Spanien: Mit harten Bandagen durch die Krise

Spanien: Mit harten Bandagen durch die Krise

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Solche Geisterstädte sollen es richten

Während Italien und Griechenland im politischen Chaos verharren, schrumpft sich Spanien aus der Misere.

Sie haben wohlklingende Namen wie Seseña, Valdeluz, Chiloeches oder Alovera, doch sie bieten ein trostloses Bild: Gleichförmige, meist vierstöckige Apartmentblocks aus graubraunem Stein, fantasielos, schnell und billig in geraden Linien hochgezogen, dazwischen leere Straßen, an denen sich unbelaubte Bäumchen im Wind biegen. Die Siedlungen sollten Tausenden ein Heim geben, doch allenfalls ein Bruchteil der Wohnungen ist belegt. Die Spanier nennen sie Ciudades Fantasmas, Geisterstädte. Es sind diese gigantischen Investitionsruinen in der Umgebung von Madrid und anderen spanischer Städten, unter denen die Banken und die gesamte Wirtschaft des Landes noch heute schwer leiden, drei Jahre nach dem Platzen der Immobilienblase.

Seit 2008 die Krise begann, haben Spaniens Banken Immobilien- und Baukredite im Wert von 105 Milliarden Euro abgeschrieben, das sind rund zehn Prozent vom spanischen Bruttoinlandsprodukt (BIP). Doch noch immer beziffert die Banco de España die faulen Kredite an Bauträger mit 176 Milliarden Euro, mehr als elf Prozent des gesamten Kreditvolumens.

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Grund zu Hoffnung

Doch anders als in Griechenland und Italien, wo die Krise in der vergangenen Woche zu chaotisch anmutenden Machtkämpfen geführt hat, wahren die Spanier trotz Unternehmenspleiten und Massenarbeitslosigkeit die Fassung. Zwar steht so gut wie fest, dass die vorgezogenen Parlamentswahlen am 20. November zu einem Regierungswechsel führen werden und der seit 2004 regierende Premierminister José Luis Rodríguez Zapatero seinem konservativen Herausforderer Mariano Rajoy Platz machen muss. Doch während in Athen das Erstarken des Oppositionsführers Antonis Samaras schlimmste Befürchtungen weckt und in Rom noch keiner weiß, ob auf Silvio Berlusconi eine reformbereite und -fähige Regierung folgen wird, gibt die spanische Variante der Krisenbewältigung Anlass zur Hoffnung, das Land könne nach einem langen und schmerzhaften Anpassungsprozess die Wende zum Besseren schaffen.

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