ThemaSchuldenkrise

alles zum Thema
_

Staatsrettung: Griechen ringen um neues Sparpaket

Ein Kraftakt soll den ohnehin schwer gebeutelten Griechen nochmal Milliarden an Einsparungen abringen. Die neue Regierung in Athen fürchtet, dass das Land an der Ägäis unregierbar werden könnte.

Für die griechische Nationalmannschaft gab es lange keinen Spitznamen. Erst, nachdem die Griechen die EM 2004 gewannen, erhielten sie den Spitznamen „To Piratiko“, zu deutsch: das Piratenschiff. Der Name ist eine Anspielung auf die Seefahrernation Portugal, der die Griechen die Trophäe abluchsten.

Bild: dapd

In Griechenland laufen die Beratungen über ein neues gut 11,5 Milliarden Euro schweres neues Sparprogramm Griechenlands auf Hochtouren. Die Vorsitzenden der regierenden Koalitionsparteien, der Sozialisten und der Demokratischen Linken, Evangelos Venizelos und Fotis Kouvelis, wollen sich am Montagabend mit dem konservativen Regierungschef Antonis Samaras treffen, um über die harten Sparmaßnahmen zu sprechen.

Anzeige

Von diesem Sparprogramm und weiteren Reformen hängt der Bericht der „Troika“ der internationalen Geldgeber ab. Die Experten der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) wollen nach eigenen Angaben im September ihren Bericht zur Lage in Griechenland vorlegen. Von dieser Bewertung hängen weitere Geldspritzen für das pleitebedrohte Land ab.

Umstritten sind nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa aus Kreisen der Sozialisten und der Demokratischen Linken erfuhr noch Sparmaßnahmen, die die wirtschaftlich Schwächeren in Griechenland treffen werden. Darüber müsse noch „intensiv gesprochen“ werden, hieß es.

Schuldenkrise Taumelt Europa dem kollektiven Bankrott entgegen?

Deutschland hat sich mit den Hilfspaketen für die Euro-Krisenländer schon jetzt übernommen. Doch die Lasten für die Rettung des Südens steigen weiter. Wie lange geht das noch gut?

Schuldenkrise: Taumelt Europa dem kollektiven Bankrott entgegen?

Bereits am Vormittag kamen der Linken-Chef Kouvelis mit dem Regierungschef Samaras zusammen. Einzelheiten wurden nicht bekannt. Seit Tagen Tagen sickern immer wieder Eckpunkte des geplanten neuen Sparpaketes an die Presse durch. Unter anderem soll demnach das Rentenalter von 65 auf 67 Jahre stufenweise angehoben werden. Die Sozialisten sollen aber nur für eine einjährige Erhöhung auf 66 Jahre sein.

Möglicherweise Sparmaßnahmen bei Renten und Beamtenlöhnen

Auch weitere umfangreichere Rentenkürzungen sind vorgesehen. Außerdem sollen Löhne der Angestellten staatlicher Unternehmen, wie der Elektrizitätsgesellschaft, an die Beamtenlöhne angeglichen werden. Für viele würde dies nach Berechnungen der griechischen Presse einen Lohnverlust von 30 bis 50 Prozent bedeuten. Renten sollen bei 2200 Euro gedeckelt werden.

Die kleine Rente, die Bauern erhalten, soll von 360 Euro auf 330 Euro gekürzt werden, weil die Landwirtschaftsversicherungs-kasse (OGA) schwer defizitär ist.

Weitere Artikel

Auch andere Renten sollen, soweit sie 1000 Euro übertreffen, um fünf bis 15 Prozent gekürzt werden. Diese beiden Sparmaßnahmen sind bislang der größte Streitpunkt und sollen am Montagabend ausführlich besprochen werden. Die Regierungsparteien befürchten, dass diese neuen harten Sparmaßnahmen harte Reaktionen auslösen könnten, die das Land praktisch unregierbar machen könnten.

Das oppositionelle Bündnis der radikalen Linken (Syriza) hat bereits offen angekündigt, politischen Widerstand zu leisten und Protestbewegungen zu unterstützen.

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 30.07.2012, 16:26 UhrSuper-Angie

    ein unkontrollierter GREXIT würde die Derivaten-Märkte in Aufruhr versetzten--wo Ami-Banken zocken; Schweizer Banken Deutsche Bank; dannach würde sofort SP fallen ; dannach ITALY

    nach und nach würden die 5 größten US-Inatitute in die Insolvenz schlittern , dann UBS; credite Suisse; auch die Deutsche Bank wäre dann nicht mehr zu retten

    man könnte sich dann mit dem schweizer Franken als Hard-Währung den Arsch wischen

  • 30.07.2012, 12:39 UhrNichtDumm

    ... und ewig grüßt das Murmeltier. Die Griechen "ringen" wieder einmal um einen Spar(p)akt, ... den sie dann doch wieder nicht einhalten, ... um anschließend wieder erneut mit dem "Ringen" zu beginnen. ... währenddessen fließen die Milliarden aus Deutschland.

  • 30.07.2012, 12:16 Uhrmathias

    Man wird immer wieder überrascht, welche Kommentare hier aus
    Unkentniss der Sachlage, abgegeben werden.

    Ein Bericht in WO vorige Woche befasste sich genau mit solchen
    Aussagen.

    Eigene Unfehlbarkeit- Schuld sind immer die anderen.
    Unfehig im eigenem Land etwas zu bewegen, aber über andere herziehen.
    Man kennt sich halt in Urlaubsländern bestens aus.

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Chinesen-Plage in Hongkong
Chinesen-Plage in Hongkong

Quer durch die Kulturen ist der Sonntag ein Tag der Ruhe, des Innenhaltens – im britisch geprägten Hongkong nicht anders...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 18.05.2013

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche

    Folgen Sie uns im Social Web

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.