ThemaFrankreich

KommentarSchweizerische Nationalbank: Frankreich nagelt die Schweiz ans Marterhorn

30. Januar 2013
von Frank Doll

Sein Land sei pleite, sagt der französische Arbeitsminister Michel Sapin. Eine unbequeme Wahrheit, auch für die Schweizerische Nationalbank (SNB). Sie hat zur Stützung des Euro massiv in französische Staatsanleihen investiert.

Soviel Ehrlichkeit verblüfft. In einem Rundfunk-Interview teilte der französische Arbeitsminister Michel Sapin unlängst mit, dass er den französischen Staat für “total bankrott” hält. Reiche Franzosen haben das schon geahnt und schaffen ihr Vermögen ins Ausland, während die Hoffnungsindustrie der kleinen Leute Rekordumsätze vermeldet. So berichtet die staatliche Lotteriegesellschaft La Française des Jeux (FDJ) für 2012 über einen Anstieg der Spielumsätze um gut sechs Prozent auf 12,1 Milliarden Euro. Die FDJ ist die weltweit drittgrößte Lotterie.

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Frankreich Hollande schießt sein Land in eine Schuldenkrise

In Mali droht ein langer und teurer Krieg mit unsicherem Ausgang. Frankreich hat sich militärisch und finanziell übernommen. Nur Deutschland kann einen Flächenbrand in der Region noch verhindern.

Frankreich: Hollande schießt sein Land in eine Schuldenkrise

Wohin man auch blickt derzeit in Frankreich, überall kommen Probleme ans Licht, ob in der Rentenkasse, der Arbeitslosenversicherung oder und Militärhaushalt – Ansprüche und Leistungen sind zu hoch, die Beiträge aber zu gering und der Staat kaum mehr in der Lage, diese Löcher zu stopfen. Der fortschreitende Verfall der französischen Industrie verschlimmert die Situation zusätzlich. 1999 lag der Anteil Frankreichs am weltweiten Exportvolumen noch bei sieben Prozent, heute sind es gerade noch drei Prozent – Tendenz fallend.

Wenn es in den vergangenen Jahren Wachstum gab, waren dafür meist öffentliche Ausgaben verantwortlich. Aus der Privatwirtschaft kommen schon lange keine Wachstumsimpulse mehr. Weite Teile der französischen Industrie liegen brach und sind nicht wettbewerbsfähig. Den Unternehmen fehlen die Gewinne um Investitionen in neue Anlagen oder Technologien zu stemmen

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Kommentare | 7Alle Kommentare
  • 30.01.2013, 18:52 Uhrallesverloren

    Das neue deutsche Geschäftsmodell, the new normal. Deutschland, wird das Sozialamt Europas. Die Sozial-Union für unsere Euro-Visionäre.

    Unsere Harz IV Empfänger tun ja soooooo was von profitieren von dem Euro, da muss man halt solidarisch sein und was abgeben.

    Schäuble und Merkel werden sich heftig sträuben, wie Staatsschauspieler, im ersten Akt.

    Im zweiten Akt werden knallharte Bedingungen für die Zahlungen vorgetäuscht.

    Der dritte Akt läuft dann aber schon wieder nach Plan. Die Deutschen sollen doch froh sein, für die dortigen Arbeitslosen zahlen zu dürfen. Das liegt doch auch in unserem Interesse. Ansonsten droht die Frühverrentung, die ja noch teurer würde, da ja dort auch die Kassen leer seien und die Rentenhöhe ja auch wesentlich höher läge als in Deutschland. Kommt einem irgendwie bekannt vor.

    Wenn Deutschland nicht zahlt, fliegt die Euro-Zone auseinander. Also, Pflichtgefühl zeigen, Backen zusammenkneifen, auf die Zunge beissen und zahlen.

    Is doch super Papier, der Euro. Is doch super Papier.

  • 31.01.2013, 12:10 UhrPhil

    Sozialistische Phantasien in Frankreich sind so lange erfolgreich, wie der dt. Steuerzahler dies finanziert.
    Also : Höhere Steuern, Abgaben, Gebühren für Deutsche, damit unsere Europäer in der EU bleiben und sich ein Dolce Vita auf unsere Knochen machen können.
    In dieser Richtung sind sich alle etablierten Parteien einig. Leider werden Sie noch immer gewählt.

  • 31.01.2013, 13:37 UhrGast

    Wie soll Frankreich denn wieder wettbewerbsfähig werden?

    Auf der einen Seiten pflegt man ein abgehobenes Anspruchsdenken und auf der anderen Seite fehlt sämtlicher Wille, für seine hausgemachten Fehler selbst die Verantwortung zu übernehmen.

    Die „Grande Nation“ hat nur Rosinen, Arbeits(verhinderungs)gesetze, Steuer- und Schnorrerphantasien im Kopf.

    Es gibt keinen Mittestand wie in DE, man ist wenig innovativ und wenn etwas nicht läuft, soll´s wie in der DDR, der Staat richten.

    Irgendwo habe ich mal gelesen, das Frankreich 20% gegenüber DE abwerten müsste um überhaupt erst einmal Gleichstand bei den Lohnstückkosten herzustellen.

    Nur das reicht ja immer noch nicht, da in der Regel fr. Produkte auch noch qualitativ schlechter als deutsche Produkte sind, müsste die Abwertung noch höher sein um preislich deutsche Produkte unterbieten zu können?

    Wie soll das gehen? Selbst wenn Fr. heute Hartz IV einführen und die Franzosen vehement mitziehen würden, dauert das mindesten 10 Jahre bis, man mit DE gleichauf ist. Und DE entwickelt sich ja auch weiter.

    Glaubt irgendwer von diesen Europhantasten, dass sich die Ungleichgewichte in der Eurozone noch 10 Jahre verdecken oder bezahlen lassen?

    Die einzige Chance die alle anderen Länder gegenüber DE haben ist über ein eigen Währungseinführung und gleichzeitiger Abwertung quasi über Nacht wieder wettbewerbsfähig zu werden. Und so etwas wird kommen, egal in welcher Form.

    Den Euro wird es zerreißen.

    Entweder, weil hier der Baum brennt und DE aussteigt oder weil die Südländer aussteigen müssen um nicht in der Dritten Welt zu landen.

    Die andere „Lösung“ wäre ein weltweiter monetärer Absturz.
    Wie dem auch sei, der A.. geht ganz gewaltig auf Grundeis.

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