Syrien: IS verlangt Lösegeld für einen Norweger und einen Chinesen

ThemaNaher Osten

Syrien: IS verlangt Lösegeld für einen Norweger und einen Chinesen

Bild vergrößern

Der Islamische Staat soll in Syrien zwei neue Geiseln genommen haben.

Ein Norweger und ein Chinese sind in Syrien aller Wahrscheinlichkeit nach von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) entführt worden.

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat offenbar einen Norweger und einen Chinesen entführt und verlangt Lösegeld für deren Freilassung. Der IS veröffentlichte am Mittwoch Bilder der beiden 48 und 50 Jahre alten Männer in seinem Onlinemagazin „Dabik“. Sie trugen gelbe Gefängniskleidung und sollen aus Oslo und Peking stammen.

Schiiten und Sunniten

  • Die Spaltung der muslimischen Gesellschaft

    Mit dem Tod des Propheten Mohammed im siebten Jahrhundert spaltete sich die muslimische Gemeinschaft. Grund war die Frage der Nachfolge des Propheten. Eine Minderheit verlangte, dass der Nachfolger aus der Familie Mohammeds stammen müsste und wählte seinen Vetter Ali aus. Sie wurden „Schiat Ali“ genannt – Partei Alis. Daraus entwickelte sich später der Begriff Schiiten. Sunniten leitet sich von der Sunna ab – den Überlieferungen des Propheten.

  • Schiiten

    Die Schiiten fühlen sich als Opfer der Sunniten. In den meisten Ländern stellen sie eine Minderheit dar. Es gibt aber Ausnahmen wie den Irak und den Iran. Im Irak waren die Schiiten, obwohl sie zweidrittel der Bevölkerung darstellten, bis zur Besetzung durch die USA eine unterdrückte Minderheit. Während des Regimes von Saddam Hussein waren sie weder in den Geheimdiensten noch im Militär, den Elite-Truppen oder der politischen Elite in großer Zahl vertreten. Die Sunniten, die nur 20 Prozent der Bevölkerung ausmachten, hatten die Macht inne. Der Iran sieht sich als Interessenvertreter der Schiiten.

  • Sunniten

    Die Sunniten lehnen die Heiligenverehrung und den Märtyrerkult der Schiiten ab. Das Königreich Saudi-Arabien sieht sich als Schutzmacht der Sunniten. Zu den Sunniten zählen auch die Salafisten, die eine Rückkehr zu einem fundamentalistischen Ur-Islam anstreben und einen Gottesstaat errichten wollen. Auch die Kämpfer des Islamischen Staats und die Mitglieder der Muslimbruderschaft sind Sunniten. 

    Weltweit sind 90 Prozent der Muslime Sunniten – was aber nicht heißt, dass sie allesamt Salafisten oder Vertreter anderer radikaler Auslegungen des Islams sind. Die radikalen Gruppen gehören zu einer Minderheit, die das Bild des Islams prägt.

In dem Magazinbeitrag wurde eine Nummer aufgelistet für diejenigen, „die das Lösegeld für die Freilassung und den Transfer bezahlen wollen“. Wie die beiden in die Hände der Terrormiliz gerieten, wurde nicht beschrieben.

Anzeige

Getötete und gefangen genommene Top-Terroristen

  • Abu Sajjaf, Mai 2015

    US-Eliteeinheiten töten nach Pentagon-Angaben einen ranghohen Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien. Der Mann mit dem Kampfnamen Abu Sajjaf sei für Öl-, Gas- und andere finanzielle Operationen des IS zuständig gewesen.

  • Aden Garer, März 2015

    Aden Garer, März 2015: Bei einem US-Drohnenangriff in Somalia wird der mutmaßliche Drahtzieher der Terrorattacke auf das kenianische Einkaufszentrum Westgate, ein Mitglied der radikalislamischen Al-Shabaab-Miliz, getötet.

  • Ahmed Abdi Godane, September 2014

    Der Anführer der Al-Shabaab-Miliz stirbt infolge eines gezielten amerikanischen Raketen-Angriffs in Somalia.

  • Ahmed Abdul Chattala, Juni 2014

    Der Führer der libyschen Islamistengruppe Ansar al-Scharia wird fast zwei Jahre nach dem tödlichen Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi als mutmaßlicher Drahtzieher des Anschlags von einem US-Kommando gefasst.

  • Abu Anas Al-Libi, Oktober 2013

    Ein US-Kommando überwältigt den als Spitzenmann der Al-Kaida gesuchten Libyer vor seinem Haus in der Hauptstadt Tripolis. Er wurde im Zusammenhang mit den Angriffen auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania 1998 gesucht. Er stirbt im Januar 2015 kurz vor Beginn seines Prozesse in New York.

  • Osama bin Laden, Mai 2011

    Nach fast zehnjähriger Jagd erschießen US-Elitesoldaten bei einer Kommandoaktion in der pakistanischen Stadt Abbottabad den meistgesuchten Terroristen der Welt.

Norwegens Ministerpräsidentin Erna Solberg sagte der Nachrichtenagentur NTB, ein Norweger werde in Syrien als Geisel festgehalten. Er sei Ende Januar entführt worden. „Das Ziel unserer Bemühungen ist es, unseren Bürger sicher nach Norwegen zurückzuholen“, sagte sie. Es war allerdings nicht klar, ob sie von dem selben Mann sprach, den der IS gekidnapt haben will. Die Zahlung eines Lösegeldes schloss sie aus. „Wir können und werden nicht dem Druck von Terroristen und Kriminellen nachgeben“, sagte Solberg.

Weitere Artikel

In China waren Regierungsbeamte zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Der IS hat immer wieder Ausländer als Geiseln genommen und für ihre Freilassung meist politische Forderungen gestellt oder Geld verlangt. Meist kam es zu keiner Einigung, woraufhin die Terroristen ihre Gefangenen vor laufender Kamera töteten und die Aufnahmen ins Internet stellten.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%