Spanien: Im Sport oben auf, in der Wirtschaft am Boden

Spanien: Im Sport oben auf, in der Wirtschaft am Boden

Beim Sport erzielt Spanien durch Disziplin und Ehrgeiz derzeit Spitzenleistungen, in der Wirtschaft und Politik sind Beziehungen und Einflüsse jedoch immer noch mehr wert als Können.

Als Juan Mata am Sonntagabend in Kiew das vierte Tor für Spanien schoss und damit endgültig den haushohen Sieg für seine von einer schweren Finanz- und Vertrauenskrise geschüttelte Heimat klarmachte, schlug sein Team, "La Roja", gleich zwei Rekorde: Nie zuvor hat eine Fußballmannschaft bei der Europa- und Weltmeisterschaft dreimal in Folge gewonnen und nie zuvor haben so viele Spanier, 15,4 Millionen, vor dem Fernseher gesessen, und mit der Elf gefiebert. “Wir haben diesmal wegen der dramatischen Situation zuhause besonders stark gekämpft, um ein bisschen Freude ins Land zu bringen”, gesteht der zum besten Spieler der Europameisterschaft gewählte Andrés Iniesta.

Die “Roja” ist derzeit nicht der einzige sportliche Freudenbringer der Spanier: Der 26-jährige Rafael Nadal gewann Anfang Juni zum siebten Mal die "French Open", Fernando Alonso wurde 2003 der bis dahin jüngste Weltmeister der Formel 1 und führt die Fahrerwertung der laufenden WM an. Man könnte die Liste beliebig fortführen.

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Sport als einziger Lichtblick

Während sich die Sporthelden feiern lassen, traut sich der spanische Regierungschef Mariano Rajoy wegen seiner zahlreichen Lügen kaum noch vor die Presse, vor die ausländische schon gar nicht: "Spanien ist ohne Zweifel derzeit einer der weltweit erfolgreichsten Sportnationen, aber es ist derzeit auch unser einziger Lichtblick", sagt Oscar González, Ex-Profi-Sportler und Geschäftsführer der Athletes Global Management (AGM Sports), eine spanische Firma, die Sport-Stipendien in die USA vermittelt.

Das Rettungspaket für Spanien

So könnte das Banken-Rettungspaket aussehen

  • Kreditvolumen

    Ein Rettungspaket für Slowenien könnte sich an den Hilfen für die maroden Banken Spaniens orientieren. Dort wird der Kredit im Volumen von bis zu 100 Milliarden Euro durch den spanischen staatlichen Bankenrettungsfonds FROB geleitet. Die Banken, die Gelder benötigen, können darauf zurückgreifen. Bei der Summe ist eine „Sicherheitsspanne“ mit einkalkuliert. Slowenien braucht nur maximal ein Zehntel der Summe.

  • Bedingungen

    Auch Slowenien könnte einen Bankenrettungsfonds ins Leben rufen, der die volle Verantwortung für die Finanzhilfe behält und die Vereinbarung unterzeichnet. Beim spanischen Pendant heißt es: Die Bedingungen sollen sich „auf spezifische Reformen im Finanzsektor konzentrieren”.

  • Sicherheiten

    Die Fortschritte, die die Hilfsempfänger wie Spanien bei strukturellen Reformen und dem Defizitabbau machen, sollen „parallel zur Finanzhilfe eng und regelmäßig überwacht” werden.

  • Rettungsfonds

    Damit Slowenien Hilfe bekommen kann, muss das Land - wie Spanien - einen offiziellen Rettungsantrag stellen. Dem müssen die Euro-Partner zustimmen. Offen ist, ob die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) oder der permanente Rettungsschirm Europäischer Stabilitätsmechanismus (ESM) den Kredit zur Verfügung stellen wird. Die Kredite des ESM sind gegenüber anderen Verbindlichkeiten vorrangig eingestuft.

  • Zinsen

    Für Spanien soll der Zinssatz für den Kredit bei drei Prozent liegen, berichtet die Zeitung "El Pais". Mit einem ähnlichen Zinssatz müsste auch Slowenien rechnen.

Schon früh würden die Spanier im sportlichen Wettbewerb trainiert und durch eine durchorganisierte Verbandstruktur und viele Tausende von Freiwilligen auf besondere Weise gefördert. Auch die enorme gesellschaftliche Anerkennung, die Sportler in Spanien seit jeher genießen, helfe auf dem Weg zum Erfolg: "Die meisten Jugendlichen würden den Sportlerberuf derzeit sicherlich dem Manager, Richter oder Politiker vorziehen."

Kapazitäten werden nicht genutzt

Kein Wunder: Bilanzfälschungen bei Sparkassen und Banken sowie korrupte Politiker und Richter bestimmen derzeit die spanischen Medien, wenn nicht gerade von Angela Merkel die Rede ist.
Für den deutschen Unternehmensberater Bernd Ingrisch ein trauriges Bild, was die spanische Wirtschaft und Politik derzeit abgibt – trotz der enormen Kapazitäten, die das Land habe. Ingrisch, der viele Jahre in Spanien in gleicher Funktion gearbeitet hat, versteht nicht, warum diese Disziplin und Leistungsförderung im spanischen Sport nicht auch in der Wirtschaft praktiziert wird: "Es liegt wohl daran, dass in der Wirtschaft und Politik nicht die besten nach oben gelangen, sondern die, welche die besten Seilschaften haben."

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