Situation weiter brenzlig: Merkels verlangt von Griechen noch mehr Reformen

Situation weiter brenzlig: Merkels verlangt von Griechen noch mehr Reformen

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Antonis Samaras heißt seine deutsche Kollegin, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), in Athen willkommen.

Die Kanzlerin zeigt sich beim Kurz-Trip nach Athen versöhnlich. Immerhin ist das EU-Sorgenkind an den Kapitalmarkt zurückgekehrt. Dennoch mahnt sie an, am Ball zu bleiben und stärkt Parteifreund Samaras den Rücken.

Nicht alle dürften das gerne gehört haben: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Hellenen zur Fortsetzung seines schmerzhaften Reformkurses ermuntert. Angesichts der Veränderungen im Land glaube sie, dass Griechenland „mehr Möglichkeiten offen stehen, als sich Schwierigkeiten ergeben werden“. Viele Menschen sähen das aber angesichts der sehr hohen Arbeitslosigkeit heute noch nicht, sagte Merkel am Freitag bei einem sechsstündigen Kurzbesuch in der griechischen Hauptstadt Athen.

Wie brisant die Lage immer noch ist, dürfte Angela Merkel spätestens auf dem Weg vom Athener Flughafen ins Stadtzentrum klar geworden sein. An den Straßen patrouillieren Polizeieinheiten in olivgrünem Kampfanzug mit Schutzhelm, Schlagstock und Plastikschild. Ein Riesenaufgebot der Polizei schützt den Weg der Kanzlerin zum Treffen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras, selbst die Gegenfahrbahnen der Straßen sind gesperrt.

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Auch der Blick entlang der Autobahn lässt keine Illusionen über die nach wie vor marode Wirtschaftslage des größten Euro-Krisenlandes zu. Überall sind überdimensionale Werbeflächen zu sehen - alle verrottet, kein Unternehmen macht dort auf sich aufmerksam.

Kapitalmarktrückkehr Kollektiver Irrsinn in Sachen Griechenland

Die Rückkehr Griechenlands an den Kapitalmarkt ist surreal. Tatsächlich hat sich mit diesem Schritt die Wahrscheinlichkeit für einen Zahlungsausfall des Landes erhöht.

Schuldenkrise Quelle: dpa

Für Merkel ist ihre Reise an diesem Freitag ein Zeichen der Solidarität. Als sie im Oktober 2012 zuletzt in Griechenland war - damals mitten in der Schuldenkrise - schlug ihr teils blanker Hass entgegen. Es gab Demonstrationen mit 30.000 Teilnehmern, die Menschen machten sie persönlich für die schwierige Lage verantwortlich. Selbst Hitler-Vergleiche konnten sich manche nicht verkneifen.

Doch die Kanzlerin zeigt sich nicht nachtragend. Schließlich lieben auch nicht alle Deutschen ihre Politik. Und wenn es der Sache dient - da kann die nüchterne Ostdeutsche einstecken.

Eine Parallele zu ihrer ostdeutschen Herkunft zieht die Kanzlerin auch beim Treffen mit jungen, innovativen Start-up-Unternehmen. Aus ihrer Sicht sind die Firmen ein wesentlicher Baustein für die Zukunft des krisengeschüttelten Landes.

Auch nach der deutschen Wiedervereinigung hätten viele Menschen ihre Arbeit verloren, viele sich in neuen Situationen zurechtfinden müssen, sagt Merkel. Später dann hätten sie erkannt: „Die Chancen und die Möglichkeiten überwiegen. Und ich bin ganz sicher, das wird auch in Griechenland so sein, trotz der schweren Wegstrecke.“

Nicht als Lehrerin, die ihrem konservativen Parteifreund Samaras Noten erteilt, will Merkel in Athen gesehen werden. Tatsächlich sei die griechische Regierung schon ordentlich vorangekommen auf dem Reformweg, glaubt man im Kanzleramt.

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