Staatsbesuch: Hollandes großer Auftritt bei Merkel

Staatsbesuch: Hollandes großer Auftritt bei Merkel

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Machtübernahme im Regen: Am Dienstag wurde Françoise Hollande als neue Präsident von Frankreich vereidigt

von Benjamin Reuter

Nach einer pompösen Amtseinführung reist François Hollande nach Berlin. Dort, bei einem Abendessen mit Kanzlerin Angela Merkel, muss er seine erste Prüfung als neuer Präsident bestehen. Mit leeren Händen sollte er dabei nicht zurückkehren.

Da war er also, der „normale Präsident“. Es war kurz vor zehn Uhr mitten in Paris als der Tross von François Hollande auf dem Weg zu seiner Amtseinführung plötzlich stehen blieb. Um den silbergrauen Citroën von Hollande sammelten sich sogleich ein Dutzend Sicherheitsbeamte und unzählige Kamerateams auf Motorrädern. Nein, es war keine peinliche Panne, wie viele Franzosen vor den Fernsehschirmen, die live übertrugen, vielleicht dachten.

Es war eine rote Ampel, die den Korso stoppte. Für gewöhnlich brausen künftige Präsidenten da mit Blaulicht einfach durch. Nicht so Hollande. Seine Geste an das Volk: „Seht her Wähler, ich halte meine Versprechen.“ Im Wahlkampf hatte er immer wieder betont, kein abgehobener Präsident zu sein, sondern ein „normaler Regierungschef“. Und der hält eben auch an einer roten Ampel.

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Übergabe in strömendem Regen

Diese kleine Geste war umso wichtiger, da für ähnliche Zeichen der Bescheidenheit das anschließende Zeremoniell im Élysée-Palast keinen Platz mehr ließ. Hochpompös übergab Nicolas Sarkozy dabei sein Amt samt des Geheimcodes für das Nuklearwaffenarsenal an seinen Nachfolger Hollande. Das Ende des knapp einstündigen Rituals markierten 21 Kanonenschüsse. Die kündigten schon zu Zeiten des Ancien Régime den Machtwechsel an. Die Hüter des Protokolls wird die lehrbuchmäßige Machtübergabe begeistert haben.

Aber alles lässt sich eben doch nicht planen. Und so wurde die makellose Inszenierung am Ende doch noch gestört. Als hätte ein Regisseur mit viel Sinn für Symbolik eingegriffen, brach just als der frisch gekrönte Präsident aus seinem Palast trat, um vor Vertretern der Armee zu defilieren, über Paris ein sintflutartiger Regen nieder. Nachdem Hollande anschließend dem Grab des unbekannten Soldaten am Triumphbogen die Ehre erwiesen hatte, war er bis auf die Haut durchnässt.

In die Geschichtsbücher könnte sein erster Amtstag deshalb einmal unter der Überschrift „Vom Regen in die Traufe“ eingehen. Denn nachdem Hollande seinen Premierminister ernannt hat, geht es sogleich nach Berlin zu Kanzlerin Angela Merkel. Und hier muss sich der neue Präsident das erste Mal auf der großen politischen Bühne beweisen.

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