Staatsanleihen: Geschenke für Dänemark, Kosten für Italien

Staatsanleihen: Geschenke für Dänemark, Kosten für Italien

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Da lacht die kleine Meerjungfrau: Investoren schenken den Dänen Geld

Bitter für Italien: Um ihre Staatsanleihen loszuwerden, muss das Land fast sieben Prozent Rendite zahlen. Dänemark bekommt das Geld geschenkt.

Trotz harter Sparmaßnahmen verlangen Investoren noch immer extrem hohe Zinsen für italienische Staatsanleihen. Auf die Papiere gibt es 6,98 Prozent Rendite - das ist zwar etwas weniger als noch im November, aber auf Dauer kann sich der klamme Staat so hohe Zinskosten nicht leisten. Zum Vergleich: Die deutsche Anleihe kostet die Bundesrepublik bloß 1,9 Prozent Rendite. Statt der erhofften 8,5 Milliarden Euro sammelte das Krisenland Italien letztlich auch nur rund sieben Milliarden ein - mehr wäre Monti und Co zu teuer gekommen.

Für die Italiener muss es deshalb wie ein Schlag ins Gesicht sein, dass Investoren den Dänen auch noch Prämien dafür zahlen, ihnen Geld leihen zu dürfen. Die dänische Zentralbank platzierte nämlich gestern Anleihen im Wert von rund 310 Millionen Euro - zum Negativzins. Das heißt, die Anleger bekommen weniger zurück, als sie dem Nicht-Euro-Land geliehen haben. Das klingt verrückt, sei aber in der aktuellen Lage nicht unverständlich, so ein Sprecher der Zentralbank. "Wichtig ist, dass man sein Geld zurückbekommt", sagte er. Den Anlegern sei Sicherheit wichtiger als Zinsen.

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Zwischen - 0,2 und + 0,03 Prozent
So liegt die Rendite auf dreimonatige Papiere bei minus 0,21 Prozent, bei den sechsmonatigen Anleihen liegt sie 0,07 Prozent im Minus. Das ist zwar nicht viel, ein Verlust ist es trotzdem.
Wer sich für neun Monate einkauft, bekommt immerhin ein bisschen Geld: 0,03 Prozent Rendite gibt es für die Investoren. Die wahrscheinlich genauso sichere dreimonatige Anleihe der Schweiz bringt immerhin noch 0,1 Prozent Rendite, wer sich Schweizer Anleihen mit einer Laufzeit von einem Jahr zulegt, bekommt immerhin 1,24 Prozent.
Aber die Anleger scheinen sich ganz sicher zu sein. Dabei ist auch die Finanzkrise nicht spurlos an Dänemark vorbei gegangen. Elf Banken machten Pleite und diesen Sommer musste das skandinavische Land enorm hohe Kosten für seine Credit Default Swaps in Kauf nehmen. Die Unsicherheit der Investoren machte eben auch vor festen Burgen nicht halt, als Griechenland kippte und seine Nachbarn im Süden mitzureißen drohte. Dass die Anleger den Dänen jetzt ihr Geld sogar schenken, überrascht selbst die Zentralbanker. "Es war die erste Auktion mit negativen Zinsen, die wir bisher hatten", sagte ein Sprecher.

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