartet", sagt Geschäftsführer Karl-Johan Persson. "Unsere Frühjahrskollektion wurde sehr gut angenommen und zwar in allen 44 Ländern, in denen wir aktiv sind." Egal ob in den Metropolen oder in Kleinstädten. Und vor allem: "Wir haben sowohl in stark wachsenden Ländern gut abgeschnitten, aber auch in Ländern, deren Volkswirtschaften in Schwierigkeiten sind", so Persson. Es gebe immer wieder Unsicherheiten in der Branche, das Wetter sei eine schwer kalkulierbare Größe. Aber grundsätzlich seien die Risiken für sein Unternehmen gut händelbar. 

Der Hauptgrund dafür: Hennes & Mauritz sind zunehmend global aufgestellt. Die Schweden kehren Kern-Europa zwar nicht komplett den Rücken, sie schauen sich aber verstärkt nach neuen Partnern um. So wurden die größten Zuwachsraten im ersten Halbjahr 2012 in den USA (+36 Prozent), Südkorea (+56 Prozent), China (+60 Prozent) und Kroatien (+319 Prozent) verzeichnet. Auch, weil die Zahl der Geschäfte dort massiv ausgebaut wurde. In diesem Jahr sollen erstmals H&M-Läden in Bulgarien, Mexiko, Lettland, Malaysia und Thailand eröffnet werden.

Europa hat an Attraktivität verloren

Die Euro-Krise kann dem Geschäft des Textilriesen damit eine Delle verpassen, gefährden kann es den Konzern nicht mehr. Dass die Nachfrage in den Euro-Ländern Niederlande, Luxemburg, Spanien und Portugal mehr oder weniger stagniert, ist für die Schweden verkraftbar. Zumal, wenn der wichtigste Markt, Deutschland, weiter wächst.

Europa hat an Attraktivität verloren, in Schweden hat ein Umdenken stattgefunden. Bei H&M, dessen Unternehmer-Kollegen, aber auch bei der politischen Klasse.

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