Studie: Freihandelsabkommen würde Deutschland 160.000 Jobs bringen

Studie: Freihandelsabkommen würde Deutschland 160.000 Jobs bringen

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Ein Freihandelsabkommen er EU mit den USA würde Deutschland Vorteile bringen.

Das geplante Freihandelsabkommen zwischen den USA und Europa könnte Deutschland nach einer Expertenstudie bis zu 160.000 neue Jobs und höhere Einkommen für viele Beschäftigte bringen.

"Nahezu alle Branchen in allen Bundesländern würden profitieren, und zu erwartende Lohnzuwächse verteilten sich über alle Einkommensgruppen", lautete das Fazit einer am Freitag veröffentlichten Untersuchung der Bertelsmann Stiftung und des Ifo-Instituts in München. "Gewinnen würden nicht nur Großkonzerne, sondern insbesondere der Mittelstand", fügte der Vorstandschef der Stiftung, Aart De Geus, hinzu.

Unterhändler der EU und der USA hatten vor wenigen Wochen Verhandlungen über einen umfassenden Abbau von Handelsschranken zwischen den beiden wirtschaftlich fortgeschrittensten Regionen der Welt aufgenommen. Sie könnten sich nach Schätzungen von Wirtschafts- und Politik-Experten aber über Jahre erstrecken.

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Importzoll-Wirrwarr zwischen Europa und den USA

  • Pkw

    Der Zustand teilweise widersprüchlicher Vorschriften in der EU und den USA führt dazu, dass sowohl europäische als auch amerikanische Hersteller ihre Fahrzeuge an den jeweiligen anderen Markt anpassen müssen. Auch bei den Import-Zollsätzen gibt es verwirrende Unterschiede.

    So beträgt der Einfuhrzoll bei in den USA PKWs 2,5 Prozent, in der EU satte 10,0 Prozent. Auch SUVs und Pick-Ups können in der EU zum PKW-Satz verzollt werden können, wenn sie in erster Linie der Personenbeförderung dienen, was wiederum vom Verhältnis der Ladefläche zur Fahrerkabine abhängig ist. In den USA gelten Pick-Ups als Nutzfahrzeuge und so wird beim Import in die USA der Einfuhrzoll von Nutzfahrzeugen fällig: 25 Prozent.

  • Pick-Ups

    Für die in den USA beliebten "Light Trucks (leichte Nutzfahrzeuge) und Pick-Ups" wird ein US-Einfuhrzoll in Höhe von 25 Prozent erhoben, um die heimischen Autobauer zu schützen. Für "Sport Utility Vehicles" (SUVs) hingegen gilt der Pkw-Zoll: 2,5 Prozent. Der Import in die EU ist für US-Autobauer günstiger: Pick-Ups können mit dem PKW-Satz importiert werden, wenn sie in erster Linie der Personenbeförderung dienen. Dann werden also zehn Prozent fällig.

  • Nutzfahrzeuge

    Auch bei größeren Nutzfahrzeugen wird ein einheitlicher US-Einfuhrzoll in Höhe von 25 Prozent erhoben, während er in der EU 22 Prozent beträgt.

  • Busse

    Busse werden sowohl in den USA, als auch der EU mit einem separaten Satz verzollt, der in beiden Fällen unter dem von Nutzfahrzeugen liegt: 16 Prozent in der EU und nur zwei Prozent in den USA.

  • Fahrzeugteile

    Der Einfuhrzoll für Fahrzeugteile schwankt in der EU zwischen zwei und fünf Prozent, in den USA zwischen null und 2,5 Prozent.

Würden Handelshemmnisse umfassend abgebaut, würden nach der Studie massenweise Arbeitsplätze auf allen Qualifikationsstufen geschaffen. Rund 85.000 neue Arbeitsplätze im produzierenden, aber auch 75.000 im Dienstleistungsbereich seien möglich. Profitieren würden vor allem Bundesländer, deren Wirtschaft stark im Export in die USA sind, wie Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Zudem sehen die Experten die Chance, dass die Realeinkommen in Deutschland dadurch steigen könnte - und zwar um Größenordnungen bis zu knapp einem Prozent.

"Entscheidend wird sein, ob ein Freihandelsabkommen auch die Akzeptanz der Bevölkerung findet", mahnte De Geus. Daher müsse in den Verhandlungen auch dem Verbraucher- und Arbeitnehmerschutz Rechnung getragen werden. Experten sehen diesen Bereich wie den ökologischer Standards als einen an, der in den Verhandlungen besonderen Konfliktstoff beinhaltet.

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Die Bertelsmann Stiftung hatte erst kürzlich in einer parallelen Untersuchung mit anderen Partnern ermittelt, dass das Freihandelsabkommen für die USA insgesamt rund eine dreiviertel Millionen neue Jobs mit sich bringen könnte. Für die Vereinigten Staaten sprach sie von einem Einkommenszuwachs für einen Vier-Personen-Durchschnittshaushalt von 865 Dollar pro Jahr, den eine Vereinbarungen bringen könnte, für Europa könnte der Zuwachs bei fast 720 Dollar im Jahr liegen.

Die USA und die EU stehen für 45 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung und über ein Drittel des globalen Handelsvolumens.

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