Standard & Poor's: Deutschland festigt Spitzenrating

Standard & Poor's: Deutschland festigt Spitzenrating

von Tim Rahmann

Standard & Poor’s lobt die deutsche Wirtschaft und glaubt, dass Deutschland auch externe Schocks überstehen könnte. Die einzige Gefahr lauere durch die Rettungskredite an die Südeuropäer.

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Drei Buchstaben «A» stehen für die Bestnote für die Kreditwürdigkeit Deutschlands.

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat für Deutschlands Kreditwürdigkeit wie erwartet die Bestnote „AAA“ bestätigt. Der Ausblick für die Bundesrepublik sei stabil, wie die US-Agentur am Freitag mitteilte.

Die Ratings für Deutschland beruhen auf einer modernen, vielschichtigen und wettbewerbsfähigen Wirtschaft, und auf einer umsichtigen Fiskalpolitk sowie Haushaltsdisziplin“, hieß es in einer Erklärung am Freitag. Man sei zuversichtlich, dass Deutschland in den kommenden Jahren ausgeglichene Haushalte, ja gar teils positive Budgets vorlege. Die Schuldenlast dürfte so auf etwa 71 Prozent des BIP im Jahre 2016 sinken, prognostiziert S&P. „Darüber hinaus hat die deutsche Wirtschaft gezeigt, dass sie große ökonomische und finanzielle Schocks verkraften kann.“

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So ein Schock wäre etwa die Zahlungsunfähigkeit der südeuropäischen Pleiteländer, die Kredite aus den Rettungsschirmen beziehen. Deutschland haftet für bis zu 235 Milliarden Euro für mögliche Hilfskredite. Der Verlust dieses Geldes – der Schuldenberg würde dann sofort um neun Prozent anwachsen – ist aber ein „worst-case“-Szenario, wie auch die Ratingagentur sagt. Schließlich sei längst nicht all das Geld aus den Rettungsfonds verliehen und zudem sei es unwahrscheinlich, „dass gleich alle Schuldner zahlungsunfähig werden und sich nicht erholen“, so die US-Amerikaner.

Bei Zahlungsschwierigkeiten der Hilfeempfänger dürfte das Rating also zur Disposition stehen – sei aber nicht zwangsläufig in Gefahr, das Deutschland auch „eine höhere Schuldenlast tragen könnte“, ist sich S&P sicher.

Insgesamt beurteilt die Agentur Deutschlands Euro-Zugehörigkeit als positiv. Zwar habe das Land an „geldpolitischer Flexibilität“ verloren – in der Tat bestimmt ja nun die EZB über die Höhe des Leitzinses oder über Anleihekäufe und nicht die Bundesbank  in Eigenregie – allerdings profitiere die Bundesrepublik vom Status des Euro als „Reservewährung“. In vielen Ländern werde der Euro als Devisenreserve gehalten. Zudem sei das Vertrauen in die Europäische Zentralbank hoch.   

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Die EU hatte 2013 schärfere Regeln für Ratingagenturen beschlossen. Vorgeschrieben ist nun auch, dass die Termine für die Länderratings bereits im Voraus genannt werden - und zwar stets an Freitagen. Deutschland gilt bei vielen Anlegern als sicherer Hafen. Die anderen Ratingagenturen beurteilen die Kreditwürdigkeit des Euro-Schwergewichts ebenfalls mit Topnoten.

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