Sparkurs in Großbritannien ohne Alternative: Retter dringend gesucht!

Sparkurs in Großbritannien ohne Alternative: Retter dringend gesucht!

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Im Vereinigten Königreich sehnt sich die Bevölkerung nach einem Retter in der Not, der das Land aus seiner wirtschaftlichen Misere führen kann.

von Yvonne Esterházy

Putschgerüchte, ein angezählter Finanzminister und kein Ende der Wirtschaftsmisere. Für Premier Cameron wird es eng. Im Vereinigten Königreich sehnt sich die Bevölkerung nach einem Retter in der Not. Doch die Wachstumsprognose für 2013 wurde jetzt nach unten korrigiert.

Mission Nothilfe: Ein Transportflugzeug der Royal Air Force mit einer Million Euro an Bord hob gestern von Großbritannien in Richtung Zypern ab. Die Banknoten sind für britische Soldaten und Diplomaten gedacht, die auf der Mittelmeerinsel stationiert sind. Mit dem Geld sollen sie finanzielle Engpässe überbrücken, falls Geldautomaten und Kreditkarten nicht mehr funktionieren, teilte das britische Verteidigungsministerium mit. Schon vorher hatte Finanzminister George Osborne versichert, London werde "Menschen die unserem Militär oder unserer Regierung in Zypern dienen entschädigen", die von der kontroversen - und inzwischen vom zyprischen Parlament abgelehnten - Zwangsabgabe betroffen sein könnten.

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Zugleich betonte der Finanzminister, der am Mittwoch seinen vierten Haushalt vorlegte, das abschreckende Beispiel Zypern mache deutlich, dass es in Großbritannien keine Alternative zu seinem strikten Sparkurs gebe. Für das Budget 2013/14 kündigte er weitere Kürzungen an. Geplant sei etwa, durch Einschnitte bei den Etats verschiedener Ministerien um rund ein Prozent in den kommenden beiden Jahren fast 2,5 Milliarden Pfund einzusparen. Mit diesem Geld könnten Mittel in öffentliche Investitionen und neue Infrastrukturmaßnahmen umgeleitet werden, so ein Sprecher von Premierminister David Cameron.

Dem Regierungschef steht das Wasser bis zum Hals. Innerhalb seiner eigenen Partei rumort es, in den konservativen Medien wird immer lauter über einen Putsch bei den Tories spekuliert. Denn bei den Hinterbänklern wächst die Angst vor dem Verlust hart umkämpfter Wahlkreise bei den nächsten Wahlen. Abgesehen von der miserablen Wirtschaftslage, die Cameron zum Vorwurf gemacht wird, halten viele Tories seinen liberalen Kurs bei der Homo-Ehe für einen großen Fehler. So bringen sich nicht nur der schillernde Bürgermeister von London, Boris Johnson, sondern auch einige farblose  Kabinettsmitglieder wie Innenministerin Theresa May und Verteidigungsminister Philip Hammond als mögliche Nachfolger in Stellung. Auch der schwarze Tory Adam Afriyie wird zunehmend als Herausforderer Camerons ins Spiel gebracht. Doch den kennt niemand, so dass er wohl nur als Strohmann für einen ernsteren Kandidaten gelten kann.

„Eindeutige Mahnung“ Moody's entzieht Großbritannien Top-Rating

Nachdem sich die Börsen ins Wochenende verabschiedet hatten, fiel der Rating-Hammer auf Großbritannien: Wegen lahmem Wachstum und einem wachsenden Schuldenberg verlieren die Briten die Bestnote.

huGO-BildID: 22910260 A Moody's sign on the 7 World Trade Center tower is seen in New York in this August 2, 2011 file photograph. Behind all too many of market moves in government debt of late has been a report from one of the major credit ratings agencies. Standard & Poor's is the biggest and arguably the most influential, fast followed by Moody's Investor Service and then their smaller rival, Fitch Ratings. In national capitals, they are alternately villified by politicians or held out as just arbiters for denouncing government profligacy. REUTERS/Mike Segar/Files (UNITED STATES - Tags: BUSINESS POLITICS) Quelle: REUTERS

Fest steht: Camerons Beliebtheit bei den Wählern nimmt ab - sie fiel in den letzten Wochen auf nur noch 18 Prozent. Denn neue Meinungsumfragen zeigen, dass mittlerweile 58 Prozent der Briten den Sparkurs zum Abbau des Haushaltsdefizits als gescheitert ansehen und glauben, diese Strategie schade der ohnehin angeschlagenen Wirtschaft. Das Argument der oppositionellen Labour-Partei, dass sich ökonomische Lage wegen der Austeritätspolitik verschlechtert hat, findet immer mehr Anhänger. In den Meinungsumfragen liegt Labour deutlich und konstant vorne. Zwar finden die nächsten Wahlen erst im Mai 2015 statt. Würde aber dieser Tage im Königreich gewählt, wäre Labour-Chef Ed Miliband der Sieg sicher. Die rechte Splitterpartei UKIP, die vehement für einen Austritt Großbritanniens aus der EU wirbt, erfreut sich ebenfalls wachsender Popularität und nimmt der konservativen Partei immer mehr Wähler ab.

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