Staatsanleihen: Sinn: Deutschland haftet für Ausfälle der EZB

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Markus C. Kerber glaubt, dass sich der Euro-Rettungsschirm ESM der parlamentarischen Kontrolle des Bundestags entzieht.

von Bert Losse und Konrad Handschuch

Mögliche Verluste aus dem Kauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB) würden den deutschen Bundeshaushalt direkt mit Milliarden-Summen betreffen, warnt der Präsident des ifo Instituts, Hans-Werner Sinn, in einem Beitrag für die WirtschaftsWoche.

„Fallen die Titel aus, dann entfallen auch die Zins- und Tilgungsleistungen. Der Verlust ist keineswegs virtuell, sondern äußerst real für denjenigen, dem diese Forderungen gehören“, schreibt Sinn. Damit widerspricht der ifo-Präsident der von der Bundesregierung vor dem Bundesverfassungsgericht vertretenen Aussage, wonach der Ausfall von Staatsanleihen keine Folgen für Deutschland habe. „Das ist die Theorie vom Geld aus dem Zauberhut“, kritisiert Sinn.

Deutschland wäre im schlimmsten Fall mit Forderungen von 920 Milliarden Euro konfrontiert. „Die EZB hat angekündigt, notfalls alle Papiere mit einer Gesamt- und Restlaufzeit von ein bis drei Jahren zu kaufen. Demgemäß erstreckt sich das Schutzversprechen perspektivisch auf fast alle Staatspapiere der Krisenländer, nach heutigem Stand etwa zwei Billionen Euro“, erklärt Sinn. „Sollte Frankreich auch noch in Schwierigkeiten kommen, dann reden wir über etwa 3,5 Billionen Euro.“ Der deutsche Anteil entspräche rund 920 Milliarden Euro.

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15 Kommentare zu Staatsanleihen: Sinn: Deutschland haftet für Ausfälle der EZB

  • Mutti und ihrem Rollifahrer wird selbst bei diesen Summen nicht schwindelig. Die eine, weil völlig selbstbesoffen vor Macht, der andere sitzt sowieso schon. Der restliche Politikerhaufen interessiert sich nur für die nächste Wahl und wie er seine Pension in trockene Tücher kriegt. Am besten, man läßt sich zum Ende der Laufbahn noch nach Brüssel verschicken. Einfach krank, diese real existierende Demokratie.

  • Merkwürdig, wie ein Volkswirtschaftler sich immer nur auf die Staatsanleihen stürzt. Er müsste doch wissen, dass eine Volkswirtschaft nicht nur aus dem Staat als Wirtschaftssubjekt besteht. Was motiviert ihn die drei anderen Sektoren, private Haushalte, Unternehmen, Finanzindustrie einfach aussen vor zu lassen.

    Die Staatsverschuldung Spanien liegt bei 61 % des BIP – eine Zahl, die sich seit Beginn der Krise verdoppelt hat =30 % vor der erzwungenen Übernahme der uneinbringlichen Bankenforderungen. Die Verschuldung der privaten Haushalte liegt bei rund 227 % des BIP. Spanische Unternehmen haben doppelt so viele Schulden wie amerikanische und sechs Mal so viele wie deutsche Unternehmen, so das McKinsey Global Institute. Die privaten Schulden belaufen sich in Portugal der EU Kommission zufolge auf 249 Prozent des BIP. Die Staatsverschuldung liegt bei 93 Prozent.
    Frankreich: Gesamtverschuldung: 449 % des Bruttoinlandsprodukts, darunter: Banken: 151 %, Unternehmen: 150 %, Staat: 87 Prozent, private Haushalte: 61 Prozent.
    Die Zusammensetzung der spanischen Schuldenquote, der franz. Schuldenquote ua. betrachtet ist es irrational von einer Staatsschulden-Krise zu sprechen, die von fiskalischer Verschwendung ausgelöst wurde!

    Die Auswirkungen der rezessiven Politik auf die spanischen Unternehmen und im Umkehrschluss auf die Banken des Landes, die diese Kredite vergeben haben, sind das Problem. Dies nur, weil die Regierung hinter den Banken steht, ihre Schulden übernommen hat, gibt es eine Staatsschuldenkrise, für die Dritte mit dem ESM haften müssse!

  • Das ist durchaus richtig. Nur, wenn unsere Harakiri-Regierung und die restliche Volkskammer diesen Schwachsinn nicht völlig mechanisch abnicken würden, wäre der Spuk bereits vorbei. Das ist unser Hauptproblem in DE.

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