Sparpolitik der EU-Mitgliedsländer: Europäische Verteidigungsagentur sieht Rüstungsindustrie in Gefahr

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Claude-France Arnould

Die aktuelle Sparpolitik der EU-Mitgliedsländer stellt nach Ansicht der Geschäftsführerin der Europäischen Verteidigungsagentur (EDA), Claude-France Arnould, die europäische Rüstungsindustrie vor existenzielle Probleme.

„Noch sind die Hersteller sehr wettbewerbsfähig. Unter den fünf größten Exporteuren von Verteidigungsgütern weltweit befinden sich mit Deutschland und Frankreich zwei EU-Länder. Wenn nun aber die Investitionen weiter schrumpfen und Forschungsprogramme zusammengestrichen werden, besteht das Risiko, dass die Branche nicht überlebt. Damit würden wir technologisches Know-how und Humankapital verlieren“, sagte Arnould in einem Interview mit der WirtschaftsWoche. „Flugzeugbauer wie Airbus verlegen sich immer mehr auf das zivile Geschäft, weil sie dort Geld verdienen. Ich sehe die Gefahr, dass sich große Konzerne komplett aus dem Verteidigungsgeschäft zurückziehen“, sagte die Verteidigungsexpertin. Weniger wettbewerbsfähige oder kleinere Hersteller drohten dabei auf der Strecke zu bleiben.

Wenn Europa sich keine Investitionen in die Verteidigung mehr leiste, sei das ein klares Signal an die ganze Welt, so die EDA-Geschäftsführerin. Asien gebe in der Summe mehr Geld als Europa für Verteidigung aus. „Im Jahr 2012 kamen insgesamt 19,9 Prozent der weltweiten Ausgaben für Verteidigung aus Asien, 17,6 Prozent dagegen aus Europa. Das wirkt sich direkt auf den außenpolitischen Einfluss Europas aus. Wenn Europa so wenig für Verteidigung ausgibt, dann lässt es klar erkennen, dass die Fähigkeit zu militärischen Einsätzen keine Priorität ist“, kritisierte Arnould.

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