SPD: Für Martin Schulz geht der Wahlkampf jetzt weiter

SPD: Für Martin Schulz geht der Wahlkampf jetzt weiter

von Christian Schlesiger

Die Sozialdemokraten feiern sich als Gewinner. Dabei bleibt die Union unerreichbar. Spitzenkandidat Martin Schulz aber kämpft.

Applaus, aber kein Jubel. Als um Punkt 18 Uhr die ersten Prognosen über die Bildschirme von ARD und ZDF rauschten, klatschten die Genossen im Willy-Brandt-Haus brav und artig Beifall. Einige nötigten sich ein paar verhaltene Jubelrufe ab. Jeder schien eher damit beschäftigt zu sein, seinen Nachbar zu beobachten, ob die rund 27 Prozent nun als großer Erfolg zu werten sind oder nicht. Die SPD hat Stimmen und Sitze im Europäischen Parlament gewonnen. Angesichts des Wahldebakels von 2009, als die Partei auf gerade mal 20,3 Prozent kam, war das aber auch nicht verwunderlich.

Insgeheim hofften viele der in der Parteizentrale der SPD versammelten Mitglieder, bei der diesjährigen Wahl endlich wieder die 30-Prozentmarke zu knacken. Dieses Ziel, das keiner wagte auszusprechen, wurde klar verfehlt. Die SPD hat ein gutes Ergebnis eingefahren, aber keinen Sieg errungen.

Anzeige

Europawahl Union und SPD müssen sich Sorgen machen

Außer der AfD sollte sich keine Partei über das Ergebnis freuen – die SPD nicht, und schon gar nicht die Union, auch wenn sie mit Abstand die meisten Stimmen holte.

Quelle: dpa

Und so brandete nur zwischenzeitlich mal etwas mehr Beifall auf, als Spitzenkandidat Martin Schulz und Parteivorsitzender Sigmar Gabriel nach knapp einer halben Stunde auf die Bühne kamen.  Einige hielten "Jetzt ist Schulz"-Schilder nach oben. "Das ist der größte Zugewinn, den die SPD bei einer deutschlandweiten Wahl jemals erreichte", begann Gabriel seine Rede. Der SPD-Chef lobte Schulz für seinen "großartigen Wahlkampf". Schulz habe mehr als 28 Staaten, mehr als 200 Wahlkampftermine besucht. "Wir sind wieder da. Wie legen enorm zu", so Gabriel zu den 27 Prozent. Jetzt wurde es tatsächlich mal etwas lauter - aber mehr aus Höflichkeit denn aus Überzeugung. Einige Anwesende versuchten sich mit "Martin, Martin"-Rufen, können sich aber nicht durchsetzen.

Die Union bleibt immer noch unerreichbar für die Sozialdemokraten. Die Konservativen kommen auf 36 Prozent in Deutschland. Trotz Verlusten bei CDU und vor allem der CSU liegen die beiden Volksparteien immer noch weit auseinander. Dieses Wissen lastet weiterhin auf der SPD und trübt die Freude über die gewonnenen Prozentpunkte.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%