Terroranschlag in Istanbul: Mindestens acht deutsche Todesopfer

Terroranschlag in Istanbul: Mindestens acht deutsche Todesopfer

, aktualisiert 12. Januar 2016, 16:03 Uhr
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Ein Mitglied der Sondereinsatzkräfte der türkischen Polizei überwacht von einem Gebäude den Ort der Explosion in der Istanbuler Altstadt nahe der Blauen Moschee.

Nach offiziellen Angaben sind mindestens acht Deutsche unter den Todesopfern des Anschlags. Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu macht die Terrormiliz Islamischer Staat für den Anschlag verantwortlich.

Bei dem Terroranschlag in Istanbul sind mindestens acht Deutsche getötet worden. Dies bestätigte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Dienstagabend in Berlin. Türkische Regierungsvertreter hatten am Nachmittag noch von mindestens neun Toten aus Deutschland gesprochen.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für den Anschlag von Istanbul verantwortlich gemacht. Der Selbstmordattentäter habe der Terrormiliz IS angehört, sagte Davutoglu.

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Die meisten Opfer sind Deutsche

Aus türkischen Regierungskreisen verlautete bereits kurz nach den Anschlägen, dass die meisten Todesopfer des mutmaßlichen Anschlags in Istanbul Deutsche sind. Bei dem Anschlag wurden nach offiziellen Angaben zehn Menschen getötet und 15 verletzt. Unter den Verletzten befanden sich nach Medienberichten sechs Deutsche, ein Norweger und ein Peruaner.

Das Auswärtige Amt empfahl deutschen Urlaubern „dringend“, alle Menschenansammlungen in der Millionenstadt zu meiden.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan machte am Dienstag in Ankara einen „Selbstmordattentäter syrischer Herkunft“ für die Tat verantwortlich. Der Attentäter sei 1988 geboren worden. Erdogan machte keine spezifische Terrorgruppe für die Tat verantwortlich. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Ein Angreifer aus Syrien könnte aber auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) als Urheber hindeuten.

Das ist das Sultanahmet-Viertel in Istanbul

  • Sultanahmet - beliebt bei Touristen

    Der Stadtteil Sultanahmet in Istanbul gilt als eines der beliebtesten Ausflugsziele in der Türkei für Touristen aus aller Welt. Benannt ist er nach Ahmet I., der als Sultan von 1603 bis 1617 über das Osmanische Reich herrschte.

    Das Altstadtviertel liegt auf einer Halbinsel im europäischen Teil Istanbuls. Hier befand sich auch das Zentrum des historischen Konstantinopels. In der Nähe des zentralen Sultanahmet-Platzes stehen mit der Blauen Moschee, der Hagia Sophia und dem Topkapi-Palast die bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

    Auf dem Platz steht auch der Deutsche Brunnen, der im Andenken an einen Besuch des deutschen Kaisers Wilhelm II. in Istanbul im Jahre 1898 errichtet wurde. 1985 erklärte die Unesco das Viertel zum Weltkulturerbe.

Zu der Detonation kam es in der Umgebung der Hagia Sophia und der Blauen Moschee. Die beiden weltberühmten Gebäude gehören zu den beliebtesten Touristenattraktionen der Türkei. Eine Reporterin von CNN Türk berichtete von schockierten Touristen, die nach der Explosion auf dem Pflaster gesessen hätten. Augenzeugen hätten gesagt, sie hätten einen Feuerball aufsteigen gesehen. Zu der Detonation sei es an dem ägyptischen Obelisken gekommen, der in der Nähe der Hagia Sophia, der Blauen Moschee und des Deutschen Brunnens steht. Die Explosion um 10.15 Uhr (Ortszeit/09.15 MEZ) war noch in einigen Kilometern Entfernung zu hören.

Nach dem Anschlag verhängte die Regierung eine Nachrichtensperre. Zur Begründung teilte die Medienaufsicht RTÜK mit, ein solcher Schritt sei laut Gesetz möglich, wenn er der „nationalen Sicherheit“ diene. Eine dpa-Reporterin wurde von Polizisten daran gehindert, in der Umgebung des Anschlagsortes Fotos zu machen.

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Die dpa-Reporterin berichtete vor Ort von zahlreichen Polizisten sowie Rettungskräften. Auch Bombenentschärfer seien im Einsatz, sagte sie.

Der IS hat im abgelaufenen Jahr mehrere Anschläge in der Türkei verübt, sich dabei aber vornehmlich auf kurdische Ziele konzentriert. Touristen waren allerdings bislang kein Anschlagsziel des IS.

Im Südosten des Landes läuft außerdem eine Offensive der türkischen Streitkräfte gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK, die damit gedroht hat, den Konflikt auch in den Westen der Türkei zu tragen. Die PKK greift aber in der Regel staatliche Einrichtungen an und ist bemüht, ihr Verhältnis zu westlichen Ländern zu verbessern.

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