Streit um Ukraine: Oettinger: Russland wird Europa nicht das Gas abdrehen

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Günther Oettinger sieht keine Gefahr, dass Russland seine Gaslieferungen an die EU stoppt

von Silke Wettach

EU-Energiekommissar Günther Oettinger sieht keine Gefahr, dass Russland wegen des aktuellen Konfliktes um die Ukraine die Gaslieferungen in die EU drosseln oder gar einstellen wird.

„Ich gehe nicht davon aus, dass die Russen ein Interesse daran haben. Warum sollten sie etwa Nord Stream stilllegen?“, sagte Oettinger in einem Gespräch mit der WirtschaftsWoche. „Gazprom ist an täglichen Verkaufserlösen interessiert, damit sich die Investition lohnt und Umsatz erzielt wird.“

Zudem sei Präsident Wladimir Putin bewusst, dass die russische Wirtschaft die Erlöse aus dem Gasgeschäft brauche. „Die faktische Insolvenz Russlands ist nicht so lange her, das war Ende der Neunzigerjahre. Wenn man sich ansieht, welcher Investitionsbedarf in Russland besteht, dann hat Putin ein Interesse, dass europäische Investoren nach Russland kommen“, sagte Oettinger der WirtschaftsWoche. „Es wäre in seinem Sinn, dass deutsche Autos nicht nur in Ingolstadt und Sindelfingen gebaut werden, sondern auch neue Standorte in Russland entstehen.

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Doch selbst wenn kein Gas mehr aus Russland fließe wie 2009, „dann beträfe dies 14 Prozent unseres europäischen Gasverbrauchs“, beruhigt Oettinger. „Wir haben einen milden Winter gehabt. Die Speicher sind heute voller als vor einem Jahr.“ Zudem seien alle Mitgliedsstaaten verpflichtet, Gas für mindestens 30 Tage einzulagern. „Wir stehen besser da als vor fünf Jahren.“

EU-Kommission entscheidet noch vor dem Sommer über Gazprom-Wettbewerbsverfahren

Die EU-Kommission wird Günther Oettinger zufolge „bis zum Sommer“ über das Wettbewerbsverfahren gegen den russischen Energieriesen Gazprom entscheiden. „Das ist ein Verfahren, das Priorität hat“, sagte Oettinger. Gazprom drohen dabei bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes als Strafe, sollte die EU-Kommission zu dem Ergebnis kommen, dass das Unternehmen seine dominante Stellung im Markt ausgenutzt hat. In den ersten neun Monaten 2013 erzielte Gazprom einen Umsatz von umgerechnet 75,8 Milliarden Euro. „Wir werden das Wettbewerbsrecht nicht missbrauchen“, kündigte Oettinger an, „aber das Verfahren dient sicherlich der Autorität der Europäischen Union.“ Offiziell zuständig für das Verfahren ist Oettingers Kommissionskollege für Wettbewerb, der Spanier Joaquín Almunia. Dessen Beamte „haben keine politischen Vorgaben“, betonte Oettinger.

Oettinger warnt vor Folgen der Russland-Sanktionen

Günther Oettinger warnt aber vor den Folgen der Russland-Sanktionen auf die europäische Konjunktur. „Angesichts der engen wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen EU und Russland besteht die Gefahr, dass die zarte Erholung der europäischen Wirtschaft beeinträchtigt wird“, sagte Oettinger. „Die Lage ist ernst.“ Oettinger schließt nicht aus, dass Russland zu Gegenmaßnahmen greifen werde. Eine „Eskalation von Sanktionen“ sei möglich.

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2 Kommentare zu Streit um Ukraine: Oettinger: Russland wird Europa nicht das Gas abdrehen

  • Monopolist Gazprom
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    Gazprom hat in Deutschland eine Monopolstellung.
    Diese verdankt sie Gaz-Gerd. Bevor er zu seinem Freund Wladimir wechselte, hatte er das North Stream Projekt durchgepaukt.
    zusammen mit seinem "Busenfreund" Putin haben sie die Nabucco Pipeline hintertrieben. Somit hat sich Deutschland selbstverschuldet in die Abhängigkeit von russischen Gas begeben.
    Und das nutzt der "lupenreine Demokrat" "Zar" Wladimir Putin gnadenlos aus.

    Doch selbst wenn kein Gas mehr aus Russland fließe wie 2009, „dann beträfe dies 14 Prozent unseres europäischen Gasverbrauchs“, beruhigt Oettinger. „Wir haben einen milden Winter gehabt. Die Speicher sind heute voller als vor einem Jahr.“

    Aber s beträfe über 30% der deutschen Gaslieferungen! Und die lassen sic nicht so schnell ersetzen. Deutschland hat sich den Weg dazu selbst und bewusst verbaut!
    LPG (Flüssiggas) wird abgelehnt!

    Amerika hat eine neue strategische Waffe gegen Russland für sich entdeckt: Das Land erwägt, die Ausfuhr von Flüssiggas zu erhöhen. Das könnte den Weltmarktpreis drücken - zum Schaden der russischen Wirtschaft.

    Davon wird Deutschland natürlich keinen cm³ kaufen; aus Treue zu Putin.

  • Russland hat bereits den Gashahn zugedreht, was immer wieder seine Nachbarn betroffen hat und das um Politische ziele durchzusetzen.
    Auch ist die EU nicht der einzige Abnehmer für Russisches Gas, und kurzfristig übersteht Russland selbst einen kompletten Exportstopp von Gas.
    Zumindest so lange bist alle Gasspeicher in D leer sind und dann machen die Deutschen was man ihnen aus dem Kreml sagt.

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