Steuerflucht: Der oberste Schwarzgeldfahnder der Schweiz

Steuerflucht: Der oberste Schwarzgeldfahnder der Schweiz

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Niemals in New York - Der Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber

von Silke Wettach

Für Steuersünder mit Geld in der Schweiz wird es eng. Mit Haftbefehlen gegen drei deutsche Steuerfahnder hat der Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber den Zorn der deutschen Politik auf sich gezogen. Wer ist dieser Mann?

Unter Beobachtung stand Michael Lauber schon als Kind. Im 7000-Einwohner-Dorf Trimbach im Schweizer Kanton Solothurn wuchs er in einem Pfarrhaushalt auf. „Jeder kannte uns“, sagt er über sich und seinen ein Jahr jüngeren Bruder, „alle wussten, dass wir die Pfarrerskinder sind.“ Mit einem gewissen Hang zur Selbstironie schlüpfte er damals in die Rolle des braven Buben.

Vier Jahrzehnte später kann Lauber in seinem Amt als Schweizer Bundesanwalt wieder mit hoher Aufmerksamkeit für seine Person rechnen. Seit seine Behörde im März Haftbefehl gegen drei deutsche Steuerbeamte ausgestellt hat, ist er in Deutschland zur Reizfigur geworden. Der nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans warf ihm einen „massiven Einschüchterungsversuch“ vor. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel regte als Retourkutsche eine Sonderstaatsanwaltschaft zur Fahndung gegen Schweizer Banken an. Und Gegner des geplanten Deutsch-Schweizer Steuerabkommens fühlten sich in ihren Zweifeln bestätigt, dass es die Schweiz nicht ernst meint mit der Bekämpfung von Schwarzgeld.

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Die Ironie: Lauber, seit Jahresbeginn im Amt, meint es sogar sehr ernst. Anders als viele in Deutschland achtet er aber peinlich darauf, dass beim Kampf gegen die Steuerhinterziehung Gesetze eingehalten werden. Die Schweizer Ermittler haben den Eindruck, dass ihre deutschen Kollegen es mit ihren Methoden nicht so eng gesehen haben, Hauptsache sie spürten Steuerflüchtlinge auf. Die Schweizer haben Indizien, dass deutsche Steuerfahnder seinerzeit nicht nur eine CD mit Steuerdaten gekauft haben, sondern den Lieferanten auch angestiftet haben, die Credit Suisse, die zweitgrößte Bank der Schweiz, auszuspionieren. Wie das „Handelsblatt“ berichtete, seien durch ein neues Datenleck bei der Credit Suisse erneut Daten von noch nicht entdeckten Steuerflüchtigen in den Besitz deutscher Steuerbehörden gekommen.

Schwierige Kooperation mit deutschen Behörden

Lauber will aufdecken, was wirklich geschah. Doch daran scheinen die deutschen Behörden kein Interesse zu haben, bisher kooperieren sie bei den Untersuchungen nicht. „Es gab auffällige Zeitverzögerungen in verschiedener Hinsicht“, so Lauber gegenüber der WirtschaftsWoche. Um die stockenden Ermittlungen voranzutreiben, griff Lauber zu dem Haftbefehl. Es liege ihm fern, die deutschen Beamten festzusetzen, er möchte schlicht ihre Version der Ereignisse hören: „Ich möchte die Beamten einvernehmen und nicht verhaften“, sagt Lauber.

Der 46-jährige Lauber versichert, von keinerlei Mission getrieben zu sein. Doch schon bevor er an die Spitze der Schweizer Bundesanwaltschaft rückte, hatte er die Aufgabe der Behörde klar definiert. Die Bundesanwaltschaft müsse „zum guten internationalen Ruf des Finanzplatzes Schweiz“ beitragen. Da gibt es offenbar, siehe Credit Suisse, noch genug zu tun.

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